FC Sarnen trifft wieder

FUSSBALL ⋅ Beim FC Sarnen (2. Liga inter) hat man die Ladehemmungen im Match gegen den FC Perlen-Buchrain abgelegt. Verdienter 3:1(1:0)-Sieg für die Obwaldner.
11. September 2017, 07:38

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung im Lager des FC Sarnen gross. Erstens hatte das Team von Trainer Ricardo Pereira dank des 3:1-Siegs über den FC Perlen-Buchrain weitere drei Punkte auf dem Konto. Zweitens durften die Sarner Spieler endlich wieder Torerfolge bejubeln. Luca Vogel prophezeite es: «Gegen Perlen wird der Knoten platzen!» Es brauchte aber fast eine halbe Stunde Anlaufzeit, ehe die dominierenden Sarner das 1:0 bejubeln konnten. In der 24. Minute brach Dominic Ineichen, nach einer massgeschneiderten Flanke von Marcel Bühler, mit einem Hechtköpflertor den Bann. Es war ein unterhaltsames, gutes Spiel, denn beide Teams suchten die Offensive. Sarnen etwas zwingender, der Gast aus Perlen gefällig, aber zu wenig konsequent. Die Ausfälle von Topskorer Michael Budmiger (Zehenbruch) und des abwesenden Dario Wiederkehr schwächten die Perler Offensive merklich.

Die vermeintliche Vorentscheidung fiel zehn Minuten nach der Pause. Dominic Ineichen spielte den Ball genau in den Lauf des agilen Filipe Da Costa, der souverän zum 2:0 skorte. Der Torschütze selbstbewusst: «Ich war mir sicher, dass mir dieses Tor gelingt.» Doch das kampfstarke Team um Trainer Saba ­Velic gab noch nicht auf. «Wir stellten auf eine Dreier-Abwehrkette um und konnten so mehr Druck nach vorne entwickeln», begründet Michael Steiner die stürmisch angelegte Schluss­phase seines Teams. Der Erfolg liess nicht lange auf sich warten: Auf Vorarbeit von Kilian Wiederkehr gelang Ardon Graishta (72.) der 1:2-Anschlusstreffer. Den ersten Ball konnte Sarnens Goalie Norbert Sigrist noch abwehren, gegen den Nachschuss war er dann machtlos. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn währte bei Perlen nur drei Minuten. Nando Omlin löste bilderbuchmässig einen Konter aus. Sein Zuspiel in die Tiefe übernahm Marcel Bühler, der abgeklärt zum 3:1 in die entferntere Ecke einschieben konnte. Der unterhaltsame Match war, trotz noch ein paar kniffligen Situationen im Sarner Strafraum, gelaufen.

Beim FC Perlen-Buchrain, welcher auf vier Stammspieler verzichten musste, argumentierte man nach dieser Niederlage sachlich, aber auch selbstkritisch. «Wir konnten die personellen Ausfälle nicht verkraften. Zudem kassierten wir die ersten beiden Gegentore nach unnötigen, blöden Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung. Da siehst du als Verteidiger beim Konter gar alt aus», nennt Abwehrspieler Michael Steiner zwei Gründe, weshalb der FC Perlen-Buchrain ohne Punkte die Heimreise antreten musste.

Erfreuter agierte hingegen Sarnens Aussenverteidiger Livio Wirz, der nach einem Jahr Pause (RS und einem fünfmonatigen Sprachaufenthalt in Australien) wieder zum Stammspieler avancierte. «Wir wollten diesen Match unbedingt gewinnen, um den Anschluss nach vorne nicht zu verpassen. Ich glaube, wir haben einen guten Match gespielt und auch verdient gewonnen.» Dass der 20-jährige Berufsmaturand jetzt als Abwehrspieler statt als gelernter Stürmer im Aufsteigerteam seinen Mann stellt, dem misst er keine grosse Bedeutung bei. «Hauptsache, wir haben als Mannschaft Erfolg und den Plausch an unserem Auftreten», stellt Livio Wirz, der schon in der Abstiegssaison seine ersten Einsätze im Sarner Fanionteam hatte, das Teamwohl über das Ego. Dank diesem Sieg konnte sich das Team um Trainer Ricardo Pereira im Mittelfeld festsetzen. «Diese drei Punkte tun uns wirklich gut. Es war von unserer Seite her ein guter Match, obwohl wir gegen Ende der Partie schon noch etwas unter Druck kamen. Aber diese Perler Druckphase hatte seine Gründe ...», meinte er denn auch locker.


Leserkommentare

Anzeige: