Ein hartes Stück Arbeit

FUSSBALL ⋅ Der SC Kriens gewinnt in Tuggen mit 2:1 (0:0). Weil Verfolger Rapperswil auch 2:1 siegt, bleibt’s an der Tabellenspitze beim 5-Punkte-Vorsprung.
16. April 2017, 10:31

Der Erste in der Tabelle (Kriens) gegen den Letzten in der Tabelle (Tuggen) – eine klare Sache. Oder doch nicht? In den vergangenen Wochen wurde auf dem Rasen und auf dem Papier deutlich festgehalten, dass ...

– ... erstens Kriens formschwache Auftritte dargeboten hat und sich mit der Verletzungshexe streitet;

– ... zweitens Tuggen seit Rück-runden­beginn wieder erstarkt ist und sich vehement gegen den Abstieg zu stemmen versucht.

Die Ausserschwyzer werden seit vergangenem November vom ehemaligen 16-fachen Nationalspieler Bruno Berner trainiert. Berner, der sich als Aussenverteidiger bei GC, Basel, Freiburg und Leicester City einen Namen machte, hatte sein Team gut auf den zuletzt verunsichert auftretenden Spitzenreiter aus Kriens eingestellt. So gelang es dem Schlusslicht und Abstiegskandidaten immerhin, die Krienser in eine «tote» erste Halbzeit zu verwickeln. Nach einer halben Stunde war nichts, aber auch gar nichts passiert – zwei Teams, die im Moment nicht sehr viel zu bieten haben, neutralisierten sich gegenseitig. Der Schuss des Kriensers Fisnik Hasanaj übers Tor (36.) und jener des Tuggeners Dominik Kuhn neben das Tor konnten höchstens als «halbe Chancen» abgebucht werden.

Die zweite Halbzeit war im Vergleich um das Vielfache interessanter. Kriens-Stürmer Skumbim Sulejmani hatte in der 50. Minute das Pech, dass ihm, alleine vor dem Tuggen-Goalie stehend, der Ball vor dem Schuss unglücklich an die Hand sprang. Drei Minuten später machte es Sulejmani ziemlich besser: Von Goran Stojanov so bedient, dass er plötzlich nochmals solo vor Keeper Fabian Fellmann stand, schob Sulejmani den Ball in Richtung Tor, wo er via Beine des Torhüters den Weg zum 1:0 ins Tor fand. Und als sich nach einer Stunde Hasanaj mit dem 2:0 wie schon in den vergangenen zwei Spielen als Torschütze auszeichnete, war das Spiel vorzeitig entschieden.

Hasanaj verschiesst vor Ostern zwei Penaltys

Oder doch nicht? Eine ungenügende Faustabwehr des Krienser Keepers brachte den FC Tuggen wieder auf 1:2 heran (72. Stevic). Die Krienser mussten noch lange 20 Minuten überstehen, damit sich das Punktepolster von fünf Zählern zwischen ihnen selbst und Rapperswil, dem einzigen Verfolger im Streben um den Aufstieg in die Challenge League, nicht vermindern sollte.

Kurioses passierte dann noch kurz vor Schluss. Der Krienser Mittelfeldspieler Michael Weber provozierte ein Strafraum-Foul eines Tuggeners und somit einen Penalty. Nachdem Stürmer Nico Siegrist vor einer Woche gegen den FC Basel U21 den Elfmeter zum siegbringenden 3:2 nicht hatte verwerten können, wurde im Verlaufe der Trainingswoche beschlossen, dass Hasanaj zum Strafstoss Anlauf nehmen sollte. Doch auch Hasanaj sah in Tuggen seinen Penalty vom Goalie pariert (89.). Weil Super-League-Schiedsrichter Luca Gut aber einen zu früh in den Strafraum eilenden Tuggen-Spieler entdeckte, durfte Hasanaj nochmals Anlauf nehmen. Der 25-Jährige wählte diesmal die andere Ecke aus – und sah seinen Penaltyschuss wieder abgewehrt (90.). Einige Minuten später war die Partie zu Ende. Die beiden «Penalty-Eier» von Hasanaj – wieso bloss erinnert sein Name an Ostern? – hatten sich nicht mehr gerächt, die Krienser können das Osterwochenende mit einem Sieg geniessen.

Für Kriens-Trainer Marinko Jurendic war es «wie erwartet ein hartes Stück Arbeit. Wir haben gegen einen sehr schwierigen Gegner insgesamt sehr souverän gespielt.» Auch Michael Weber, der einen starken Match bot, sagte: «Wir haben uns nicht aus der Fassung bringen lassen und haben einigermassen souverän gewonnen.»

Souverän? Kriens hat verdient gewonnen, ja. Aber souverän? Souverän sieht anders aus.

 

Turi Bucher, Tuggen

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Tuggen – Kriens 1:2 (0:0)

Linthstrasse. – 540 Zuschauer. – SR Gut. – Tore: 53. Sulejmani 0:1. 60. Hasanaj 0:2. 72. Stevic 1:2. – Tuggen: Fellmann; Senn, Tinner, Peters, Herlea; Kuhn (64. Stadler), Romero (74. D’Acunto), Stevic, Istrefi; Doda (64. Santana), Shala. – Kriens: Osigwe; Kablan, Fäh, Fanger, Röthlisberger; Weber, Hasanaj, Bem (45. Stojanov); Siegrist, Sulejmani (81. Drmic), Allou (74. Fernandes). – Bemerkungen: Kriens ohne Thali, Wiget, Marinkovic und Bürgisser (alle verletzt). 89. Fellmann hält Foulpenalty von Hasanaj. 90. Fellmann hält Foulpenalty-Wiederholung von Hasanaj.


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