Sachliche Diskussion über heisses Thema

FUSSBALL ⋅ An einem Workshop haben sich Klubvertreter der Bundesliga mit Schiedsrichtern und Verbandsfunktionären über den Videobeweis ausgetauscht. Sie wollen künftig an einem Strang ziehen.
05. Dezember 2017, 09:42

Der zu Saisonbeginn probeweise eingeführte Videobeweis soll in der Bundesliga künftig nicht mehr zum Zankapfel werden. «Wir sitzen alle in einem Boot und wollen nur das Beste für den Fussball. Das ist heute deutlich geworden, und von daher war es ein sehr wichtiger und konstruktiver Austausch», sagte Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler nach einem Workshop gestern in Köln. Nur wenige hundert Meter entfernt vom Video-Assist-Center in Deutz am Rhein, wo schon die eine oder andere diskutable Entscheidung durch die «TV-Schiris» getroffen wurde, hatten der Deutsche Fussball-Bund (DFB) und die Deutsche Fussball-Liga (DFL) die Klubvertreter zu einem Meinungsaustausch eingeladen, der unabhängig von der aktuellen Diskussion über den Videoassistenten geplant war.

«Das waren sehr gute und von allen Seiten offen geführte Gespräche, bei denen alle ihre Standpunkte deutlich gemacht haben. Wichtig war, dass alle für die Probleme des anderen Verständnis und die Bereitschaft gezeigt haben, in Sachen Video­beweis und Videoassistent an einem Strang zu ziehen», sagte der bei der DFL mit dem Spielbetrieb beauftragte Direktor Ansgar Schwenken.

Es wird auch in Zukunft Gesprächsstoff geben

Das bekräftigte auch Bundesliga-Referee Patrick Ittrich: «Es ist gut, die zwangsläufig verschiedenen Standpunkte und Sichtweisen mal in Ruhe zu diskutieren. In der Hektik kurz nach einem Spiel ist so etwas ja naturgemäss nicht möglich. Von daher war das ein sehr positives Treffen, das ­regelmässig stattfinden sollte.»

So sah es auch Manager Christian Heidel (Schalke 04). «Ich habe noch nie so sachlich und harmonisch über dieses Thema diskutiert. Wir haben viel aus der Sicht der Schiedsrichter erfahren und die Referees von unseren Bedenken. Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.» Völler räumte ein, dass man als Klubvertreter nicht bei allen Punkten derselben Meinung wie die Unparteiischen oder die Verbandsvertreter sei und es auch künftig Gesprächsstoff geben werde. Aber trotz aller Kontro­versen sei der Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft mit dem Videobeweis deutlich herausgearbeitet worden.

DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich stellte nach 14 Spieltagen klar: «Die Spiele haben gezeigt, dass der Videoassistent ein absoluter Mehrwert für die Bundesliga ist, wenn er korrekt und nur bei klaren Fehlentscheidungen eingesetzt wird. So wird der Fussball gerechter.» (sid)


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