Premier League: Gleiche Favoriten – mit immer mehr Geld

FUSSBALL ⋅ Die englische Premier League schwimmt mehr im Geld denn je. Die 20 Vereine rüsten ihre Kader für rund 1,2 Milliarden Pfund auf. Die Favoriten auf den Meistertitel bleiben dennoch die gleichen: Sie kommen aus Manchester und London.
11. August 2017, 08:13

Stefan Baumgartner (SDA)

Zwischen 2016 und 2019 erhält die umsatzstärkste Liga der Welt weit über acht Milliarden Pfund für die Fernsehrechte in Grossbritannien und im Ausland. Entsprechend üppig machen die Vereine mit. Chelsea spülte der Meistertitel mal eben 150,9 Millionen in die Klubkasse, selbst Absteiger Sunderland erhielt mehr Geld (93,5) als der vorletzte Meister Leicester. 17 der 20 Vereine partizipierten mit über 100 Millionen Pfund, ein Jahr davor hatte nur Arsenal in dreistelliger Millionenhöhe verdient.

Auf dem Transfermarkt betätigten sich vor allem die beiden Klubs aus Manchester. United (146 Millionen) und City (217) kauften für fast ein Drittel der Liga-Gesamtausgaben von 1,2 Milliarden Pfund neue Spieler.

Guardiola und Mourinho unter Zugzwang

City-Trainer Pep Guardiola möbelte die Defensive auf, so verpflichtete er unter anderem den brasilianischen Torhüter Ederson (von Benfica), Danilo (Real Madrid), Benjamin Mendy (Monaco) und Kyle Walker (Tottenham). Guardiola setzt neu auf eine Dreierabwehr, die schon stark besetzte Offensive wurde mit Monacos Bernardo Silva ergänzt.

Auch Uniteds Trainer José Mourinho geht in seine zweite Saison, diesmal wird das Argument «Übergangsjahr» nicht zählen. Mourinho (in Lindelöf, Matic, Lukaku) hat wie Chelseas Antonio Conte (Rüdiger, Bakayoko, Morata) in je einen Spieler pro Mannschaftsteil investiert.

Meistertrainer Conte möchte mit Chelsea den «Mourinho-­Effekt» verhindern. So nannte er die Implosion, die 2015/16 nach dem verpatzten Saisonstart noch vor Weihnachten zur Entlassung des Portugiesen geführt hatte. Doch auch Conte dürfte wissen, dass Mourinho mit seinen letzten beiden Klubs Chelsea und Real Madrid jeweils in der zweiten Saison den Titel geholt hat.

Wenig Neues bei Arsenal und Tottenham

Konkurrenz dürften die Klubs aus Manchester primär aus London zu erwarten haben. Der Kern des zweitklassierten Tottenham blieb mit Ausnahme von Kyle Walker (zu City) beisammen, Neuverpflichtungen haben die «Spurs» keine einzige getätigt.

Arsenal steigt in seine 21. Saison unter Trainer Arsène Wenger. Die «Gunners» werden unter dem Elsässer erstmals nicht in der Champions League vertreten sein. Vielleicht hat dieser Fakt Wenger dazu bewogen, die Mannschaft nur punktuell zu verstärken. Innenverteidiger Sead Kolasinac und Stürmer Alexan­dre Lacazette sind geschickte Transfers für das Team mit noch immer grossem Potenzial.

Auch Liverpool hat sich nicht am Wettrüsten beteiligt. Nennenswerte Abgänge gab es bis auf Lucas Leiva keinen, mit dem einstigen Basler Mohamed Salah stiess ein Hochkaräter dazu. Die «Reds» werden ihren Platz in den Top 4 unter anderem gegen Lokalrivale Everton, der 86 Millionen Pfund in neue Spieler (unter anderem Wayne Rooney) investiert hat, verteidigen müssen.

Ein Blick auf die letzten zwei Saisons gibt den auf dem Transfermarkt defensiv agierenden Klubs recht. Mit Leicester und Chelsea wurden zuletzt zwei Mannschaften Meister, die einiges investiert, aber nicht das halbe Kader ausgewechselt hatten.

Premier League

1. Runde. Heute. 20.45 Uhr: Arsenal – Leicester. – Samstag. 13.30: Watford – Liverpool. – 16.00: Crystal Palace – Huddersfield. Chelsea – Burnley. Everton – Stoke. Southampton – Swansea. West Bromwich – Bournemouth. – 18.30: Brighton & Hove – Man City. – Sonntag. 14.30: Newcastle – Tottenham. – 17.00: Man United – West Ham.


Leserkommentare

Anzeige: