Vorherrschaft im 2.-Liga-inter-Derby gehört Hergiswil

FUSSBALL ⋅ Die Hierarchie im Unterwaldner Fussball ist geklärt. Der FC Hergiswil gewinnt das fast emotionslos geführte 2.-Liga-inter-Derby gegen den Aufsteiger FC Sarnen verdient mit 2:1.
06. November 2017, 08:41

Ruedi Vollenwyder

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Alles war für ein prickelndes Unterwaldner Derby angerichtet. Die Ausgangslage stimmte und auch die Zuschauerkulisse war Derby-würdig. Der Start fiel denn auch vielversprechend aus. Die Spieler liessen den Ball gekonnt zirkulieren. Von aussen erweckte es gar den Eindruck eines spielerisch hochstehenden Matches. Was fehlte, das waren über die ganze Spielzeit gesehen die fehlenden Torchancen und die zu einem Derby gehörenden Emotionen. Das musste auch Devin Arnold eingestehen: «Ich habe auf dem Spielfeld schon emotionalere Spiele erlebt. Diesmal war’s ein eher ruhiges Derby. Eine gewisse Hektik kam erst gegen Ende der Partie auf.» Devin Arnold war nach einer verpassten Sarner Superchance von Dominic Ineichen (30.) sechs Minuten später dafür verantwortlich, dass der FC Hergiswil mit 1:0 in die Pause gehen konnte. Schlitzohr Silvan Sager kam bei einem übermotivierten Eingreifen von Sarnens Goalie Haris Jasarevic zu Fall. Den gepfiffenen fragwürdigen Penalty verwertete Arnold sicher.

Nach der heissen Nahrin-Publikumssuppe zur Pause liessen sich die ohne Überzeugung auftretenden Sarner kalt erwischen. In der 53. Minute verwertete der spielfreudige Flavio Weber ein herrliches Zuspiel von Florian Eberhard zum 2:0. Als dem eingewechselten Filipe Da Costa in der 78. Minute der 1:2-Anschlusstreffer gelang, kam doch noch Stimmung ins sonst laue Derby. Zum Ausgleich reichte es den Sarnern aber nicht mehr.

Pereiras Emotionen nach dem Schlusspfiff

Hergiswil-Trainer Marc Odermatts Wortspiel unterstreicht den Grund, welcher zu diesem Derby-Ausgang führte: «Wir sind nicht nur ‹der by gsi›, sondern haben auch etwas dafür gemacht, um zu gewinnen.» Stimmt! Der FC Hergiswil hat in diesem Unterwaldner Derby klar mehr Aufwand betrieben, agierte williger als die etwas lethargisch aufgetretenen Sarner. Deren Trainer Ricardo Pereira gab nach Spielschluss denn auch mächtig Gas. Zuerst ärgerte er sich über die Schiedsrichterleistung. Er hinterfragte den kassierten Foulpenalty, bemängelte, dass die Nachspielzeit zu wenig lang ausfiel. Dann bekam sein Team «das Fett» ab: «Unser Auftreten in der ersten Halbzeit war von A bis Z eine reine Katastrophe. Keine Zweikampfstärke, und auch die Laufbereitschaft fehlte. Meine Spieler haben nicht das gespielt, was ich im Vorfeld dieses Derbys von ihnen verlangt habe.» Immerhin, er zeigte sarnenseitig Derby-­typische Emotionen.

Da tönte es von der anderen Seite her schon positiver. Denis Faccenda, der Assistenztrainer der Hergiswiler, der Ideen, welche er im Kopf hat, beim Cheftrainer Marc Odermatt auch einbringen kann, attestierte seinem Team «eine gute Mannschaftsleistung. Der Wille und auch die Erfahrung, dieses Derby unbedingt gewinnen zu wollen, haben den Unterschied ausgemacht.» Er ergänzt: «Wir liessen wenig zu, standen immer nahe am Mann und gewannen so die Zweikämpfe.» Und der sehr gut spielende Devin Arnold meinte aufgestellt: «Schön, dass der Aufstieg von Sarnen diese Derbys wieder möglich machte. Und wenn man dieses Highlight dann noch gewinnt, ist der Sieg wirklich geil.»

Die Vorherrschaft im Unterwaldner Fussball ist also geregelt. Der FC Hergiswil hat den FC Sarnen punktemässig (24) überholt. Aber auch der FC Sarnen kann als Aufsteiger auf eine gelungene Vorrunde zurückblicken. Die eroberten 22 Punkte sind eine sensationelle Ausbeute. Obwohl Ricardo Pereira, wieder etwas ­«heruntergefahren», moniert: «Diese Derby-Niederlage wäre vermeidbar gewesen. Kleine, auch unbeeinflussbare Details, haben über Sieg oder Niederlage entschieden.»

Hinweis

Rangliste auf Seite 25.


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