Neues Glück für Sally Sarr bei Servette

FUSSBALL ⋅ Das Wiedersehen mit dem früheren Publikumsliebling Sally Sarr «Superstar» könnte für den FC Luzern heute (18 Uhr) auswärts gegen Servette ungemütlich werden. Sarr ist für dieses Cupspiel zusätzlich motiviert durch die Geburt seiner Tochter.
16. September 2017, 05:00

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Sally Sarr (31) musste Luzern im Sommer durch den Hinterausgang verlassen. Der muskulöse und einsatzfreudige Verteidiger wurde beim FCL schon seit Januar nicht mehr gebraucht, mit dem ebenfalls ausgemusterten Tomislav Puljic (34) trainierte er rund ein halbes Jahr in der U21. «Ich habe diesen Entscheid ohne zu murren akzeptiert», sagt Sarr. Alles sei sehr gut gelaufen in der U21. «Ich danke Trainer Gerardo Seoane für seine exzellente Arbeit mit uns und den Jungen.»

Diese Reaktion ist typisch für Sally Sarr. Der in Le Havre geborene Franzose mit Wurzeln in Senegal und in Mauretanien hat sich beim FCL stets lyoal verhalten. Diese Einschätzung teilt Cheftrainer Markus Babbel: «Sally ist ein super Junge, es hat wahnsinnig Freude gemacht, mit ihm zu arbeiten.» Aus rein sportlichen Gründen habe er auf ihn verzichtet, da andere besser gewesen seien. «Ich hoffe, dass er sein Glück in Genf bei Servette findet», wünscht Babbel mit der Einschränkung, dass Sarr am Samstag in diesem «uns alles abfordernden Cupspiel» für einmal nicht in Höchstform auflaufe.

Sein Glück scheint Sally Sarr am Lac Léman bereits gefunden zu haben. Beim Tabellendritten der Challenge League wird seine Erfahrung aus 116 Super-League-Partien (5 Tore, 6 Assists) geschätzt. Er ist in der zentralen Abwehr gesetzt, spielt immer, ausser am letzten Sonntag beim 3:2-Heimsieg von Servette über den bis dahin verlustpunktlosen Leader Schaffhausen.

Sarr fühlt sich auf dem Platz wie ein «echter Krieger»

Für Sarrs ausnahmsweise Versetzung auf die Ersatzbank gibt es allerdings plausible Gründe: «Ich bin aus einem Zusammenzug der Nationalmannschaft von Mauretanien etwas spät zurückgekehrt.» Und: «Meine Frau hat am letzten Samstag unsere wunderbare kleine Tochter geboren, aus diesem Grund verbrachte ich Freitag und Samstag im Spital.» Die ersten Vaterfreuden pushen ihn also zusätzlich für den Cupfight gegen seinen Ex-Klub.

Sarr ist sehr motiviert. Er gibt sich allerdings alle Mühe, den Ball vor dem Wiedersehen mit dem FCL flachzuhalten. Zwar bereite er sich mit derselben Mentalität und dem Wunsch auf einen Sieg wie die anderen vor, «aber der Match wird für mich wegen des Gegners nichts Besonderes sein». Der Coach bestimme sein Team, sagt er und betont: «Ich hoffe, ich spiele gegen Luzern, denn ich bin ein wahrer Krieger und Wettkampftyp.»

Für Babbel ist eine absolut logische sportliche Sache, dass Sarr hoch motiviert gegen seine Mannschaft ans Werk gehen wird. «Das ist völlig natürlich.»

Explizit keine Revanche gegen Babbel und Rahmen

Doch Sarr will nichts davon wissen, seine knallharte Ausmusterung den Ex-Trainern heimzuzahlen: «Je n’ai aucune revanche à prendre sur Babbel et Rahmen.» Er wolle sich gegen Babbel und FCL-Co-Trainer Patrick Rahmen nicht revanchieren. Als seinen besten Trainer während den sechs Jahren in Luzern bezeichnet er Murat Yakin, der ihn im Juli 2011 von Wil nach Luzern geholt hatte. «Er hat mir die Chance in der Super League gegeben. Ein super Taktiker, ein echter Fussball-Enthusiast. Und Muri ist ein Trainer, der sich um seine Gruppe kümmert, er verteidigt und arbeitet mit seiner Gruppe», ist Sarr bis heute voll des Lobes über seinen ersten von insgesamt vier Coaches in Luzern (neben Yakin und Babbel waren dies auch noch Carlos Bernegger und Ryszard Komornicki).

Stolz ist Sally Sarr «Superstar», wie ihn die Fans nannten, auf Platz 2 und die Teilnahme am Cupfinal 2012. «Fünf meiner sechs Jahre beim FCL waren gut, ich danke allen Fans, die mich unterstützt haben.» Bei Servette fühle er sich sehr gut. «Wir sind eine super Truppe mit viel Qualität und grossen Ambitionen.»

Luzern wird heute sehen, wie stark Servette bereits wieder ist.


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