Burri auf Abschiedstournee

FUSSBALL ⋅ In der 2. Liga inter beginnt am Samstag die Rückrunde. Nach dieser endet beim FC Hergiswil eine Ära. Trainer Reto Burri nimmt eine Auszeit. Doch zuvor will er sein Team noch auf die sichere Seite führen.
17. März 2017, 07:52

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Dass sich Reto Burri eine Auszeit gönnen will, kam nicht aus heiterem Himmel. Schon zu Beginn dieser Spielzeit zeigte er sich ob der Vorbereitungsphase ernüchtert. «Eine reine Katastrophe», monierte er vor Saisonbeginn. Und liess weiter verlauten: «Ich behaupte, diese Saisonvorbereitung ist wohl meine letzte ...» Er machte seine Behauptung wahr. Diese schlechte Vorsaison zog sich beim FC Hergiswil wie ein roter Faden durch die Vorrunde und gipfelte am drittletzten ­Spieltag mit der Übernahme der «roten Laterne». Dank zwei Siegen gegen Zofingen (3:0) und Eschenbach (2:1) schafften die Hergiswiler noch vor der Winterpause die Wende.

Noch 13 Meisterschaftsspiele lang kann man den leidenschaftlich mitgehenden 41-jährigen Versicherungsfachmann vor der Spielerbank miterleben. Vielfach recht impulsiv: «Wahrscheinlich trifft auch mich eine Schuld, weshalb ich bei einigen Schiedsrichtern auf der schwarzen Liste stehe», meinte er lachend. «Mit dem Älterwerden versuche ich zwar, am Spielfeldrand etwas gelassener aufzutreten. Doch wenn ich mein Team benachteiligt sehe, muss ich meinem Ärger Luft verschaffen.» Diesen Ärger kann sich Reto Burri in Zukunft ersparen: Nach elf Saisons verlässt der ehemalige Spieler von Luzern, Aarau, Sion, Zürich, den Young Boys und Kriens den FC Hergiswil, mit dem er insbesondere im Cup für etliche Highlights sorgen konnte.

Von einem Abstieg wird nicht gesprochen

In den noch anstehenden Partien hat er als abtretender Trainer nur ein Ziel vor Augen und moniert: «Eine Garantie gibt es zwar nicht. Doch mit einem Abstieg wollen wir nichts zu tun haben.» Doch auch die Vorbereitung auf die Rückrunde war für Reto Burri «nicht das Gelbe vom Ei». Ermunternd ist aber, dass «im Gegensatz zum Saisonbeginn die Spieler diesmal immerhin körperlich fit sind», weiss er zu berichten. «Wir haben unsere Defizite aus der Vorrunde mit guten Gesprächen ausdiskutiert und Baustellen weggeräumt.» Eine Larifari-Stimmung, wie in der Vorrunde erlebt, sollte also nicht mehr aufkommen.

Die Ausgangslage vor dem Rückrundenstart gegen Vedeggio Calcio (Samstag, 18.00, Campo Comunale, Cadempino) bleibt in dieser ausgeglichenen 2.-Liga-inter-Gruppe recht delikat. Die Aufgaben werden für die auf dem 9. Rang liegenden und nur einen Punkt von einem Abstiegsplatz überwinternden Hergiswiler kein Zuckerschlecken. Dessen ist sich Reto Burri bewusst: «Niemand will absteigen, auch wir nicht. Doch um von hinten herauszukommen, braucht es genau den totalen Einsatz, den meine Spieler gegen Ende der Vorrunde hingelegt haben. Wenn das Engagement stimmt, sehe ich den kommenden Spielen optimistisch entgegen.»


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