Co-Trainer Rahmen kommt mit Krücken zum Schicksalsspiel

FUSSBALL ⋅ FCL-Co-Trainer Patrick Rahmen ist am Knie operiert worden. Heute (19.45) im eminent wichtigen Heimspiel gegen Lausanne dürfte er auf die Bank zurückkehren. Das wünscht sich auch Cheftrainer Markus Babbel.
16. Mai 2017, 22:48

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Seit Monaten litt Luzern-Assistenztrainer Patrick Rahmen (48) unter einem Knorpelschaden im rechten Knie. In jedem Training verspürte er Schmerzen, herrührend von Abnützungserscheinungen aus seiner Profizeit bei seinem Heimatverein FC Basel und bei YB. Für FCL-Cheftrainer Markus Babbel war klar: «Ich befahl Patrick, dass er sich einer Operation unterzieht. Das musste jetzt sein. Steht er im Sommer wieder auf dem Trainingsplatz, ist das für nächste Saison wichtiger.»

Rahmen unterzog sich am Montag vor einer Woche in der Basler Merian-Iselin-Klinik dem Eingriff von Spezialist Heinz Widmer. «Der Arzt kennt mein Knie, denn schon zweimal während meiner Aktivzeit musste er dieses operieren.»

Nachdem der FCL-Co-Trainer die Operation gut überstanden hatte, tat ihm das Knie in den letzten Tagen immer mehr weh. Am Sonntag schaute Patrick Rahmen das Spiel zwischen YB und Luzern zu Hause am Fernsehen. Die Schmerzen liessen nicht nach, während er das eigene Team 1:4 verlieren sah. An Rahmens Stelle sass Videoanalyst Michael Silberbauer neben Babbel auf der Bank. «Wir kennen und verstehen uns inzwischen ebenfalls gut», sagt der Deutsche. «Und ich vertraue Michael gegen Lausanne ebenfalls. Aber sollte Patrick Rahmen einigermassen fit sein, dann möchte ich, dass er bei uns auf der Bank sitzt.»

Rahmen wollte das Spiel auf der Tribüne verfolgen

Rahmens ursprünglicher Plan war, das Spiel ausnahmsweise aus der Tribünenperspektive zu verfolgen. «Doch wenn Markus mich auf der Bank haben will, dann werde ich dort Platz nehmen.» Mit Krücken? Rahmen schmunzelt, er weiss natürlich, auf welches Bild der Fragesteller aus ist. «Jetzt geht der FCL an Stöcken», macht er augenzwinkernd einen Vorschlag für eine Überschrift. Nach vier Niederlagen in Folge steckt das Team in einer Negativspirale. «Alle, denen Luzern am Herzen liegt, hoffen auf ein Erfolgserlebnis gegen Lausanne», betont Babbel.

Rahmen will die brisante Ausgangslage nicht kleinreden: «Die Partie gegen Lausanne ist ein enorm wichtiger Match für die anschliessenden letzten drei Spiele.» Ein Heimsieg gegen die mit Vaduz um den Ligaerhalt kämpfenden Waadtländer ist Pflicht. «Sonst werden die letzten Spiele in Sion, zu Hause gegen Vaduz und in Lugano ganz schwierig zum Saisonabschluss.»

Rahmen, der informiert ist über die Vorgänge im Team, nennt das Rezept für die Rückkehr auf die Siegerstrasse: «Wir müssen zusammenrücken, mit maximalem Aufwand und absolutem Willen alles dafür tun, damit der Ball wieder für uns rollt.»

Vor wenigen Wochen wäre Rahmen in Basel fast zum neuen FCB-Cheftrainer ernannt worden. Als Ur-Basler, Ex-FCB-Profi und U21-Trainer sowie mit Erfahrung beim Hamburger SV, in Biel und in Luzern wurde ihm am Ende einzig Raphael Wicky vorgezogen. «Das ist für mich kein Unglück, ich fühle mich wohl beim FCL. Dass ich unter die letzten zwei gekommen bin, ist auch eine Bestätigung für die Arbeit, die wir in Luzern machen.»

Klar scheint: Früher oder später wird Rahmen irgendwo Teamchef sein.


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