Dieses Team soll uns an die WM bringen

FUSSBALL ⋅ Zwei Spiele entscheiden darüber, ob die Schweiz im nächsten Sommer an der Weltmeisterschaft spielen darf. In der Barrage gegen Nordirland spielt die Schweiz am Donnerstag (20.45) in Belfast und am Sonntag (18.00) in Basel. Ein Formcheck bei den aufgebotenen Spielern.
06. November 2017, 08:05

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Es ist der direkte Kampf um eines der letzten verbliebenen WM-­Tickets: die Barrage. Für die Schweiz ist es nach dem verlorenen Direktduell um die WM-Qualifikation gegen Portugal die zweite Chance – aber auch gleichzeitig die letzte, nächsten Sommer in Russland mit dabei zu sein. In der Barrage trifft das Team von Trainer Vladimir Petkovic auf Nordirland.

Am Donnerstag begegnen sich die beiden Teams zuerst in Belfast, bevor am Sonntag in Basel die Entscheidung fällt. Nach der überzeugenden Gruppenphase, in der die Schweiz neun von zehn Spielen gewinnen konnte, geht die Schweiz als Favorit in das Duell gegen Nordirland. Das Schweizer Team verfügt zweifels­los über mehr fussballerische Qualität und die besseren Individualisten als Nordirland.

Petkovic warnt: «Die Chancen stehen 50 zu 50»

Die Nordiren haben aber in der Qualifikation gezeigt, dass sie durchaus ihre Qualitäten haben. In der Gruppe mit Deutschland, Tschechien und Norwegen klassierte sich das Team auf dem zweiten Schlussrang. Auch der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic warnt: «Die Chancen stehen bei 50 zu 50 Prozent.» Er verweist darauf, dass die Nordiren in zehn Quali-Spielen sieben Mal ohne Gegentor blieben. «Sie sind ein physischer und kämpferischer Gegner, der auch eine gewisse Spielkultur hat.»

Die bekanntesten Spieler der nordirischen Nationalelf sind Kyle Lafferty, der einst beim FC Sion spielte, und Captain Steven Davis vom FC Southampton. Davis ist der einzige Spieler des Teams, der in der englischen Premier League spielt. Dies, obwohl die meisten nordirischen Profis ihr Geld in England verdienen. 15 von den 23 aufgebotenen Spielern Nordirlands spielen in den unteren englischen Ligen. Nicht im Aufgebot steht übrigens Kultstürmer und Youtube-Hit Will Grigg. Seinen Platz im Nationalteam hat er verloren.

Michael O’Neill, der Trainer der Nordiren, ist überzeugt davon, dass sich sein Team durchsetzen wird. O’Neill sagt: «Wir haben einen starken Teamgeist, eine gute Arbeitsethik. Unsere Stärke ist unser Zusammenhalt. Ich denke, wir verdienen es, an der WM in Russland dabei zu sein.» Den Grundstein dazu könnte seine Mannschaft am Donnerstag im Windsor Park in Belfast legen. O’Neill warnt die Schweizer: «Die Atmosphäre dort ist fantastisch, die Fans werden dem Gegner das Leben schwer machen.»

Drei Verletzungen zu einem dummen Zeitpunkt

Das Schweizer Team blieb vor den wichtigen Duellen mit Nordirland nicht von Verletzungen verschont. Abwehrpatron Johan Djourou ist verletzt und fehlt im Aufgebot, Selbiges gilt für Linksverteidiger François Moubandje. Er ist hinter Ricardo Rodriguez jedoch nur zweite Wahl, deshalb ist sein Ausfall wenig entscheidend. Entscheidender ist dagegen der Zustand von Valon Behrami. Der Routinier im zentralen Mittelfeld ist angeschlagen, steht aber im Aufgebot. Auch ein Zeichen dafür, wie wichtig Behrami für die Schweizer Mannschaft ist. Petkovic hat deshalb statt wie üblich 23 Spieler deren 24 aufgeboten.

Nicht mit dabei ist Eren Derdiyok. Der Stürmer ist bei Galatasaray nur noch zweite Wahl und wurde deshalb nicht aufgeboten.

  • Yann Sommer: In seinem Club, bei Borussia Mönchengladbach, erlebt Sommer derzeit viele Auf und Abs. Nach einem souveränen Sieg verliert man das nächste Spiel hoch. Am Samstag gab es ein Unentschieden gegen Mainz. Aber in der Nationalmannschaft ist der Fall für den 28-Jährigen klar: Yann Sommer ist zwischen den Pfosten gesetzt. (© Gaëtan Bally / Keystone)
  • Roman Bürki: In Dortmund ist der ehemalige GC-Keeper nicht unumstritten; nach schwachen Leistungen in der Champions League steht er in der Kritik. Als Zeichen hat Dortmund den Vertrag mit Bürki verlängert. In der Nationalmannschaft ist Bürki die klare Nummer zwei. Dahinter steht mit Marwin Hitz von Augsburg ein weiterer Bundesliga-Keeper bereit. (© Peter Schneider)
  • Denis Zakaria: Sein Einstand bei Borussia Mönchengladbach war fulminant. Für rund 12 Millionen Franken wechselte er im Sommer von den Young Boys in die Bundesliga und erfüllte alle Erwartungen. Er stand fast immer in der Startelf und ist bereits zu einem Leistungsträger gereift. In dieser Form kann der 20-Jährige auch der Nationalmannschaft weiterhelfen. (© Alessandro della Valle)

Zwei Spiele entscheiden darüber, ob die Schweiz im nächsten Sommer an der Weltmeisterschaft spielen darf. In der Barrage gegen Nordirland spielt die Schweiz am Donnerstag (20.45) in Belfast und am Sonntag (18.00) in Basel. Ein Formcheck bei den aufgebotenen Spielern.


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