Ibrahimovic gegen Chelsea und seinen Ruf

CHAMPIONS LEAGUE ⋅ Paris Saint-Germain vs. Chelsea ist zum Klassiker der Champions League geworden. Zum dritten Mal in Folge treffen die beiden Klubs in der K.o.-Phase aufeinander. Diesmal ist der PSG Favorit.

16. Februar 2016, 07:11

Für Paris Saint-Germain kommt das Duell mit Chelsea keinen Tag zu spät. Endlich würde man sehen, wo man stünde, sagte Trainer Laurent Blanc. In der Ligue 1 werden die Pariser längst nicht mehr gefordert, daran ändert auch nichts, dass sie am Samstag gegen Lille nur 0:0 spielten. Sie haben weiterhin 24 Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger. "Die Champions League ist für uns eine andere Kategorie, weil hier die Gegner dieselben Waffen haben wie wir", sagte Blanc letzte Woche in einem Interview mit der englischen Zeitung "The Telegraph".

Eine spezielle Herausforderung sind die K.o.-Spiele auch für PSG-Superstar Zlatan Ibrahimovic. Der ebenso exzentrische wie geniale Stürmer kämpft auch mit 34 Jahren noch gegen den Ruf, in grossen Spielen sein Potenzial nicht auszuschöpfen. Ein Titel in der Champions League fehlt ihm noch. Er könne auch abtreten ohne diesen Pokal, sagte er vor wenigen Monaten. "Der Wert der Marke Ibrahimovic wird deswegen nicht kleiner", so der Schwede gegenüber der Fachzeitung "L'Equipe".

Doch ein Blick auf die Statistik fördert ein Manko von Ibrahimovic zu Tage. In zwölf Saisons hat er in 36 K.o.-Spielen der Champions League nur gerade sieben Tore erzielt. Der Brasilianer Neymar etwa traf allein in der letzten Saison auf dem Weg zum Titel ab den Achtelfinals gleich oft. Ibrahimovic läuft es im Allgemeinen nicht gut, sobald die entscheidende Phase der Champions League beginnt. An Chelsea hat er zudem im Speziellen schlechte Erinnerungen. Vor zwei Jahren scheiterte der PSG ohne Ibrahimovic-Tor in den Viertelfinals an den Engländern. Im letzten Frühling flog der Schwede in den Achtelfinals im Rückspiel schon nach 23 Minuten vom Platz. Ohne ihn kam sein Team weiter.

Chelsea kann aufgrund seines 12. Platzes in der Premier League gegen Paris Saint-Germain diesmal nur Aussenseiter sein. Doch die Londoner rechnen sich durchaus Chancen aus. Seit der Entlassung von José Mourinho sind sie ungeschlagen. Nach und nach werden auch die Leistungen der Mannschaft von Guus Hiddink besser. Chelsea beeindruckte vor einer Woche mit seiner Schlussphase gegen Manchester United (1:1), am vergangenen Wochenende gab es gegen Newcastle United ein 5:1.

Im zweiten Spiel vom Dienstag will Zenit St. Petersburg auswärts gegen Benfica Lissabon die Basis legen für die erstmalige Qualifikation für die Viertelfinals. Wo das Team steht, ist eine Frage, die bei den Russen noch berechtigter ist, als bei Paris Saint-Germain. Die Meisterschaft in Russland hat seit dem 3. Dezember Winterpause. Das letzte Pflichtspiel von Zenit war eines ohne Bedeutung. Es war das letzte Gruppenspiel in der Champions League am 9. Dezember in Gent.

Seit Anfang Jahr bereitet sich das Team des portugiesischen Trainers André Villas-Boas in Trainingslagern in Katar, Portugal und Spanien auf die zweite Saisonhälfte vor. Dort hat sich Villas-Boas stundenlang mit Benfica beschäftigt. Anschauungsunterricht, wie er seine Landsleute besiegen kann, bekam er am vergangenen Freitag. Da verlor Benfica das Spitzenspiel gegen den Erzrivalen und ex-Klub von Villas-Boas, gegen den FC Porto, mit 1:2. (sda)


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