Schlaks für FCL-Torproduktion

FUSSBALL ⋅ Shkelqim Demhasaj (21) nennen alle «Mimi». So einfach, wie der Name ist, so spielt der U21-Nationalspieler auch Fussball. Der Schaffhauser freut sich, für Luzern bald auf Torjagd zu gehen.
18. Juli 2017, 05:00

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Der neue Stürmer des FC Luzern heisst Shkelqim Demhasaj (21). Seinen kosovarischen Namen korrekt zu schreiben, ist diffizil, die Aussprache des Vornamens ein Zungenbrecher. «Schkeltschim heisse ich», erklärt er. Alle würden ihn jedoch «Mimi» nennen, seit sein jüngerer Bruder Asllan ihm diesen Kosenamen verpasst hat. «Meinen Nachnamen Demhasaj aber kann man so aussprechen, wie er geschrieben wird», sagt er. Mit «Demhaschaj» liegt man also falsch.

«Mimi» nimmt’s locker, ihm ist es ziemlich egal, welche Version seines Namens die Leute verwenden. Wichtig ist ihm, dass er zu «einem grossen Klub» transferiert wurde. Er bezeichnet den FCL so, weil der Verein «ein tolles Stadion und an jedem Heimspiel über 10 000 Zuschauer hat». Für den Schaffhauser ist es ein Aufstieg, vom alten Breite-Stadion via den neuen Lipo-Park in die Swisspor-Arena zu wechseln.

Demhasaj brennt auf seinen Einstand beim FCL

Ob er schon am Donnerstag (19.45 Uhr) im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Osijek zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest. Erst gestern konnte er nach einem fast dreiwöchigen Unterbruch wieder mit der Mannschaft trainieren. Eine bei Schaffhausen erlittene Knöchelverletzung hatte er nach Luzern mitgeschleppt. Nur zehn Tage Ferien hatte er sich gegönnt, «weil ich zum Trainingsstart dabei sein wollte».

Der 1,90 Meter grosse Demhasaj brennt richtiggehend auf sein erstes Spiel mit dem FCL. «Wenn nicht gegen Osijek, dann hoffe ich doch, dass ich am Sonntag gegen Lugano in der Meisterschaft auflaufen kann.» Demhasaj kommt als langer Schlaks daher, muss zwingend kräftiger werden. «Als ich verletzt war, bekam ich vom Klub täglich einen Plan fürs Krafttraining. Das ist richtig professionell geführt hier», lobt er den Trainerstaff.

Erstmals in seinem Leben steht er auf eigenen Beinen – zwar noch nicht ganz, denn bislang durfte er bei seiner Cousine und deren Mann in Dierikon wohnen. «Das ist super, aber bald möchte ich in eine eigene Wohnung ziehen», sagt der Familienmensch.

Seine Eltern, seine Schwester und der Bruder bedeuten ihm sehr viel. «Die Eltern haben uns beim Fussball immer voll unterstützt.» Von Bruder Asllan (19), der beim FC Schaffhausen neu im Challenge-League-Kader steht, schwärmt er: «Er ist der bessere Fussballer als ich. Asllan ist eine Mischung aus Granit und Taulant Xhaka, er hat grosses Potenzial.»

17 Tore in der Challenge League

Natürlich weiss «Mimi», dass er selbst zu den begehrtesten Jungstürmern des Landes zählt. 17 Tore hat er letzte Saison für Schaffhausen erzielt. Trainer Murat Yakin wollte ihn behalten. «Es hat Spass gemacht. In der Rückrunde schafften wir unter Murat und dessen Bruder Hakan den Sprung von Platz 10 auf Platz 4. Ich lernte viel von ihnen.»

Doch jetzt will er sich in der Super League behaupten. Für den FCL und gegen den FC Sion entschied er sich unter anderem, weil er von Luzern in einer Stunde und 15 Minuten zu Hause ist. Beim FCL müsste sich niemand wundern, wenn bald 20 bis 25 Personen der Familie Demhasaj gemeinsam im Stadion sind. So wie beim Eröffnungsspiel im Lipo-Park gegen Winterthur (2:1) im Februar, als «Mimi» seine Schaffhauser Fans mit dem ersten Tor im Lipo-Park entzückte.

Nun soll der unbekümmerte Demhasaj bald auch in der Swiss­por-Arena seine Tore schiessen. Beim FCL hofft man innig darauf.

Steht Affolter vor Abgang beim FCL?

François Affolter (26) trainierte auch gestern wie fast immer in den letzten dreieinhalb Jahren mit der ersten Mannschaft des FC Luzern. Doch eine Rückkehr auf den Platz gibt es für den Innenverteidiger nicht mehr. FCL-Sportkoordinator Remo Meyer bestätigte, was er dem Ex-Nationalspieler bereits mitgeteilt hatte. Affolter kann sich einen neuen Klub suchen, er wird nicht mehr für Luzern spielen. Daran änderte auch die schwerwiegende Verletzung von Abwehrmann Remo Arnold (20) nichts.
Affolters Berater Gezim Ibrahimi verhandelte gestern mit Meyer. Sitzt Affolter den bis Ende Saison laufenden Vertrag ab, muss der FCL ihm Lohnkosten von gegen 250 000 Franken bezahlen. Eine Abfindung und die Freigabe wären sicher günstiger. Klar ist: Der Viereinhalbjahresvertrag von Ex-Sportchef Alex Frei für Affolter im Januar 2014 schmerzt den FCL bis ins Mark. Bis heute investierte Luzern inklusive Ablöse an YB schon über 1 Million Franken in Affolter.
FCL-Stürmertalent Kameraj definitiv zu Juventus Turin
Endgültig weg aus Luzern ist der talentierte Jungprofi Cendrim Kameraj (18). Er wechselt nun in Richtung Turin. Der Mittelstürmer aus  Ebikon spielt künftig bei der U19 (Primavera 1) des Weltklubs Juventus Turin. (dw)


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