Jetzt träumen sie in Schötz vom FC Luzern

SCHWEIZER CUP ⋅ Der Erstligist FC Schötz gewinnt beim FC Hergiswil (2. Liga inter) problemlos 3:1 (2:1). Damit stehen die Luzerner Hinterländer in den Achtelfinals.
16. September 2017, 04:40

Keine Überraschung auf der Hergiswiler Grossmatt: Der Unterklassige FCH vermochte dem Gast aus Schötz nicht Paroli zu bieten und muss sich aus dem Schweizer Cup verabschieden. Schötz siegte verdient, war torgefährlicher und brachte den Sieg heim, ohne gross in Bedrängnis zu geraten.

«Wir waren bei den Standardsituationen unterlegen», musste Hergiswil-Captain Yves Erni nach dem Schlusspfiff zugeben. Erni weiter: «Ich glaube, wir haben in diesem Spiel unser Bestes abgerufen, es hat nicht gereicht. Schötz hat verdient gewonnen.»

Mit den Standardsituationen meinte Hergiswil-Innenverteidiger Erni vor allem die Corner. Ein solcher Eckball führte kurz nach Ablauf der ersten Viertelstunde zum 1:0 für das Team von Trainer René Erlachner. Mittelfeldspieler Joel Stephan stieg im Fünfmeterraum am höchsten und köpfelte die Führung für den Erstligisten Schötz ein.

Schötz lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Hergiswil kämpfte tapfer weiter, wollte seinen Anhang nicht enttäuschen. Die Nidwaldner nützten in der 21. Minute eine Konfusion der Schötzer Abwehr aus: Ramon Achermann stand plötzlich ganz allein im gegnerischen Strafraum und konnte mit seinem scharfen Flachschuss den 1:1-Ausgleich erzielen. Der FC Schötz demonstrierte nun seine Klasse, liess sich durch diesen Gegentreffer nicht aus der Ruhe bringen. Die Schötzer liessen den Ball zirkulieren, provozierten mit ihren Kombinationen grossen läuferischen Aufwand beim Gegner. In diesen Momenten zeigte sich der Klassenunterschied. Schötz-Stürmer Labinot Aziri gelang in der 39. Minute der schönste Treffer des Spiels: Nach Vorarbeit von Manuel Zobrist am Flügel und ungenügender Faustabwehr von Hergiswil-Torhüter Oliver Strohhammer sprang Aziri akrobatisch in die Luft und markierte mit einem Fallrückzieher das 2:1. Da mussten selbst die einheimischen Fans applaudieren. Zur Pause war die Liga-Hierarchie somit wieder hergestellt.

Und die Schötzer setzten nach der Pause nach. Aziri hatte schon fünf Minuten nach dem Seitenwechsel das 3:1 auf dem Fuss. In der 56. Minute gelang Aziri die Entscheidung: Mit seinem Kopfballtreffer erhöhte der Stürmer mit Wurzeln im Kosovo auf 3:1.

Das war’s. Die Hergiswiler hatten dem nichts entgegenzusetzen, die Schötzer beruhigten das Spiel. «Wir haben es gut gemacht», sagte Aziri hinterher, «vor allem bei den Abschlussversuchen waren wir sehr effizient. Ich glaube, wir haben aus vier Chancen drei Tore erzielt.» In der 1.-Liga-Meisterschaft hat Aziri erst ein Tor erzielt, im Schweizer Cup kommt er mit seinem Doppelpack in Hergiswil bereits auf drei Treffer.

«Ich glaube, ganz Schötz träumt jetzt davon, dass wir den FC Luzern zugelost bekommen», sagte Aziri. Schötz träumt von diesem Achtelfinal, von diesem Fussballfest. Zuerst muss der FCL heute allerdings in Genf reüssieren (siehe Artikel oben).

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Hergiswil – Schötz 1:3 (1:2)

Grossmatt. – 580 Zuschauer. – SR Fähndrich.

Tore: 16. Stephan 0:1. 21. Achermann 1:1. 39. Aziri 1:2. 56. Aziri 1:3.

Hergiswil: Strohhammer; Achermann, Erni, Williner, Hensler; Souto, Mombelli, Würsch (46. Arnold), Weber (71. Simoni); Sager, Blätter (81. Wieland).

Schötz: Stadelmann; Gänsler, Ferricchio, Bajrami, Skeraj (85. Frey); Zobrist, Koch, Zenger (71. Pekas), Stephan; Aziri, Nikmengjaj (57. Rapelli).

Bemerkungen: Hergiswil ohne Eberhard und Jonas Hönger (beide verletzt). – Verwarnungen: 4. Bajrami (Foul), 13. Mombelli (Foul), 66. Sager (Unsportlichkeit), 88. Frey (Foul).


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