Seoane vertraut Marvin Schulz

FUSSBALL ⋅ Wenn der FC Luzern heute (16 Uhr) bei GC spielt, dann heissen die Innenverteidiger weiter Yannick Schmid und Marvin Schulz. Obwohl beide gegen Lausanne nicht fehlerlos waren.
11. Februar 2018, 10:39

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch

Ein deutlicher Unterschied zwischen Gerardo Seoane und seinem Vorgänger Markus Babbel kristallisiert sich bereits vor dem zweiten Ligaspiel heraus. Während der Ex-FCL-Coach aus Bayern die Aufstellung von Spiel zu Spiel änderte, die Profis regelmässig rotieren liess, will Seoane mehr auf Kontinuität in der Startformation setzen. Davon kann man auf jeden Fall ausgehen, wenn man dessen Erklärungen vor dem heutigen Spiel in Zürich gegen die Grasshoppers lauscht.

Besonders fällt auf, wie Seo­ane die beiden jungen Innenverteidiger Yannick Schmid (22) und Marvin Schulz (23) stark redet. «Beide haben einen sehr guten Match gegen Lausanne gezeigt», sagt Seoane, «sie sind oft in direkte Duelle gegangen und haben diese bestanden.» Dabei ist dem neuen Coach natürlich nicht entgangen, dass weder Schmid noch Schulz am Samstag letzter Woche beim 2:1-Heimsieg gegen Lausanne fehlerlos gespielt hatten. Zwei-, dreimal sei es in der Abwehr zu Missverständnissen gekommen, die dem Gegner Torchancen boten, stellt Seoane korrekt fest. «Mit ihrem taktischen und persönlichen Auftreten bin ich aber sehr zufrieden gewesen», so der FCL-Trainer.

Objektiv betrachtet war die Verteidigung allerdings der anfälligste Mannschaftsteil im ersten Pflichtspiel des Jahres 2018: Einmal verlor Schmid als hinterster Feldspieler den Ball an den aufsässigen Lausanne-Stürmer Andi Zeqiri. Dieser hatte bereits in der 17. Minute von einem Lapsus von Linksverteidiger Claudio Lustenberger profitiert, scheiterte schliesslich am geschickt rea­gierenden Torhüter Jonas Omlin.

Schulz und das Glück auf der Luzerner Seite

Schulz hatte seine auffälligste Szene in der 42. Minute: Er lenkte eine Flanke am verdutzten Omlin vorbei an den eigenen Pfosten. Heiko Vogel hatte 2011 als Coach des FC Basel einen Schuss von Verteidiger Markus Steinhöfer an die eigene Torlatte augenzwinkernd kommentiert: «An einem guten Tag hätte er den gemacht.» Der Kommentar hätte ebenso zur Aktion von Schulz gepasst. Der Ex-Gladbacher des FCL gibt zu: «Ich bin ein bisschen erschrocken, den Ball hatte ich total unterschätzt.» Schulz findet: «In der Hinrunde wäre die Kugel ins eigene Tor gegangen, jetzt ist das Glück auf unserer Seite.»

Abgesehen von seinem Defensivkopfball vor die Füsse von Benjamin Kololli, der die Vorlage zum 1:2 verwertete, spielte Schulz insgesamt solide. Schmid erledigte seinen Job noch etwas ordent­licher. Seoane hat die Gesamtleistung des Duos überzeugt, er setzt auch gegen GC auf Schmid/Schulz: «Es gibt keine Notwendigkeit, dort etwas zu ändern.»

Daran ändert auch nichts, dass Stefan Knezevic (21) seine Spielsperre abgesessen hat und der serbische Zuzug Lazar Cirkovic (25) nach zwei Trainingswochen immer mehr den Anschluss findet. Mit Lucas Alves (25) steht Seoane sogar ein fünfter Innenverteidiger zur Verfügung. Der Konkurrenzkampf ist gross.

Vom ganzen Team verlangt Seoane gegen GC einen «selbstbewussten, solidarischen Auftritt mit gesunder Aggressivität».


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