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In Madrid formieren sich die Kritiker

CHAMPIONS LEAGUE ⋅ Im Halbfinal-Rückspiel gegen Juve spielt Real Madrid um die Gesamtbilanz einer schwierigen Saison. Juve hingegen träumt von der ersten CL-Final-Teilnahme seit 2003. Mittendrin: Stephan Lichtsteiner.

Carlo Ancelotti weicht auch unter grösstem Druck nicht von seiner Linie ab. Der italienische Coach bleibt ruhig. Er hat die immense Qualität seiner Equipe im Fokus und nicht die medialen Spekulanten, die ihn schon seit Monate bei jeder Gelegenheit anzählen.

Für den wohl populärsten und wertvollsten Klub der Welt - das US-Wirtschaftsmagazin schätzte das finanzielle Volumen des CL-Titelhalters vor rund zwei Wochen bei 3,26 Milliarden Dollar ein - bahnt sich eine enttäuschende Schlussphase ohne Trophäe an. In der Meisterschaft hat Real beim 2:2 gegen den FC Sevilla zu einem hohen Prozentsatz die letzte Chance verspielt, im Cup sind die Blancos am Stadtrivalen gescheitert, und gegen Juve droht nun die nächste Erniedrigung.

Die Kritiker machen wie immer in solchen Fällen primär den Trainer verantwortlich. Ancelotti, im Vorjahr für den zehnten Erfolg auf der wichtigsten Klubfussball-Bühne zum galaktischen Coach überhöht, wird vorgeworfen, das gewaltige Potenzial nicht auszureizen.

25-mal stand Real in einem CL- oder Meistercup-Halbfinal, dreizehnmal schafften die Madrilenen den Vorstoss ins Endspiel. Zuletzt hat sich der Klub fünfmal in Serie für die Top 4 der Champions League qualifiziert - vorwiegend im Sog von Cristiano Ronaldo. Von der magischen Nummer 7 mit dem Jahres-Output von 54 Treffern hängt die Zukunft Ancelottis massgeblich ab.

Lichtsteiners Stellung

Unter diametral anderen Voraussetzungen tritt Juventus an. Seit vier Jahren ist die Turiner Squadra in der Serie A unangefochten. Massimiliano Allegri hat die brillante Arbeit seines Vorgängers Antonio Conte sogar noch perfektioniert. "Wir haben im Vergleich zum Vorjahr zugelegt", sagt Stephan Lichtsteiner über die beeindruckende Saison-Performance.

Der Offensiv-Verteidiger könnte Geschichte schreiben. Erstmals seit Stéphane Chapuisat (1997) steht ein Schweizer dicht davor, als unbestrittener Stammspieler im Wettbewerb der Meister den Final zu erreichen. Der temperamentvolle Luzerner gehört im Weltklasse-Ensemble von Juve zu den Tenören und ist eine respektierte Schlüsselfigur der Defensive, die in elf CL-Spielen bislang nur sechs Treffer zugelassen hat. Im goldenen Spätherbst von Buffon und Co. bewegt sich der 31-Jährige konstant auf gleichem Niveau wie die ehemaligen Weltmeister.

Wenn man so weit komme und "im Rückspiel noch die Chance besitzt, in den Final vorzustossen", denke man sicherlich an den Titelgewinn, erklärte Lichtsteiner in einem längeren Gespräch in der "Sportlounge " von SRF. (Si)

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