SC-Kriens-Captain Daniel Fanger: «Geschenkt wird uns sowieso nichts»

FUSSBALL ⋅ Der SC Kriens startet am Samstag (16 Uhr) beim FC Zürich U21 in die Rückrunde. Die Mission ist klar: Aufstieg in die Challenge League. Vorher konfrontieren wir SCK-Captain Daniel Fanger mit sechs provokativen Behauptungen.
02. März 2018, 07:53

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Behauptung 1: Kriens wird in der Rückrunde wie schon vor einem Jahr sportlich ein­brechen und den Aufstieg in die Challenge League nicht schaffen.

Wir haben uns mit unseren Leistungen in der Vorrunde eine gute Ausgangslage geschaffen und möchten auch am Ende der Rückrunde auf dem ersten Tabellenplatz stehen. An diesem grossen Ziel arbeiten wir als Mannschaft und der ganze Verein seit drei Jahren. Ob es dann am Ende reicht? Sportlicher Erfolg lässt sich glücklicherweise nicht vorhersagen.

Behauptung 2: Alles nicht so schlimm. Kriens wäre in der Challenge League sowieso überfordert.

Im Kleinfeld entsteht eine neue Sportstätte, das den momentanen Vorschriften für Challenge-League-Fussball vollends gerecht wird. Zudem sind unsere Vereinsfinanzen absolut im Lot. Das sind zwei wesentliche Punkte, die selbst nicht jeder Verein in der Challenge League von sich behaupten kann. Und auch sportlich werden wir uns bei einem allfälligen Aufstieg bestimmt nicht verstecken müssen. Aber eben: Wir bleiben unserem Credo sowieso treu und nehmen Spiel für Spiel.

Behauptung 3: Captain Daniel Fanger ist durch seine Arbeit für den Internationalen Ski­verband FIS derart im Stress, dass er seine Mannschaft nicht zum Aufstieg dirigieren kann.

Fakt ist, dass ich von den ersten vier Spielen bei drei Partien nicht vor Ort sein kann, da ich beruflich unterwegs sein werde. Das Startspiel beim FC Zürich U21, das Auswärtsspiel in Brühl und das Heimspiel gegen Köniz – das sind die Partien 1, 3 und 4 – finden ohne mich statt. In unserem Team hat es genügend Spieler, welche meine Rolle als Captain über­nehmen und auf ihre Art und Weise interpretieren können. ­Aktuell wird Nico Siegrist die Captainbinde tragen. Beim SC Kriens – das hat der Verein viele Jahre bewiesen – hat es schon ­immer über das ­Kollektiv funktioniert. Keiner ist so wichtig wie die Mannschaft. Diesen Gedanken trage ich seit je in mir und habe das auch in den letzten ­dreieinhalb Jahren als Captain meinen Teamkollegen weiter­zugeben versucht. Während meiner SCK-Absenz werde ich nach ­Verbier, ins schwedische Åre und nach Kitzbühel zu verschiedenen Events ­reisen und dort meiner Arbeit bei der FIS Marketing AG nach­gehen.

Behauptung 4: Im Hinspiel reichte es daheim gegen den FC Zürich U21 nur zu einem 2:2. Jetzt, auswärts, wird es ge­gen die FCZ-Talente für Kriens noch viel, viel schwieriger.

Jedes Spiel in der Promotion League ist schwierig, geschenkt wird uns sowieso nichts, egal wie der Gegner heisst. In der Hin­runde haben wir gegen den FCZ sehr dumme Gegentore kassiert, welche klar zu vermeiden ge­wesen wären. Der FCZ hat eine talentierte junge Mannschaft mit einigen Routiniers. Die ar­beiten unter professionellen Bedingungen und werden am Samstag bereit sein. Aber Achtung: wir sind das auch!

Behauptung 5: In der Winterpause gab’s keine Verstärkung vom FC Luzern. Die Zusammenarbeit mit dem FCL hat auch schon besser funktioniert.

Wir haben mit Nikola Mijatovic vom Grasshoppers-Nachwuchs und Enis Ramadani von Rapperswil Verstärkungen geholt. Dazu kommen Marco Mangold und Anthony Bürgisser, die längere Zeit verletzt waren. Der Einbau eines weiteren jungen Spielers war daher nicht zwingend nötig, unabhängig von der Zusammenarbeit mit dem FC Luzern. Das aktuelle SCK-Kader hat die ­nötige Qualität und Breite, um am Ende der Rückrunde ganz oben zu stehen.

Behauptung 6: Auch Kriens braucht wieder einmal einen namhaften Spieler in der Mannschaft; so wie Cissé in Yverdon, Kok bei Lausanne-Ouchy oder Riedle bei Brühl.

Wichtiger als der Name ist die Qualität, und da haben wir Spieler, die problemlos mit den von Ihnen erwähnten Spielern mithalten können. Dazu verfolgen wir eine andere Philosophie: Die Mannschaft steht im Vordergrund, nicht der einzelne Spieler. Diese Haltung hat Tradition beim SCK. Und der Erfolg gibt uns recht, als Mannschaft, aber auch auf der Ebene der einzelnen Spieler. Ich denke dabei an die Entwicklung von Spielern wie Ridge Munsy, Dejan Sorgic oder Chris Kablan, die alle in höhere Ligen wechseln konnten.


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