Unruhe bei Bayern München

DEUTSCHLAND ⋅ Zum Oktoberfest-Start ist Bayern München nicht in Wiesn-Laune. Die Stimmung beim Rekordmeister ist nach brisanten Interviews, vernachlässigten Vereinsikonen und Ego-Trips der Stars angespannt.
16. September 2017, 05:00

Auch sportlich ist noch nicht alles so, wie sie es sich in München gewohnt sind. In der Tabelle liegen die Münchner nach der Niederlage in Hoffenheim nur auf Platz 6, Trainer Carlo Ancelotti muss sich Kritik am Ist-Zustand seiner Mannschaft gefallen lassen.

"Das Wichtigste ist, das Spiel zu gewinnen. Danach haben wir Zeit, um das Oktoberfest zu feiern", sagte Ancelotti. Während dem Oktoberfest sind die Bayern traditionell stark, gerade zuhause. Im Münchner Lager hofft man auf Festwochen, die auch auf die Leistung und dem Gemeinsinn der Bayern-Profis stimulierend sind.

Nach dem Trikotwurf des wütenden Franck Ribéry bei dessen Auswechslung beim 3:0 gegen Anderlecht in der Champions League erinnerte Ancelotti alle Akteure an den internen Verhaltenskodex "Ich hoffe, dass meine Spieler die Regeln respektieren", sagte er. Mit Ribéry hat er ein Gespräch geführt. "Alles gut, es gibt keine Probleme."

Der 58-jährige Italiener wehrte sich jedenfalls gegen die seiner Ansicht nach übertriebene Miesmacherei. "Wir sind weder ganz oben noch ganz unten. Wir haben die Möglichkeit, es schnell besser zu machen. Wir werden bald top sein", sagte Ancelotti.

Nun treffen die Münchner ausgerechnet mit Mainz (und Fabian Frei) auf das Team, dass ihnen zur Wiesn-Zeit die letzte Niederlage zufügte. Am 25. September 2010 verloren die Bayern mit 1:2 in der heimischen Arena. Die Hoffnungen liegen jedoch auf Robert Lewandowski, der den Gegnern während des Festes elf Mal einschenkte. Diese Bilanz übertrifft nur Gerd Müller, der während des Oktoberfests 18 Tore in Heimspielen erzielte.

Köln und Leverkusen unter Druck

Bereits unter Druck steht der 1. FC Köln. Nach der Euphorie am Ende der letzten Saison aufgrund der ersten Europacup-Qualifikation nach einem Vierteljahrhundert ist nach nur drei Runden zumindest in der Meisterschaft Ernüchterung eingekehrt - nachdem unter der Woche mehr als 15'000 Fans die Mannschaft nach London zum Europa-League-Spiel gegen Arsenal (1:3) begleitet hatten. Die Mannschaft von Peter Stöger ist als einziges Team der Liga noch ohne Punkt - und nun folgt am Sonntag das Gastspiel bei Leader Dortmund mit Roman Bürki.

Ebenfalls alles andere als ein Start nach Mass gelang Bayer Leverkusen. Die Leverkusener (mit Admir Mehmedi) sind unter Trainer Heiko Herrlich in der Meisterschaft noch sieglos. Um die aufkommende Unruhe im Keim zu ersticken, braucht der ehemalige Stürmer und seine Mannschaft im Duell gegen das ebenfalls noch sieglose Freiburg einen Sieg. (sda)


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