Salatic will Sion zu neuen Höhenflügen verhelfen

FUSSBALL ⋅ Der von den Grasshoppers zu Sion transferierte Veroljub Salatic nahm gestern Mittwoch das Training mit dem neuen Verein auf. Reue zeigte der ehemalige GC-Captain nach seinem unschönen Abgang aus Zürich kaum, mit Sion will er an glorreiche Zeiten anknüpfen.

11. Februar 2015, 16:24

Mit dem Verkauf von Vero Salatic nach Sitten beendeten die Grasshoppers am Montag den «Fall Salatic» und setzten damit den Schlusspunkt unter einen über Monate schwelenden Konflikt zwischen Spieler, (ehemaligem) Trainer und Vereinsführung, der beim Rekordmeister für viel Wirbel, Schlagzeilen und Unruhe gesorgt hatte. Mit dem Wechsel zu Sion beginnt für Salatic ein neues Kapitel, mit dem zweifachen Schweizer Meister (1992 und 1997) und zwölffachen Cupsieger (zuletzt 2011) will der 29-jährige dreifache Familienvater zu neuen Ufern und Erfolgen aufbrechen.

Für seinen Wechsel zum Tabellenvorletzten der Super League machte Salatic in erster Linie Sions Präsidenten Christian Constantin verantwortlich. «Constantin hat mich in den letzten Tagen mit seinen Worten überzeugt», so Salatic, dem nach eigenen Aussagen auch Angebote anderer Vereine vorlagen. «Als ich am Montag hier angekommen bin, habe ich festgestellt, dass der Präsident für alle Spieler wie ein Vater ist.»

Salatic ist überzeugt, dass Sion, das in der Tabelle nur einen Punkt vom Abstiegsplatz entfernt ist, Potenzial besitzt. «Im Fussball kann es manchmal schnell gehen. Als ich 2012 zu den Grasshoppers zurückkehrte, war der Verein unter anderem dank den am grünen Tisch gewonnenen Punkte gegen Sion nicht abgestiegen. Ein Jahr später gewannen wir den Schweizer Cup.» Die Verpflichtung des ehemaligen Internationalen Reto Ziegler, den Salatic aus gemeinsamen GC-Zeiten kennt, deutet der Zuger als Zeichen zum Aufbruch.

Ein Lob für Tami

Mit seinen öffentlichen Statements hatte Salatic in der letzten Woche seinen Abgang bei GC aus dem Campus in Niederhasli provoziert. Am Ende genoss der ehemalige Führungsspieler der Zürcher auch bei den Fans und den eigenen Mitspielern keinen Rückhalt mehr, so dass der sofortige Verkauf des ehemaligen Captains für die sportliche Führung der Grasshoppers um Sportchef Axel Thoma zur einzigen valablen Lösung wurde.

Auf die Gründe, warum er seinen Abgang provozierte, obwohl Trainer Michael Skibbe, Salatics Intimfeind, Anfang Januar den Verein verlassen hatte, ging Salatic nicht näher ein. Er sei eine schwierige Zeit gewesen, aber er schaue nicht mehr zurück, so der 29-Jährige, der sich zuvor gegenüber verschiedenen Medien über die mangelnde Rückendeckung seitens der Vereinsführung in den letzten Monaten beklagt hatte. «Letztlich musste ich feststellen, dass die Zeit gekommen ist, um ein neues Abenteuer zu beginnen.»

Reue empfindet Salatic, der in seiner Profikarriere mit Ausnahme eines einjährigen Abstechers nach Zypern immer für die Grasshoppers gespielt hatte, kaum. Er bedauert nur, dass Pierluigi Tami nicht schon früher nach Zürich gekommen ist. Salatic bezeichnete den ehemaligen U21-Nationalcoach als «grossen Trainer», die Zusammenarbeit mit ihm sei perfekt angelaufen, Tamis Weg sei der richtige. Mit Tamis Vorgänger Skibbe hatte sich Salatic verkracht, das angespannte Verhältnis zwischen den beiden führte im Spätsommer zur vorübergehenden Suspendierung des ehemaligen Captains.

Salatics Zukunft liegt nun aber im Wallis, wo er einen Vertrag bis 2018 besitzt, weswegen er auch so schnell wie möglich Französisch lernen will. Vieles deutet darauf hin, dass Salatic bereits am Samstag im Heimspiel gegen Leader Basel sein Debüt für die Walliser geben wird. Der Mittelfeldspieler hofft, dass er mit seiner Erfahrung dem jungen Team helfen und eine ähnliche Rolle wie nach seiner Rückkehr zu GC einnehmen kann. Er ist überzeugt: «Die Mannschaft liegt derzeit nicht dort, wo sie hingehört.»

si
 


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