Nicolas Haas verlässt den FCL

FUSSBALL ⋅ Nach vier Niederlagen in Serie folgt für den FC Luzern ein weiterer Rückschlag: U21-Nationalspieler Nicolas Haas verlängert den auslaufenden Vertrag nicht. Es könnte ihn nach Deutschland ziehen.
Aktualisiert: 
15.05.2017, 22:00
15. Mai 2017, 14:08

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Die FCL-Fans skandierten: «Nici muess bliebe!» Nicolas Haas drehte sich um, winkte in den Block zu den Anhängern. Der 21-Jährige aus Mauensee war nach dem letzten Luzern-Heimspiel am 28. April gegen Meister Basel (1:2) sichtlich gerührt. Die Wertschätzung der Fans traf ihn ins Herz. An jenem Abend lebte die Hoffnung noch, dass der talentierte Mittelfeldspieler bei seinem Ausbildungsverein bleibt.

Nun steht aber definitiv fest, wie sich der U21-Nationalspieler entschieden hat. Im Gespräch mit unserer Zeitung hat FCL-Trainer Markus Babbel erklärt, warum Haas am Sonntag in Bern gegen die Young Boys (1:4) nicht zu den aufgebotenen 18 Spielern gehörte.

«Nicolas Haas hatte mir im Vorfeld gesagt, dass ihn derzeit ein mentales Problem plage, er könne auf dem Platz nicht umsetzen, was er sich vorgenommen habe», so Babbel. Für den Trainer das Signal, gegen YB auf den kampf- und laufstarken Mittelfeldspieler zu verzichten. «Ich setze auf Spieler, die bereit sind. Wobei bei uns momentan ein paar ein Päcklein zu tragen haben», sagt Babbel, um dann Entscheidendes über die FCL-Zukunft von Haas zu erwähnen: «Mich erstaunt das Kopfproblem von Nicolas Haas nicht, weil er dem Verein bekannt gegeben hat, dass er nicht hier bleibt.»

Haas kam am 7. Februar 2015 gegen YB (1:1) zum Debüt in der Super League. 51-mal stand er seither in der Liga für Luzern im Einsatz – dazu kommen 8 Cup- und 2 Europa-League-Spiele. Insgesamt schoss er zwei Ligatore und gab acht Assists. 

Der Ex-Junior des FC Sursee hat sich in den letzten beiden Saisons im Team etabliert. Haas beendete im Frühling 2015 ausserdem erfolgreich die Maturitätsprüfungen, seither ist er Profi. 

Ablösefreier Transfer in die 2. Bundesliga möglich

Wohin der Luzerner wechselt, weiss Babbel nicht. Gerüchteweise heisst es, dass es Haas in die 2. Bundesliga zieht. Unter anderem soll Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt an ihm interessiert sein (wir berichteten). Dort stehen derzeit Ex-FCL-Stürmer Dario Lezcano und der ehemalige YB-Verteidiger Florent Hadergjonaj unter Vertrag. Für Haas könnte Ingolstadt oder ein ähnlicher Klub in Deutschlands zweitbester Klasse ein passender Schritt sein. 

Da sein Vertrag Ende der laufenden Saison ausläuft, wird der Innerschweizer Super-League-Klub bei einem Transfer lediglich die Ausbildungsentschädigung von geschätzten 300'000 Franken für Haas bekommen. Gemäss Transfermarkt.ch hat der Jungprofi einen Marktwert von 1,5 Millionen Franken. Haas hätte mit einem weiterlaufenden Vertrag wahrscheinlich die Hälfte, also immerhin zwischen 700'000 und 800'000 Franken, in die leere FCL-Kasse gespült.

Für die aktuellen Verantwortlichen müsste der zu kurze Kontrakt des Eigengewächses ein Grund sein, um sich zu ärgern. CEO Marcel Kälin, der erst seit knapp acht Monaten beim Verein ist, sagt dazu nichts. Er stellt fest: «Wir hätten Nicolas gern behalten.» In finanziellen Fragen sowie bei den Rahmenbedingungen sollen sich die Parteien einig gewesen sein. «Doch Haas wollte eine Luftveränderung, wir bedauern das sehr», so Kälin. Haas selbst wollte sich nicht äussern, und sein Berater José Noguera war am Montag nicht erreichbar.

Neue FCL-Verträge. Bis 2019: Dario Ulrich (19) und Simon Enzler (19, neu als Profi).

51 Einsätze in der Super League

Nicolas Haas kam am 7. Februar 2015 gegen die Young Boys zu seinem Debüt in der Super League. 51. Mal stand er seither in der Meisterschaft für den FC Luzern im Einsatz – dazu kommen 8 Cup- und 2 Europa-League-Spiele. Insgesamt schoss er zwei Tore. Der Mauenseer hat sich in den letzten beiden Saisons als äusserst fleissiger Mittelfeldspieler in der Mannschaft etabliert. Haas hat im Frühling 2015 erfolgreich die Maturitätsprüfungen absolviert und lebt seither als Profi.

jvf

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