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Babbel vermisst die Gier – Hyypiä setzt auf Defensive

ZÜRICH ⋅ In den Halbfinals des Schweizer Cups kann der FCZ am Mittwoch (20.45 Uhr) der Super-League-Tristesse entfliehen. Er trifft in Sitten jedoch auf einen Gegner in dessen bevorzugtem Metier. Im zweiten Halbfinal empfängt Luzern den FC Lugano (19.00 Uhr).

Vor dem Gastspiel im Wallis lässt sich Zürichs Trainer Sami Hyypiä vom Sittener «Cup-Mythos» nicht beeindrucken. «Ich weiss, dass Sion noch nie einen Final verloren hat, aber es ist ja erst ein Halbfinal. Wir müssen uns also vor nichts fürchten», sagte er. Tatsächlich ist vor allem Sions Final-Statistik imposant. Hat der 13-fache Cupsieger alle seine Endspiele gewonnen, brauchte er in der Vorschlussrunde immerhin 19 Anläufe für 13 Finaleinzüge.
 
Angesichts der prekären Lage des FCZ in der Meisterschaft will Hyypiä den Fokus nicht allzu sehr von der Meisterschaft abrücken. Zum wiederholten Mal betonte er: «Der Halbfinal ist ein wichtiges Spiel, aber nicht wichtiger als das Heimspiel am Wochenende gegen Thun. Was nützt uns der Cupfinal, wenn wir in der Liga nicht mehr gewinnen sollten?» Als Schicksalsspiel für seine eigene Zukunft beim derzeitigen Vorletzten der Super League sieht der ruhige Finne die Partie nicht: «Klar, am Ende wird der Trainer an den Resultaten gemessen. Aber der Präsident sieht zum Glück auch meine tägliche Arbeit im Training.»
 
Für Hyypiä führt der Weg zum Erfolg auch im Wallis über eine solide Defensive: «Darauf lässt sich aufbauen. Ich mag kein Wild-West.» Weil die Mannschaft auch dank Neuzugang Leonardo Sanchez in der Abwehr stabiler wurde, ist er überzeugt: «Wir sind besser als noch vor ein paar Monaten.»
 
In der Offensive verfiel der FCZ aber jüngst in alte Muster, bekundete Mühe damit, Chancen zu kreieren (wie beim 0:1 gegen die Young Boys) oder diese zu verwerten (wie beim 0:0 gegen Lugano). «Die Flanken fanden zu oft keine Abnehmer», erkannte Hyypiä. Der Nachfolger des im August entlassen Urs Meier muss sich deshalb auch Gedanken machen, wie er die Tor-Flaute beheben will.
 
Nur zwei Tore in vier Spielen gelangen dem FCZ seit der Winterpause. Alexander Kerschakow (33), der sich im Wallis mit Theofanis Gekas (35) ein Duell der Altmeister liefern wird, deutete seine Stärken zwar an, braucht aber wegen fehlender Spielpraxis Anlaufzeit. «Wir müssen im gegnerischen Strafraum mit mehr Leuten präsent sein», fordert Hyypiä - zumal die Abwesenheit des kopfballstarken Franck Etoundi ins Gewicht fällt.
 
Am Tag vor der Neuauflage des letztjährigen Halbfinals (damals in Zürich) - 1:0 gewann Sion, das diesmal ohne seinen gesperrten Captain Veroljub Salatic auskommen muss - räumte der FCZ-Taktgeber eine gewisse Ohnmacht ein: «Manchmal wünsche ich mir, selber auf dem Platz zu stehen.» Als Trainer sei die Einflussnahme während des Spiels beschränkt, die Kommunikation nicht über das ganze Feld möglich.

Babbel spürt Gegenwind

Im zweiten Halbfinal empfängt Luzern den FC Lugano, der in der Zentralschweiz wie der FCZ im Wallis auf die Unterstützung von gegen 1000 Gästefans zählen kann. Wie Hyypiä will auch Luganos Trainer Zdenek Zeman den Cup nicht allzu hoch gewichten: «Der Cupfinal wäre ein schönes Erlebnis für die Mannschaft. Aber die Meisterschaft ist wichtiger.»
 
Beim FCL macht sich Markus Babbel auf Gegenwind gefasst, sollte gegen Lugano die fünfte Niederlage im fünften Spiel seit der Winterpause resultieren: «Es ist mir bewusst, dass es nicht nur für den Klub, sondern auch für mich ein wichtiges Spiel ist. Ich gehe davon aus, dass die Trainerdiskussion losgeht, falls wir verlieren.»
 
Insbesondere in der Offensive erhofft sich Babbel eine Steigerung der Ausbeute gegenüber den Auftritten in der Liga, die er allerdings nicht nur als schlecht taxiert. Die Leistungen gegen St. Gallen (0:1) und den FCZ (1:2) seien gut gewesen, urteilt der Deutsche. «Was fehlte, ist die Gier im gegnerischen Strafraum.»

sda

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