Die Schweizer Nati trifft auf Brasilien, Costa Rica und Serbien

FUSSBALL ⋅ Brasilien ist der Favorit in der Schweizer WM-Gruppe. Doch Nationaltrainer Vladimir Petkovic schätzt auch die Serben stark ein.
Aktualisiert: 
01.12.2017, 20:00
01. Dezember 2017, 15:30

Peter Lerch (SDA)

Die Schweizer Nationalmannschaft wird ihr erstes Gruppenspiel der WM in Russland am 17. Juni gegen das grosse Brasilien um Superstar Neymar austragen. Die weiteren Gruppengegner der Schweiz sind Serbien und Costa Rica.

In der Schweizer Gruppe E ist Brasilien als fünffacher Weltmeister ein attraktiver Gegner und der klare Favorit. Schweiz gegen Brasilien – dieses aus Schweizer Sicht attraktive Duell ist an Weltmeisterschaften kein Dauerbrenner. Die beiden Mannschaften haben einzig an der Endrunde im Jahr 1950 in Brasilien gegeneinander gespielt. Damals erreichten die Schweizer im Gruppenspiel immerhin ein 2:2. Das einzige WM-Spiel der Schweiz gegen Serbien (damals Jugoslawien) geht ebenfalls auf die Weltmeisterschaft 1950 zurück. Jugoslawien siegte damals 3:0. Gegen Costa Rica ist die Schweiz an einer WM noch nie angetreten.

In jüngster Geschichte ist die Schweiz zweimal an einer WM in die Achtelfinals gelangt, obwohl einer der Gruppengegner klar favorisiert war. Dies war 2006 und 2014 der Fall. Beide Male war Frankreich der Gruppenkopf. 2006 liess die Schweizer Mannschaft Togo und Südkorea hinter sich, 2014 wurde sie Zweite vor Ecuador und Honduras. In die Stärkeklasse von Togo, Südkorea, Ecuador und Honduras gehört vermutlich auch die Mannschaft des mittelamerikanischen Kleinstaates Costa Rica. Bleiben die Serben. Ihr Kader ist gespickt mit Fussballern aus den grossen europäischen Ligen. Für die Schweizer sieht der WM-Kalender so aus: Sie beginnen das Turnier am Sonntag, 17. Juni, gegen Brasilien. Am Freitag, 22. Juni, wird Serbien der zweite Gegner der Mannschaft von Vladimir Petkovic sein. Am Mittwoch, 27. Juni, treffen die Schweizer schliesslich auf Costa Rica. Die Reihenfolge der Spiele geht in diesem Fall nach der vermeintlichen Spielstärke der Gegner.

Petkovic denkt noch nicht an Deutschland

Vladimir Petkovic hat nicht nur von Brasilien, sondern auch von Serbien eine hohe Meinung. Kurz nach der Auslosung sagte der gebürtige Bosnier am Schweizer Fernsehen, früher seien die Serben einfach gute Fussballer gewesen. Heute habe Serbien weiterhin hervorragende Individualisten, jetzt aber auch eine starke Mannschaft. Petkovic wurde auch auf das mögliche Duell im Achtelfinal angesprochen. Wenn die Schweiz Zweite in ihrer Gruppe wird, würde sie auf den Sieger der Gruppe F treffen – und dies wäre nach Papierform Deutschland. An diese Spekulation verschwendete der Schweizer Nationalcoach allerdings keinen Gedanken. Er sagte lediglich: «Wir spielen zuerst gegen Brasilien. Nur darauf konzentrieren wir uns.»

Auch für den Schweizer Mittlefeldspieler Gelson Fernandes (31, Eintracht Frankfurt) steht das Spiel gegen die Südamerikaner im Fokus: «Den ersten Match gegen Brasilien zu spielen, das ist für mich ein Bubentraum. Objektiv gesehen, ist dies eine sehr, sehr schwierige Gruppe. Costa Rica war 2014 in den Viertelfinals, und Serbien verfügt über grossartige Individualisten. Es wird für uns schwer werden, aber wir werden nichts zu verlieren haben.»

Für Denis Zakaria ist Brasilien «klar der Favorit in unserer Gruppe, aber dahinter ist es offen. Die Schweiz hat eine Chance, das ist sicher», ist der 21-jährige Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach überzeugt. «Wie arbeiten in der Nationalmannschaft seit mehreren Jahren gut zusammen. Wir sind in einer starken Gruppe, aber das ist umso besser. An der WM zu spielen, ist für alle Spieler ein Traum. Ich freue mich auf das Turnier und auch darauf, Russland kennen zu lernen.»

Die Brasilianer können zufrieden sein mit ihrem Los, findet Ronaldo. «Alle Gruppen sind ziemlich ausgeglichen«, so der Weltmeister von 2002. «Wir haben absolut die Mittel, um die Gruppe zu gewinnen. Ein paar andere Gruppen sind komplizierter, wie etwa jene mit Spanien und Portugal.»

Den Gruppensieg von Brasilien erwarten auch die beiden anderen Schweizer Gegner. «Hinter Brasilien kommen alle drei Mannschaften in Frage weiterzukommen», sagt der serbische Nationalcoach Mladen Krstajic. «Der Match gegen die Schweiz wird für uns das Schlüsselspiel in der Gruppe sein.» Und auch der costa-ricanische Nationalcoach Oscar Ramirez meint: «Wenn Brasilien ja der Favorit in der Gruppe ist, müssen wir in unserem ersten Match gegen Serbien unbedingt bestehen. Und dann bräuchten wir am Schluss noch ein gutes Resultat gegen die Schweiz.»

Nati bei Infantino hoch im Kurs

Der Italo-Walliser Fifa-Präsident Gianni Infantino kann nach Italiens Ausscheiden in den WM-Playoffs gegen Schweden nur noch eine Mannschaft von Herzen unterstützen: die Schweiz. An einer Medienkonferenz vor der Auslosung wollte sich Infantino nicht ausdrücklich festlegen, welche Gruppengegner er sich für die Schweizer Nationalmannschaft gewünscht hätte. Dennoch gab er für die Nati ein starkes Statement ab: «Ich will nur eines sagen: Die Schweiz kann alle Gegner schlagen.»

Ein spannendes Duell gibt es in der Gruppe B: Dort treffen Portugal und Spanien aufeinander. Dennoch dürften die beide Spitzenteams gute Chancen aufs Weiterkommen haben, sind sie gegenüber Marokko und dem Iran doch klar zu favorisieren. Im Land des Titelverteidigers Deutschland darf man abermals vom traditionellen Losglück sprechen, wenngleich die Deutschen, als Kopf der Gruppe F zugeteilt, in der Vergangenheit mit Gegner Mexiko an den WM-Turnieren meistens ihre liebe Mühe hatten, sieht man vom 6:0 an der WM 1978 ab. Auch von den übrigen Gegnern Schweden und Südkorea sollte sich die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw nicht überraschen lassen.

Hinweis: Zum Spielplan der Fussball-WM »

So lief die Auslosung:


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