Juve noch nicht Meister

ITALIEN ⋅ Die Roma bremst Juventus beim 3:1 zwar, aufzuhalten wird der Serienmeister kaum sein. Es ist nicht anzunehmen, dass der Titelhalter die Reserve von vier Punkten in den letzten zwei Spielen verspielt.
Aktualisiert: 
14.05.2017, 22:15
14. Mai 2017, 18:08

Fünf Tage nach der zweiten Final-Qualifikation in der Champions League innerhalb von zwei Jahren erlitt Juventus einen überraschenden Rückschlag. Die Turiner Dominatoren müssen ihre sechste Meisterfeier hintereinander wegen der ersten Meisterschaftsniederlage seit dem 15. Januar (1:2 gegen Fiorentina) zumindest aufschieben, die Roma hat die Differenz zwei Runden vor Schluss auf vier Punkte verkürzt.

Die beste Squadra der 119-jährigen Juve-Geschichte beschränkte sich im Olimpico gegen den aufgeputschten Herausforderer zu früh auf das Minimum. Die Römer nutzten die Gunst der passiven Meisterstunde und stürmten nach der Pause in beeindruckender Manier zur Wende. Stephan El Shaarawy war beim kursweisenden 2:1 vom Glück begünstigt, dass der wenig später ersetzte Schweizer Verteidiger Stephan Lichtsteiner den Ball entscheidend touchierte.

Innerhalb von 40 Minuten schaffte die Nummer 2 der italienischen Liga, wofür die teilweise hoch dotierte Konkurrenz auf europäischer Ebene zwölf Partien benötigt hatte: drei Tore gegen jene Mannschaft, welche die Balance zwischen Angriff und Verteidigung in der Regel so gut kaum eine andere Equipe beherrscht - notabene ohne den verletzten Topskorer Edin Dzeko.

So imposant die Performance der Roma war, der erste Scudetto seit 2001 bleibt vermutlich ein Wunschtraum. Die Reserve von vier Punkten dürfte dem Turiner Branchenprimus kaum mehr entgleiten. Es ist eher damit zu rechnen, dass der Leader am nächsten Sonntag gegen den Drittletzten Crotone Verpasstes nachholen wird. Die Bilanz im eigenen Stadion ist seit dem Auftakt der bald sechsjährigen Erfolgsära zu gut. Nur drei ihrer letzten 113 Heimspiele hat die Juve verloren.

Inters Blamage und Napolis Crescendo

Inter, seit acht Runden sieglos, versinkt in der Schlussphase der Meisterschaft im Chaos. Fünf Tage nach der dritten Trainerentlassung unterlagen die Mailänder im San Siro Sassuolo 1:2 und zum vierten Mal in Folge. Die erbosten Tifosi verliessen nach Pietro Iemmellos zweitem Treffer das Stadion. Auf diametral anderem Level spielt Napoli. Die Süditaliener zerlegten Torino in Einzelteile. Vier ihrer fünf Treffer schossen die Gäste zwischen der 60. und 78. Minute. Durch den Sieg der Roma verpasste Napoli aber den Sprung auf den 2. Platz, der zur direkten Teilnahme an den Champions-League-Gruppenspielen berechtigt.

Telegramme und Rangliste

Roma - Juventus 3:1 (1:1). - 53'023 Zuschauer. - Tore: 21. Lemina 0:1. 25. De Rossi 1:1. 56. El Shaarawy 2:1. 65. Nainggolan 3:1. - Bemerkungen: Juventus mit Lichtsteiner (bis 64.)

Inter Mailand - Sassuolo 1:2 (0:1). - 42'222 Zuschauer. - Tore: 36. Iemmello 0:1. 50. Iemmello 0:2. 70. Eder 1:2.

Torino - Napoli 0:5 (0:1). - 20'500 Zuschauer. - Tore: 7. Callejon 0:1. 60. Insigne 0:2. 72. Mertens 0:3. 76. Callejon 0:4. 78. Zielinski 0:5.

Crotone - Udinese 1:0 (1:0). - 7500 Zuschauer. - Tor: 18. Rohden 1:0. - Bemerkung: Udinese mit Widmer.

Resultate: Inter Mailand - Sassuolo 1:2. Cagliari - Empoli 3:2. Bologna - Pescara 3:1. Crotone - Udinese 1:0. Sampdoria Genua - Chievo Verona 1:1. Torino - Napoli 0:5. Palermo - Genoa 1:0. AS Roma - Juventus Turin 3:1.

Rangliste: 1. Juventus Turin 36/85. 2. AS Roma 36/81. 3. Napoli 36/80. 4. Lazio Rom 36/70. 5. Atalanta Bergamo 36/66. 6. AC Milan 36/60. 7. Fiorentina 36/59. 8. Inter Mailand 36/56. 9. Torino 36/50. 10. Sampdoria Genua 36/47. 11. Udinese 36/44. 12. Cagliari 36/44. 13. Chievo Verona 36/43. 14. Sassuolo 36/43. 15. Bologna 36/41. 16. Genoa 36/33. 17. Empoli 36/32. 18. Crotone 36/31. 19. Palermo 36/23. 20. Pescara 36/14. (sda)


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