Lionel Messi erholt sich schnell vom Schock

FUSSBALL ⋅ Lionel Messi erlöst Argentinien in der Südamerika-WM-Qualifikation mit einem Dreierpack gegen Ecuador. Dafür bleibt Copa-Libertadores-Champion Chile bei der «Finalissima» auf der Strecke.
12. Oktober 2017, 07:41

Heiner Gerhardts (SID), Quito

sport@luzernerzeitung.ch

Lionel Messi hüpfte umringt vom Team über den Platz. Dann verschwand La Pulga, der Floh, in einem Pulk aus Kameras, ehe das weiss-blau gestreifte Trikot mit der magischen Rückennummer 10 in den Block der ausgelassen feiernden argentinischen Fans flog. Der fünfmalige Weltfussballer Messi ist bei der WM-Endrunde in Russland dabei, in seinem Sog auch der zweimalige Champion Argentinien.

«A la altura de Dios», auf der Höhe Gottes, brachte es wie immer das heimische Sportblatt «Ole» auf den Punkt. Gemeint waren damit nach Messis Drei-Tore-Gala beim 3:1 (2:1) in Ecuador vordergründig die 2850 Meter über dem Meeresspiegel im Spielort Quito, aber auch die Erleichterung über die wohl erreichte Gleichstellung mit Diego Maradona, dessen Hand Gottes die Gauchos 1986 in Mexiko zum zweiten WM-Titel geführt hatte.

«Die letzte Ansprache war, dass wir alle Messi zur WM führen müssen. Eine WM ohne ihn wäre undenkbar gewesen», betonte der in seinem vierten Pflichtspiel für Argentinien erstmals siegreiche Nationaltrainer Jorge Sampaoli. Am Ende war es umgekehrt. Weil der Barcelona-Star sich als Erster vom Schock-Gegentor nach nur 38 Sekunden durch Romario Ibarra erholte und dann gegen die ohne WM-Chance angetretenen Hausherren Katz und Maus spielte.

Auch Neymar gratuliert seinem Freund Messi

Sein Dreierpack (12., 20., 62.) verhinderte ein historisches Debakel des Vizeweltmeisters, dem als Tabellensechster vor der «Finalissima» der südamerikanischen WM-Qualifikation erstmals seit 47 Jahren (1970 in Mexiko) das Verpassen einer Endrunde drohte. «Die Seleccion wird sich steigern, wird eine andere sein», versprach der 30-Jährige Messi, der monatelang gegenüber der heimischen Presse geschwiegen hatte.

Sein ehemaliger Barcelona-Teamkollege, der brasilianische Superstar Neymar, gratulierte dem einmal mehr überragenden Magier der Gauchos aus São Paulo: «Ich freue mich für meinen Freund.»

Dagegen blieb am letzten «Eliminatorias»-Spieltag der amtierende Südamerika-Meister Chile mit Bayern-Star Arturo Vidal nach einem 0:3 (0:0) beim zuvor bereits qualifizierten Rekord-WM-Champion Brasilien auf der Strecke. Uruguay mit einem 4:2 (2:1) gegen Bolivien und Kolumbien dank eines Treffers des Münchners James beim 1:1 (0:0) in Peru sicherten sich ebenfalls ein Direktticket für das Turnier im kommenden Jahr.

WM-Qualifikation

Südamerika, 18. Runde: Ecuador – Argentinien 1:3. Brasilien – Chile 3:0. Uruguay – Bolivien 4:2. Paraguay – Venezuela 0:1. Peru – Kolumbien 1:1.

Rangliste: 1. Brasilien* 18/41. 2. Uruguay* 18/31. 3. Argentinien* 18/28. 4. Kolumbien* 18/27. 5. Peru** 18/26. 6. Chile 18/26. 7. Paraguay 18/24. 8. Ecuador 18/20. 9. Bolivien 18/14. 10. Venezuela 18/12.

* für WM-Endrunde qualifiziert

** Barrage

Ecuador – Argentinien 1:3 (1:2)

Quito. – 35 000 Zuschauer. – Tore: 1. (0:37) Romario Ibarra 1:0. 12. Messi 1:1. 20. Messi 1:2. 62. Messi 1:3. – Argentinien: Romero; Mercado, Mascherano, Otamendi; Salvio (90. Fazio), Perez, Biglia, Acuña; Messi, Benedetto (76. Icardi), Di Maria (84. Paredes).

Brasilien – Chile 3:0 (0:0)

São Paulo. – 41 008 Zuschauer. – Tore: 55. Paulinho 1:0. 57. Gabriel Jesus 2:0. 93. Gabriel Jesus 3:0. – Brasilien: Ederson; Alves, Marquinhos, Miranda, Alex Sandro; Casemiro; Coutinho (87. Firmino), Paulinho, Augusto (82. Fernandinho), Neymar (85. Willian); Gabriel Jesus.

Peru – Kolumbien 1:1 (0:0)

Tore: 56. James Rodriguez 0:1. 76. Guerrero 1:1.

Uruguay – Bolivien 4:2 (2:1)

Tore: 24. Silva (Eigentor) 0:1. 39. Caceres 1:1. 42. Cavani 2:1. 60. Suarez 3:1. 76. Suarez 4:1. 79. Godin (Eigentor) 4:2.

Paraguay – Venezuela 0:1 (0:0)

Tor: 84. Herrera 0:1. – Bemerkungen: 89. Rote Karten gegen Gomez (Paraguay) und Wilker (Venezuela/gegenseitige Tätlichkeit).


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