Tuchel ist wohl neuer PSG-Trainer

FUSSBALL ⋅ Der Wechsel von Thomas Tuchel zu Paris St-Germain ist angeblich perfekt. Der frühere Dortmund- Trainer soll für zwei Jahre mit Option unterschreiben. Bei PSG hat er namhafte Konkurrenten ausgestochen.
10. April 2018, 08:11

Raphael Gutzwiller

raphael.gutzwiller@luzernerzeitung.ch

Nun sollen also die Würfel um die Zukunft von Thomas Tuchel (44) gefallen sein. Der Deutsche wird neuer Trainer des französischen Spitzenklubs Paris St-Germain, vermeldeten gestern diverse Medien. Der früherer Trainer von Borussia Dortmund und Mainz 05 soll ab Sommer einen Vertrag für zwei Jahre mit Option auf eine weitere Saison erhalten.

Tuchel wird beim Team um den derzeit verletzten Superstar Neymar Nachfolger von Unai Emery, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Emery ist mit PSG bereits im Achtelfinal in der Champions League ausgeschieden. Offiziell bestätigte PSG den neuen Trainer noch nicht. Der Leader der französischen Ligue 1 will demnach auf die definitive Entscheidung um die Meisterschaft warten. PSG hat 14 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten AS Monaco.

Die Bayern haben es sich mit Tuchel verzockt

Lange galt Tuchel als grosser Favorit auf den Trainerposten von Bayern München. Die Verantwortlichen der Münchner haben es sich aber offenbar mit dem ehemaligen BVB-Trainer verzockt. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic wollten Tuchel von einem Engagement überzeugen, ein konkretes Angebot hatte Tuchel jedoch nie erhalten. Dies lag insbesondere an Uli Hoeness. Der Bayern-Boss hatte angesichts seiner Hoffnung auf einen Verbleib des derzeitigen Trainers Jupp Heynckes der Personalie Tuchel nicht zugestimmt.

Thomas Tuchel wurde Medienberichten zufolge derweil auch bei den englischen Topvereinen Arsenal und Chelsea gehandelt. Der einstige Mainzer Trainer, der in seiner Spielerkarriere nie höher als in der 2. Bundesliga gespielt hatte, habe die Verantwortlichen von Paris in diversen Gesprächen überzeugt, hiess es bei Sportbuzzer und beim Sportnachrichtenportal ESPN. PSG-Boss Nasser al Khelaifi hatte eigentlich einen namhafteren Trainer bevorzugt. Auf seiner Liste standen neben Tuchel Massimiliano Allegri (Juventus Turin), Antonio Conte (Chelsea) und Luis Enrique (zuletzt FC Barcelona). PSG-Sportdirektor Antero Henrique hat sich zudem für seinen portugiesischen Landsmann André Villas-Boas (u. a. ex Chelsea) stark gemacht.

Dass Tuchel sich gegen diese grossen Namen durchsetzen konnte, liegt gemäss ESPN an der Fürsprache von Katars Staatsoberhaupt Hamad Al Thani. Er ist Besitzer der Qatar Investment Authority, die 70 Prozent der Anteile an PSG hält. Al Thani sollen Tuchels Erfolg und Spielweise in Dortmund überzeugt haben sowie dessen Ruf als taktisches Genie. Dass Tuchel fliessend französisch spricht, sei ebenfalls gut angekommen.


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