Zuger Cup-Aus nach Leistungsabfall

FUSSBALL ⋅ Der Trainerwechsel von Mark Adams zu Roland Widmer bringt (noch) nicht die erhoffte Wende. Zug 94 verliert gegen Düdingen 0:2.
19. März 2017, 11:07

Die 171 Zuschauer, die sich trotz des garstigen Wetters auf der Zuger Hertiallmend einfanden, waren gespannt, wie sich ihr Team unter dem erstmaligen Coaching von Roland Widmer im Cupspiel gegen den SC Düdingen ver­halten würde. Die beiden im 4-4-1-1-System agierenden Teams liessen von Beginn an erkennen, dass sie nicht gewillt waren, dem Gegner ins offene Messer zu laufen. Die Zuger waren zwar spielbestimmend, aber ausser einer Grosschance in der Startminute und einer guten Abschlussmöglichkeit, die Ruben Burkard kurz vor der Halbzeitpause vergab, wickelte sich das Geschehen vorwiegend im Mittelfeld ab. Widmer befand hinterher: «Mit der Leistung von meiner Mannschaft in der ersten Halbzeit bin ich zufrieden.»

Weniger zufrieden war er, wie sich sein Team nach rund einer Stunde verhielt, als Düdingen plötzlich einen Zacken zulegte. Es war nicht nur das Selbstvertrauen der Zuger, das merklich sank. Die Laufbereitschaft einiger Spieler nahm derart stark ab, dass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis die Gäste in Führung gehen würden. Und tatsächlich: In der 80. Minute schlug es erstmals hinter dem erst 18-jährigen Zuger Keeper Alexander Elsener ein, der das Tor anstelle der verletzten Stammkeeper Georgios Marinis und Dean Santangelo ­hütete. Als Torschütze liess sich der in der 66. Minute eingewechselte Christoph Catillaz feiern. Die Platzherren versuchten nochmals zu reagieren, aber ihnen fehlte die Kraft, um das drohende Cup-Aus verhindern zu können. Als Ermin Gigic Düdingen in der 85. Minute gar 2:0 in Front schoss, war dies die Entscheidung. Anzumerken ist, dass den jungen Zuger Keeper an beiden Gegentoren keine Schuld trifft.

Widmer hat wichtige Erkenntnisse gewonnen

Roland Widmer meinte nach dem Schlusspfiff: «Für mich war es keine einfache Situation, meine Mannschaft nach nur einer Trainingseinheit richtig einzuschätzen. Nun habe ich wichtige Erkenntnisse gewonnen, wo der Hebel angesetzt werden muss. Der markante Leistungsabfall nach rund einer Stunde ist das eine, die nachlassende Disziplin ist das andere.» Seine Mannschaft müsse mutiger werden und nicht resignieren, wenn sie in Rückstand gerate. Lobende Worte fand Widmer zu Recht für seinen jungen Torhüter und für die vorzügliche Arbeit von Goalie­trainer Marco Egli. Düdingen-Trainer Martin Lengen gestand: «In der 1. Halbzeit war Zug 94 das deutlich bessere Team. Dass wir uns im zweiten Durchgang zu steigern und zu gewinnen vermochten, freut mich sehr. Nun hoffen wir, im Cup einen attraktiven Gegner aus der Super-League zugelost zu bekommen.»

Der Zuger Sportchef Dusan Ilic verriet: «Nach der Entlassung von Trainer Mark Adams haben wir mit einigen Nachfolgekandidaten Gespräche geführt. Dabei hat uns Roland Widmer am meisten überzeugt. Er kennt den Zuger Fussball, und wir sind überzeugt, dass er in jeder Beziehung zu uns passt und die richtigen Massnahmen treffen wird, um den Ligaerhalt realisieren zu können.» Dusan Ilic wird gefallen, dass Widmer betont: «Ich liebe Herausforderungen.»

Martin Mühlebach

sport@zugerzeitung.ch


 

1. Liga Cup

2. Qualifikationsrunde: Yverdon Sport – Schötz 1:2. Zug 94 – Düdingen 0:2. Stade-Lausanne-Ouchy – Fribourg 5:1. Baden – Bellinzona 2:1. Wettswil-Bonstetten – Thalwil 2:0. Oberwallis Naters – Echallens Région 0:2. Black Stars – Delémont 2:3. Lancy – Münsingen 1:3. Bassecourt – Seefeld ZH 3:2. – Heute: Muri AG – Locarno (14.30). – Die Sieger qualifizieren sich für die erste Cup-Hauptrunde 2017/18.


Leserkommentare

Anzeige: