Auch José Mourinho im Fadenkreuz der Justiz

SPANIEN ⋅ Nach Lionel Messi und Cristiano Ronaldo ist mit José Mourinho ein weiterer bekannter Name aus dem Weltfussball ins Visier der spanischen Justiz geraten.
Aktualisiert: 
20.06.2017, 15:22
20. Juni 2017, 13:00

Die Staatsanwaltschaft hat gegen den Portugiesen, der zwischen 2010 und 2013 die Mannschaft von Real Madrid trainiert hat, ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung eröffnet. Die für Wirtschaftsdelikte zuständige Madrider Staatsanwaltschaft wirft Mourinho vor, er soll in seiner Zeit als Trainer von Real Madrid zwischen 2010 und 2013, rund 3,3 Millionen Euro Steuern am spanischen Fiskus vorbeigeschleust haben.

Die betreffende Steuerschuld soll der Portugiese in den Jahren 2011 und 2012 angehäuft haben. Wie bei Ronaldo geht es dabei offenbar um Einnahmen aus Bildrechten, die über Briefkastenfirmen in Irland und auf den Jungferninseln am spanischen Staat vorbeigeschleust wurden. Mourinho soll laut Angaben der Staatsanwaltschaft dabei mit dem Ziel gehandelt haben, sich "unrechtmässige Vorteile" zu verschaffen. Der Star-Coach äusserte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Der 54-Jährige steht seit Juli des Vorjahres in Diensten von Manchester United. Nach England war Mourinho 2013 nach Ende seiner Tätigkeit bei Real zurückgekehrt. Er übernahm damals Chelsea, das er schon zuvor erfolgreich betreut hatte.

Gegen Mourinho und Ronaldo, waren bereits im vergangenen Dezember via "Football Leaks" Vorwürfe der Steuervermeidung aufgekommen. Die Beraterfirma Gestifute von Star-Manager Jorge Mendes dementierte diese damals umgehend. Nun sieht sich das Duo erneut mit Vorwürfen konfrontiert. Reals Superstar Ronaldo, der derzeit mit Europameister Portugal am Confederations Cup in Russland teilnimmt, muss am 31. Juli vor dem Madrider Gericht Stellung zu den Vorwürfen nehmen.

Seit den Veröffentlichungen von "Football Leaks" arbeiten die spanischen Steuerbehörden offenbar auf Hochtouren. José Mourinho ist nach Cristiano Ronaldo und dessen sportlichem Rivalen Lionel Messi bereits das dritte fussballerische Schwergewicht, gegen das die spanischen Behörden wegen Steuerbetrugs ermitteln. Lionel Messi ist bislang der einzige aus dem Trio, der rechtskräftig verurteilt wurde - zu 21 Monaten Haft auf Bewährung wegen Steuerbetrugs in Höhe von 4,1 Millionen Euro. (sda)


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