Nordirische Stimmen zum Penalty-Entscheid: Von «kontrovers» bis «damn the Swiss!»

BARRAGE ⋅ Nach dem Barrage-Spiel schreiben nordirische Zeitungen über einen umstrittenen Penalty aber auch über einen verdienten Schweizer Sieg. Nordirische Fans sind weniger versöhnlich.
10. November 2017, 11:46

Johannes Wey

Nach dem Sieg der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft in Nordirland gibt eine Szene besonders zu reden: Der ungerechtfertigte Penaltypfiff, der Ricardo Rodriguez den 1:0-Siegtreffer ermöglichte. Corry Evans hatte sich in der 57. Minute in einen Schuss von Xherdan Shaqiri geworfen und dabei seinen Körper mit dem angelegten Arm geschützt. Schiedsrichter Ovidiu Hategan entscheid auf Penalty und zeigte Evans darüber hinaus die gelbe Karte - damit verpasst der Verteidiger das Rückspiel am Sonntag.

Nordirlands Trainer Michael O'Neill war nach dem Spiel entrüstet. Für ihn hätte es keinen Penalty geben dürfen. Vielmehr hätte der Schweizer Verteidiger für ein hartes Einsteigen in der 5. Minute Rot sehen müssen, fand O'Neill.

Nordirische Zeitungen schlagen diplomatischere Töne an. "Kontroverser Penalty-Entscheid gibt Schweiz den Vorteil", schreibt etwa die Mid-Ulster Mail. "Nordirlands WM-Hoffnungen stecken einen Rückschlag von den Schweizern ein", der Belfast Telegraph. Die Irish News - trotz des Namens eine nordirische Publikation - zitiert in ihrer Schlagzeile zwar den "entsetzten" Nationaltrainer O'Neill. Trotzdem habe die Schweiz mehrere Chancen gehabt, "das Spiel unter weniger kontroversen Umständen" zu gewinnen, und den Sieg letztlich verdient. Der Heimmannschaft sei kein einziger Torschuss gelungen.

Weniger versöhnlich geben sich Nordirland-Fans auf Twitter - allen voran der nordirische BBC-Radiomoderator Colin Murray:


Niemand - weder im Vereinigten Königreich noch in der Schweiz - glaube ernsthaft, dass das ein Penalty gewesen sei. Und Murray hat einen Tipp für den Schiedsrichter: "Wenn das gegnerische Team keinen Penalty verlangt und du auf der falschen Seite des Spielers stehst, solltest du vielleicht keinen Penalty geben." Die Entscheidung sei "verwirrend" gewesen, um bei der Wortwahl professionell zu bleiben. Später gab Murray auf seinem Account an, nun Toblerone zu boykottieren.

Designer Chris Suitor behauptet gar, seine Rolex weggeworfen zu haben:

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Die Schweizer Nati schlägt Nordirland mit 1:0. In dieser Bildergalerie finden Sie die Noten der Schweizer Spieler. Nicht bewertbar: Breel Embolo, Fabian Frei und Admir Mehmedi. 6 Matchwinner 5 Leistungsträger 4 Normalform 3 Mitläufer 2 Schwachpunkt 1 Totalausfall Benotet von Daniel Wyrsch.

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  • Jonathan Porter/INPHO/freshfocus

Impressionen des Barrage-Hinspiels in Belfast am Donnerstagabend.


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