Hergiswil und Sarnen beeindrucken

FUSSBALL ⋅ Der FC Hergiswil erreicht in der achten 2.-Liga-inter-Saison mit Rang zwei die beste Vorrundenklassierung. Der FC Sarnen überrascht als Aufsteiger die sogenannten Fussballexperten.
10. November 2017, 09:11

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Er strahlte nach dem 2:1-Derbysieg gegen den FC Sarnen wie ein Marienkäfer, Hergiswil-Präsident Kurt Blättler. «Wunderbar, aber ich musste wieder zittern», säuselte er nach dem gewonnenen Match sichtlich erleichtert. Wunderbar, weil sein FC Hergiswil mit diesem Sieg eine tolle Vorrunde erfolgreich abgeschlossen hat. Diese Leistung war nicht unbedingt vorhersehbar. Denn nach dem Trainerwechsel von Reto Burri zu Marc Odermatt war man gespannt, wie die Mannschaft diesen Wechsel aufnimmt. Im Nachhinein ist diese Fragestellung müssig. Die Truppe hat die neuen Methoden um das Trainergespann Marc Odermatt/Denis Faccenda angenommen und auch ausgespielt. Der 2. Rang mit 24 Punkten (7 Siege, 3 Remis, 3 Niederlagen) ist der verdiente Lohn. Diese Hinrunden-Bilanz ist um so schwerer zu gewichten, weil Hergiswil die 24 Punkte in nur fünf Heim- und dafür acht Auswärtspartien eingespielt hat.

«Zufrieden, Marc Odermatt?» «Jein, ein paar Zähler mehr wären schon noch möglich gewesen.» Er meint insbesondere den mit 1:2 verlorenen Match gegen den Leader SC Goldau (neun Punkte Vorsprung). Oder das bittere 0:1 zu Hause gegen Locarno. Doch über die ganze Vorrunde gesehen habe sein Team nach der Kennenlernphase «eine solide Leistung abgerufen». Insbesondere in der Defensive spielte der FC Hergiswil stark und liess lediglich 15 Gegentore zu. Er kann, zusammen mit dem Staff und der Mannschaft, stolz auf diesen 2. Tabellenrang sein. Denn dieser 2. Platz ist die beste Klassierung nach der Hinrunde in der achtjährigen Hergiswiler 2.-Liga-inter-Geschichte.

FC Sarnen ist in der neuen Umgebung angekommen

Obwohl die 1:2-Derbyniederlage gegen den FC Hergiswil beim FC Sarnen noch schmerzt und nachhallt, ist die Ausbeute der Truppe um Trainer Ricardo Pereira bemerkenswert. Der FC Sarnen legte für einen Aufsteiger eine überraschend starke Hinrunde in der 2. Liga inter hin. Die Sarner haben es verstanden, die «Übergangsphase» in der 2. Liga regional sehr gut zu nutzen. Praktisch mit demselben Kader erarbeitete sich Sarnen eine herausragende Zwischenbilanz. Der 3. Tabellenrang (22 Punkte) mit 7 Siegen, 1 Remis und 5 Niederlagen ist mehr, als man von den Obwaldnern erwarten durfte. Mit fünf Siegen in Folge (7. bis 11. Spieltag) sah sich die Pereira-Truppe zwischenzeitig gar auf einem längeren Höhenflug. Erst Taverne (0:6) und Hergiswil (1:2-Derbyniederlage) konnten den Aufwärtstrend des überraschenden Aufsteigers stoppen.

Sportchef Björn Burch stellte seinem Team denn auch ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. «Ich kann der Mannschaft und dem Staff für diese Leistung nur gratulieren.» Er hatte schon vor dem Saisonstart ein sehr gutes Gefühl, dass das Team in der neuen 2.-Liga-inter-Umgebung gut ankomme. «Mit einem Mittelfeld-Rang habe ich schon gerechnet, aber nicht mit mehr.» Denn die Ausgangslage war gegenüber der Abstiegssaison schon eine bessere. «Die Mannschaft blieb praktisch zusammen. Zudem haben die jungen Spieler an Reife dazugewonnen. Dass in der einen oder anderen Partie die Jungen gleichwohl noch Lehrgeld bezahlen mussten, ist verständlich. Und störende Umstände wie grösseres Verletzungspech blieben praktisch aus», nennt der FCS-Sportchef Gründe für das erfreuliche Vorrundenergebnis.

Hinweis

Cup-Qualifikation 2. Liga inter, 1. Vorrunde: FC Sarnen – SC Zofingen (Samstag, 17.00, Seefeld); FC Hergiswil – FC Dulliken (Samstag, 17.00, Grossmatt).


Leserkommentare

Anzeige: