Emmer Befreiungsschlag

FUSSBALL ⋅ Der SC Emmen konnte in der Rückrunde der 2. Liga regional noch nicht überzeugen. Dank dem 2:1-Sieg über den FC Stans schaffte man nun Luft nach hinten.
15. April 2017, 10:03

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Stans-Trainer Toni Durrer hatte schon vor dem Spiel gegen Emmen seine Bedenken und bereitete sein Team auch darauf vor: «Wir sind mit unseren 26 Punkten in einer komfortablen Lage. Emmen hingegen steckt noch mitten im Abstiegskampf. Ich erwarte einen sehr kampfstarken und aggressiven Gegner.» Und so war es denn auch. Das Team um Trainer André Muff war gewillt, den ersten Sieg in der Rückrunde einzufahren. Man machte mit viel Laufarbeit die Räume eng und verhinderte so, dass die Stanser ihr gepflegtes Passspiel aufziehen konnten.

In der 14. Minute ging Emmen mit 1:0 in Führung. Andrej Barbarez versorgte den Ball allein vor Stans-Goalie Manuel Odermatt stehend in die rechte Torecke. Vier Minuten später lachte den Emmern zudem noch das Glück: Der Abschlussversuch von David Lehmann landete am Pfosten. Diese erste Halbzeit war geprägt von einem kampfbetonten Einsatz der Emmer mit viel Speed nach vorne, Stans hingegen versuchte, mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen, was nicht aufging. In der 46. Minute verpasste Andi Fetahaj den Ausgleich. Jan Lippold war dann in der 61. Minute die tragische Figur beim zweiten Emmer Torerfolg. Er lenkte einen Cornerball von Andrej Barbarez ins eigene Tor ab. Doch schon kurz zuvor hätte Janick Janssen das 2:0 realisieren müssen. «Ich wähnte mich eigentlich in einer Abseitsposition und war erstaunt, dass mich der Schiedsrichter nicht zurückpfiff. Allein vor dem Goalie habe ich dann zu lange überlegt, wie ich den Ball reinhauen soll», beschreibt der 30-Jährige sehr agile Mittelfeldspieler seine vergebene Topchance. «Ich war dann aber froh, dass der Ball 20 Sekunden später gleichwohl zum 2:0 im Netz der Stanser zappelte.»

Stanser Treffer kommt zu spät

Emmen blieb seinem Spiel treu, suchte weiterhin die Offensive. «So konnten wir dem Gegner unser Spiel aufzwingen und den Ball wenn immer möglich von unserem Tor fernhalten», erwähnt Janick Janssen die taktische Marschrichtung. Dieser Weg ermöglichte Emmen weitere Chancen: So scheiterte Roman Greter am Stans-Goalie (71.), und der omnipräsente Andrej Barbarez hatte in der 84. Minute mit einem Pfostenschuss Pech. Das Stanser Anschlusstor durch David Lehmann (90.) kam zu spät. Die Emmer feierten in einem trotz viel Kampf und Krampf fair geprägten attraktiven Spiel nicht unverdient den ersten Rückrundensieg.

Man merkte schnell, wer in diesem Match Punkte nötig hatte. «Wir wollten gegen Stans zeigen, was wir als Team auch leisten können. Und diese positiven Seiten haben wir gegen die Stanser auf dem Platz auch umsetzen können», kennt der Versicherungsfachmann den Schlüssel zum 2:1-Erfolg. Und doziert weiter: «Der erste Schritt ist gemacht. Ein Ausruhen dürfen wir uns aber nicht leisten, wenn wir mit einem Abstieg nichts mehr zu tun haben wollen.»

Auf Stanser Seite kam nach der dritten Niederlage in Serie verständlicherweise Frust auf. «Meinem Team fehlte nach den Niederlagen gegen Sarnen und Willisau diejenigen zwei, drei Prozent an Selbstvertrauen, welche für einen Erfolg nötig wären», sinnierte Trainer Toni Durrer nach dem verlorenen Match enttäuscht.


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