Makelloses YB trifft auf punkteloses Thun

SUPER LEAGUE ⋅ Das Berner Derby in der 4. Runde der Super League steht mehr denn je im Zeichen der Affiche David gegen Goliath. Thun gastiert als punkteloser Tabellenletzter beim makellosen Leader Young Boys.
09. August 2017, 08:46

Als einziges Team hat der FC Thun in den ersten drei Runden noch keinen Punkt geholt. So schlecht waren die Berner Oberländer seit dem Aufstieg 2010 noch nie aus den Startblöcken gekommen. Nun folgt am Mittwoch das Auswärtsspiel bei Leader und Kantonsrivale Young Boys: "Es könnte unsere Chance sein, dass man in dieser Partie von uns nichts erwartet", sagte Sportchef Andres Gerber zur Ausgangslage.

In der Tat könnte der Graben nicht grösser sein, der sich in den ersten 270 Minuten der neuen Saison zwischen den beiden Berner Vereinen aufgetan hat. Während die Thuner stets verloren haben, stehen die Young Boys mit der makellosen Bilanz von drei Spielen, neun Punkten und 9:0 Toren da. "Das Selbstvertrauen ist gross, die Stimmung vorzüglich", umriss Trainer Adi Hütter die Lage beim Leader.

Allerdings gebe es keinen Grund, den Kantonsrivalen zu unterschätzen, so Hütter, der wieder auf Stammkeeper David von Ballmoos zählen kann. "Der FC Thun ist besser als es die Tabelle anzeigt. Er hatte ein schwieriges Startprogramm und auch Pech." Zumindest in den Spielen gegen Sion (0:1) und Aufsteiger FC Zürich (1:2) hätte Thun durchaus den einen oder anderen Punkt verdient gehabt.

Am vergangenen Sonntag gegen Basel dagegen enttäuschte der Aussenseiter. "Wir waren zu wenig mutig und zu wenig solidarisch", kritisierte Trainer Marc Schneider. Der neue Chef der Thuner könnte in Bern wohl nochmals mit einer Niederlage leben, doch im darauffolgenden Spiel gibt es für den Tabellenletzten keine Schonfrist mehr: "Das Heimspiel gegen Lausanne müssen wir gewinnen", ist sich Schneider bewusst.

Lausanne und Lugano wollen ersten Sieg

Wie Thun sind auch Lausanne-Sport und Lugano noch ohne Sieg. Die Tessiner warten sogar noch auf das erste Tor in dieser Saison. Wobei: Ganz so düster sieht es für Lugano nicht aus. Gegen St. Gallen war Lugano erfolgreich, hatte aber Pech, dass das Spiel beim Stande von 1:0 abgebrochen wurde. Und gegen den FC Zürich wurde ein reguläres Tor fälschlicherweise aberkannt.

Solche positiven Ansätze macht Lausannes Trainer Fabio Celestini derzeit nicht aus. Sein Team offenbart die gleichen Mängel wie in der letzten Saison. Es spielt phasenweise gefällig, nutzt aber seine Chancen nicht und gerät meist nach der ersten Chance des Gegners in Rückstand. Celestini hofft, dass die vier routinierten Neuzugänge Alain Rochat, Djamel Mesbah, Gonzalo Zarate und Valeri Bojinov bald zu Leistungsträgern werden. Derzeit ist das Quartett offenbar jedoch noch nicht in der Lage, das schlingernde Waadtländer Schiff durch die heikle Startphase der Saison zu navigieren.

Zuversicht in St. Gallen

St. Gallen und Luzern gehen mit einem positiven Gefühl in die 4. Runde, nachdem sie am Sonntag in der Schlussphase noch einen Sieg beziehungsweise ein Remis (nach 0:2) erzwangen. Vor allen die Ostschweizer blicken optimistisch in die Zukunft. Das Team scheint nach geschickten Transfers (Kukuruzovic, Tschernegg, Ben Khalifa) gerüstet, einen besseren Herbst zu spielen als im Vorjahr, als der FC St. Gallen zwischenzeitlich auf den letzten Platz abrutschte und er den Klassenerhalt im Frühling erst in der drittletzten Runde sicherstellen konnte. (sda)


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