Verjüngung hat gemäss Klubleitung keinen finanziellen Hintergrund

FC LUZERN ⋅ Zahlreiche Personalwechsel und Budgetdiskussionen: Beim FC Luzern war in den letzten Wochen und Monaten einiges los. Philipp Studhalter, Verwaltungsratspräsident der FC Luzern-Innerschweiz AG, und Geschäftsführer Marcel Kälin erklären Vergangenes und die zukünftige Strategie.
15. Juli 2017, 21:33

Führung

Im letzten Jahr gab es in der Leitung viele Mutationen. Studhalter wurde neuer Präsident, Kälin neuer CEO, Richard Furrer neuer CFO, Remo Meyer kürzlich neuer Sportkoordinator. «In letzter Zeit gab es tatsächlich viele personelle Änderungen», stellt Präsident Studhalter fest. «Ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit weniger Wechsel anstehen.» Durch die Fluktuation habe es «zuerst eine gewisse Verunsicherung gegeben». Dies sei aber vorbei. «Heute haben wir eine stabile Führungscrew und einen sehr positiven Geist», ist er überzeugt. 

Kader

Auch auf dem Platz hat sich einiges getan (siehe auch Hauptartikel): Seit Winter gab es sieben gewichtige Spielerabgänge (Hyka, Thiesson, Puljic, Marco Schneuwly, Neumayr, Haas und Costa). Sieben neue Spieler (Custodio, Schulz, Demhasaj, Jong, Christian Schwegler, Schindelholz und Feka) sind in der Sommerpause zum Verein gestossen.

Die Mannschaft präsentiert sich heute deutlich jünger als in der Vorsaison. Eine Frage der Kosten? «Nein, die Verjüngung hat keinen finanziellen Hintergrund», sagt CEO Kälin. Man wolle ein Team mit Spielern, «die alles für den FCL geben». Dass eine junge Equipe durchaus finanziell interessant ist, verneint Kälin nicht. «Selbstverständlich können wir mit jüngeren Spielern mehr Transferpotenzial erarbeiten.» Sprich: Junge versprechen bei einem allfälligen Weiterverkauf einen klar höheren Erlös.

Wie viel der FCL durch die Abgänge von Marco Schneuwly, Markus Neumayr, Nicolas Haas sowie Jahmir Hyka und Jérôme Thiesson eingenommen hat, veröffentlicht der FCL nicht. Ob es angesichts der Zuzüge von Olivier Custodio, «Mimi» Demhasaj, Il-Gwan Jong und Marvin Schulz zu einer positiven Transferbilanz reichen wird, ist entsprechend unklar. Kälin betont aber, man habe für den FCL «monetäre Mehrwerte geschaffen». Dank Sportkoordinator Meyer habe man am Verhandlungstisch auch die weichen Faktoren – Fans, Infrastruktur und Trainerstaff – einbringen können. «Die Neuen wollten unbedingt zu uns. Wir nutzten das Momentum.»

Finanzen

Die Führungscrew um Studhalter betonte es in den letzten Monaten immer wieder: Das Budget muss eingehalten werden. «Wenn Budgets längere Zeit nicht eingehalten werden, kommt der Verein in eine äusserst schwierige Situation. Das wollen wir verhindern», betont Studhalter erneut. Wichtig für die Finanzen ist auch der Zuspruch der Besucher. Letzte Saison pilgerten durchschnittlich jeweils knapp 11000 Fans zu den FCL-Heimspielen. Diese Zahl will der Klub erhöhen. Konkrete Zahlen gibt CEO Kälin nicht bekannt: «Nicht nur Zuschauerzahlen zählen für eine ausgeglichene Rechnung», stellt der umtriebige Geschäftsführer fest. «Sämtliche betriebswirtschaftlichen Aspekte sind wichtig.» 

Dazu gehört auch die Suche nach zusätzlichen Sponsoren. Roland Wermelinger hat die neu geschaffene Stelle als Verkaufsleiter übernommen. «Die Suche und Pflege von Sponsoren ist zu wichtig, um sie nebenbei zu machen», erklärt Studhalter. «Deshalb werten wir diesen Bereich auf.» Bislang war der CEO für diesen Bereich zuständig, Kälin bleibt laut dem Präsidenten weiterhin persönlich involviert.

Die bereits erwähnten Transfererlöse können das Budget positiv beeinflussen. «Gerade die neuen Spieler haben Potenzial für künftige Transfererträge», sagt Kälin. «Zudem setzen wir weiter konsequent auf den Zuzug von jungen, eigenen Spielern in das Profikader.»
Mittlerweile hat der FCL auch ein für alle Spieler einheitliches Prämienreglement eingeführt. «Unabhängig davon, ob ein Spieler 19 oder 30 Jahre alt ist, basiert dieses Reglement auf Leistung und Erfolg», erklärt Kälin.

Erfolg und gesunde Finanzen dürften die Investoren freuen. Gerade Hauptgeldgeber Bernhard Alpstaeg hatte sich im Frühling sehr kritisch geäussert. «Herr Alpstaeg erwartet gleich wie alle Aktionäre, dass mit dem Geld haushälterisch umgegangen wird», sagt Klubchef Studhalter. «Der Verwaltungsrat verabschiedet das Budget, und die Geschäftsleitung hat dieses zu erfüllen. Wird es erfüllt, sind die Aktionäre zufrieden.» Und das sei derzeit der Fall. Studhalter: «Herr Alpstaeg und der Verwaltungsrat sind bislang zufrieden.»

Daniel Wyrsch

daniel.wyrsch@luzernerzeitung.ch


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