Neuer FCL-Trainer Seoane: Chance für eigenen Mann

KOMMENTAR ⋅ Sportreporter Daniel Wyrsch über den neuen FCL-Trainer Gerardo Seoane.
09. Januar 2018, 16:58

Der FC Luzern hat gehandelt: Drei Tage hat es gedauert, bis aus Interimstrainer Gerardo Seoane der neue Cheftrainer geworden ist. Das lag auch daran, dass der langjährige U21-Trainer um seinen Vertrag pokerte.

Seoane war vor knapp fünf Jahren schon einmal für ein Spiel Übergangstrainer. Das wollte er nicht mehr sein. Er stellte klare Forderungen, die ihm der FCL erfüllte: Eine Nichtabstiegsprämie und einen Vertrag als Headcoach über die laufende Saison hinaus. Seoane spielte mit kalkuliertem Risiko. Denn dem FCL fehlt nach den Freistellungen von Markus Babbel und dessen Assistenten Patrick Rahmen das Geld für einen teuren, erfahrenen Trainer wie Urs Fischer.

Doch selbst, wenn Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg unerwartet in seine Schatulle gegriffen hätte, wäre ein Fischer nicht einfach nach Luzern zu lotsen gewesen: Der FCL ist derzeit kein Arbeitgeber, der einem Trainer Sicherheit geben kann.

Das ist das grosse Problem des FCL. Egal, ob Babbel, Seoane oder ein anderer an der Seitenlinie steht – mit dieser Führung wird der Klub noch durch manchen Sturm gehen müssen.

Doch auch gerade deshalb kann Seoane, der bereits seit insgesamt zwölf Jahren als Profi und Trainer beim FCL ist, eine gute Lösung sein. Er kennt den Verein und weiss, was ihn erwartet. Zudem hat er zahlreiche Nachwuchsleute für die Super League bereit gemacht. Er hat seine Chance verdient, unbesehen seiner fehlenden Erfahrung im Profibereich. Die Beispiele Tuchel und Nagelsmann in der Bundesliga sowie Wicky in Basel zeigen, dass es funktionieren kann.

Für Seoane und den Innerschweizer Fussball ist zu hoffen, dass der Abstiegskampf für den FCL in den restlichen 17 Spielen einen positiven Ausgang nimmt.

Daniel Wyrsch


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