FC Luzern: Klub-Theater mit Einfluss

KOLUMNE ⋅ Kolumnist Roland Schwegler zu den Vorfällen beim FC Luzern.
16. Mai 2017, 08:21

Der FC Luzern hat letzte Woche für viel Theater gesorgt. Dabei wurden mitunter einige Nebenschauplätze eröffnet. Den Medien liefert der FCL erneut eine Menge Stoff für Berichte. Aus Sicht eines ehemaligen Spielers finde ich es allerdings sehr schade, dass derart viel Lärm in dieser Sache gemacht worden ist. Notabene selbst produzierter Lärm, der aus dem Verein kommt.

Diese Aufregung um den Klub hat auf jeden Fall Einfluss auf die Spieler. An der gelb-roten Karte gegen Captain Claudio Lustenberger am Sonntag bei der 1:4-Auswärtsniederlage gegen die Young Boys ist zu erkennen, dass der Druck auf die Spieler durch die enorme Aufregung noch grösser geworden ist.

Für die gegnerischen Mannschaften ist Unruhe beim nächsten Rivalen ein Fressen. Aus den Medien erfahren die Spieler davon. Wenn zum Beispiel bekannt wird, dass ein Profi in der folgenden Saison deutlich weniger verdient, dann wird er das auf dem Platz in der Form von höhnischen Kommentaren zu hören bekommen. «Du armer Schlucker, soll ich dich nach dem Match zum Essen einladen?», wäre früher meine Art der Provokation gewesen.

Ich wünsche mir, dass der FCL möglichst schnell wieder als Einheit auftreten wird. Mannschaft, Trainer und Verein müssen zusammenstehen. Mit dieser Einstellung ist am Mittwoch im Heimspiel gegen Lausanne endlich wieder ein Sieg möglich. Das wäre der erste Schritt zu einem erfolgreichen Saisonabschluss. Vier Runden stehen aus – noch kann der FCL das Steuer selber herumreissen.

Roland Schwegler (35) ist FCL-Kolumnist unserer Zeitung. Mit GC wurde der Verteidiger 2001 und 2003 Meister. Von 2007 bis 2010 spielte der Seetaler für den FC Luzern.

Roland Schwegler

sport@luzernerzeitung.ch


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