Wirbel beim FC Bayern München

DEUTSCHLAND ⋅ Ein kritisches Interview von Robert Lewandowski sorgt beim FC Bayern München kurz vor dem Start in die Champions League für Ärger. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ist sauer auf den Topstürmer.
11. September 2017, 08:54

"Ich bedauere seine Aussagen", sagte Rummenigge der "Bild"-Zeitung. "Schon in der Rückrunde hatte er nach dem Spiel gegen Freiburg unzutreffende Vorwürfe gegen die Mitspieler erhoben, dass er nicht genügend unterstützt worden wäre."

Der Pole Lewandowski hatte zuvor im "Spiegel" in einem nicht vom Verein autorisierten Interview die Transferpolitik der Münchner kritisiert. Der Pole forderte seinen Arbeitgeber auf, mehr Geld als bisher für Top-Neuzugänge auszugeben und erklärte, Transfersummen wie die 41,5 Millionen Euro für Corentin Tolisso seien im internationalen Vergleich "eher Durchschnitt als Spitzenwert".

Rummenigge hält Lewandowskis Berater Maik Barthel für den Initiator des Interviews. "Das Interview ist bewusst am FC Bayern vorbei organisiert worden. Er schadet damit Robert", sagte Rummenigge. Über eine mögliche Strafe für den Topstürmer äusserte sich der 61-Jährige nicht. Sportdirektor Hasan Salihamidzic habe aber bereits ein Gespräch mit Lewandowski geführt. "Wer öffentlich den Trainer, den Verein oder die Mitspieler kritisiert, kriegt ab sofort Stress mit mir persönlich", fügte Rummenigge hinzu.

Damit warnte er auch den Internationalen Thomas Müller, der sich zuletzt nach dem Spiel bei Werder Bremen über zu geringe Einsatzzeiten unter Trainer Carlo Ancelotti beschwert hatte. Dies sei "nicht okay" gewesen, sagte Rummenigge. "Bei uns wird derzeit zu schlau dahergeredet, statt sich auf das Fussballspielen zu konzentrieren."

Auch Lewandowskis Unmut über die Werbetouren der Münchner im Sommer konterte der Vorstandschef. Lewandowski hatte die hohe Belastung durch die Reisen nach Asien und in die USA beklagt und zudem bezweifelt, "dass sie für die Vermarktung einen grossen Nutzen haben". Rummenigge indes bemerkte: "Wenn Lewandowski sich über die Asien-Reise beschwert, die wir machen, sollte er wissen, dass sein vermeintlicher Traumverein Real Madrid im Sommer 24 Tage in der Hitze unterwegs war - doppelt so lange wie wir." (sda/dpa)


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