FCL-Vorgabe: Als Team funktionieren

FUSSBALL ⋅ Der FC Luzern spielt heute (16.00, SRF zwei) in Bern gegen YB. Nach drei Niederlagen in Serie und einer unruhigen Woche erwartet die Klubführung von der Mannschaft eine deutliche Reaktion.
14. Mai 2017, 05:00

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

FCL-Präsident Philipp Studhalter mischt sich nicht in fussballerische Belange ein. Den sportlichen Bereich überlässt er anderen. Doch eines ist Studhalter natürlich klar: «Die Resultate auf dem Platz sind entscheidend, ob wir Ruhe oder eben Unruhe im und um den Verein haben.» Darum wünscht sich der Präsident heute im Stade de Suisse gegen die zweit­platzierten Young Boys einen anderen Auftritt als vor einer Woche in Thun (1:3). «Wie Cheftrainer Markus Babbel fordert, erwarte auch ich eine klar verbesserte Leistung des Teams.»

Babbel sagte am Donnerstag in einer ausserordentlichen Medienkonferenz: «Wir wissen, dass das gegen YB keine leichte Aufgabe wird, deshalb ist für mich der Ausgang des Spiels nicht so entscheidend.» Aber er verlangt von seinen Profis: «Wir müssen wieder als Mannschaft funktionieren, Leistung zeigen.»

Für Captain Lustenberger handelt Trainer Babbel nicht im Affekt

Auch FCL-Captain Claudio Lustenberger hat die harsche Kritik nach der enttäuschenden Leistung in Thun natürlich mitbekommen. Sie seien zu Recht gerügt worden. In Bern würden sie versuchen, ihre Arbeit besser zu machen, verspricht der 30-jährige Verteidiger. Der grösste FCL-Kritiker war in den letzten Tagen Markus Babbel. Er nahm kein Blatt vor den Mund: «Schon seit dem ersten Tag der Vorbereitung für die Rückrunde präsentiert sich die Mannschaft mental tot. Die Spieler suchen ein Alibi.»

Mit den älteren Spielern hat sich Babbel während der Woche ausgesprochen. Er erklärte ihnen, dass er die Mannschaft mit der Verbalattacke bewusst verärgern und reizen wollte. Für Lustenberger absolut nachvollziehbar: «Markus Babbel ist kein Trainer, der im Affekt handelt.» Unüberlegte Aussagen mache er nie. «Er hat uns erklärt, dass er das Team provozieren wollte, damit wir eine Reaktion zeigen. Dazu sind wir gewillt.»

Zwei Tage vor dem Match gegen YB hatte sich auch noch FCL-Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg (71) zu Wort gemeldet. Für die «beschämende Leistung» in den letzten Spielen würde er den Profis am liebsten den Lohn kürzen (Ausgabe von gestern). Von «verwöhnten Spielbuben» sprach er in einem «Blick»-Interview und dass er das Team eine Woche lang zum Arbeiten in ein Kohlebergwerk schicken würde, wenn er könnte. Lustenberger hat natürlich keine Lust auf eine solche Arbeit, wohl aber Verständnis für Alpstaegs Unmut: «Er ist ein Macher, einer, der anpackt. Für uns ist klar, dass er für den Verein sehr wichtig ist mit den Investitionen, die er tätigt.» Und: «Sicher regt sich Herr Alptstaeg auch auf, weil nun eine Woche lang negativ über den FCL berichtet worden ist. Jemand, der so viel Geld ausgibt, darf selbstverständlich an prominenter Stelle sagen, was er denkt, und Dampf ablassen.»

Team sieht die Leistung «nicht so schlecht»

Lustenberger wehrt sich aber vehement gegen den Eindruck, dass sie als FCL-Profis ein süsses Leben geniessen würden. Elf Jahre ist er im Klub. «In dieser Zeit habe ich gearbeitet und bin nicht herumgelegen.» Überhaupt würden er und das Team «unsere Leistung nicht so schlecht sehen». In Thun hätten sie taktisch falsch mit langen Bällen agiert.

Klar ist jedoch für Captain Lustenberger: «Gegen YB müssen wir uns mehr zutrauen und zusammen als Team kämpfen. Auch falls wir in Rückstand geraten sollten.» Studhalter wird es gerne hören – und noch lieber die konsequente Umsetzung auf dem Spielfeld sehen.


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