10 Schweizer WM-Teilnahmen – 10 Geschichten

FUSSBALL ⋅ Die Schweiz hat sich zum 11. Mal für eine WM qualifiziert. Wir schauen zurück auf die schönsten Tore und höchsten Niederlagen.
13. November 2017, 15:07

1934 in Italien

Die zweite Fussball-WM der Geschichte wurde nur im K.-o.-Modus gespielt. Die Schweiz gewann ihr Achtelfinal gegen die Niederlande 3:2, scheiterte im Viertelfinal mit demselben Resulat an der Tschechoslowakei. Mit drei Toren war der Servettien Leopold Kielholz bester Schweizer Torschütze. Weltmeister: Italien.

1938 in Frankreich

Auch vier Jahre später war im Viertelfinal Endstation (0:2 gegen Ungarn). Im Achtelfinal spielte die Schweiz gegen Deutschland zunächst 1:1. Weil es damals noch kein Penaltyschiessen gab, wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt. Fünf Tage nach dem 1:1 gewann die Schweiz 4:2. Überragend: Sochaux-Legionär André Abegglen mit drei Toren. Weltmeister: Italien.

1950 in Brasilien

Ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage reichten nicht, um die Vorrunde zu überstehen. Gegen Jugoslawien verlor die Schweiz 0:3, gegen Brasilien gelang ein beachtliches 2:2 und gegen Mexiko gewann die Schweiz 2:1. Speziell: Die WM wurde nur mit 13 Mannschaften bestritten, da mehrere qualifizierte Nationen auf eine Teilnahme verzichteten. Weltmeister: Uruguay.

1954 in der Schweiz

Es hätte das Schweizer Turnier werden sollen. Dank zwei Siegen über Italien in der Vorrunde qualifizierte sich die Schweiz an der Heim-WM für den Viertelfinal. Und die so genannte «Hitzeschlacht von Lausanne» sollte als torreichstes WM-Spiel aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Vor 32'000 Zuschauern und bei rund 40 Grad im Schatten führten die Schweizer gegen Österreich nach 23 Minuten bereits 3:0. Doch dann begann der grosse Zerfall. Zur Pause führten die Österreicher 5:4, am Ende siegten sie 7:5. Österreich wurde Dritter, der deutschen Mannschaft gelang im Final das legendäre «Wunder von Bern». Weltmeister: Deutschland.

1962 in Chile

Das 65'000 Zuschauer fassende Estadio Nacional von Santiago de Chile war kein gutes Pflaster für die Schweizer: 1:3 gegen Chile, 1:2 gegen Deutschland und 0:3 gegen Italien lauteten die Endergebnisse in der Vorrunde. Die Schweiz schied punktelos aus, Weltmeister wurde Brasilien.

1966 in England

Auch vier Jahre später waren die Schweizer an der WM nur Statisten. Die 0:5-Pleite gegen Deutschland ist bis heute die höchste Schweizer WM-Niederlage. Die weiteren Ergebnisse: 1:2 gegen Spanien und 0:2 gegen Argentinien. Es sollte für das drei Jahrzehnte die letzten WM-Teilnahme bleiben. Immerhin: Mit Gottfried Dienst pfiff ein Schweizer den Final. Das legendäre Wembley-Tor sorgte für den bisher einzigen Weltmeistertitel Englands.

1994 in den USA

Das ganze Land freute sich auf die langersehnte WM-Teilnahme. Georges Bregy, Alain Sutter, Stéphane Chapuisat & Co. enttäuschten nicht: 1:1 gegen die USA, 4:1 gegen Rumänien und 0:2 gegen Kolumbien. Das reichte im 24er-Tableau, um als Gruppenzweiter hinter Rumänien die Achtelfinals zu erreichen. Gegen Spanien resultierte ein klares 0:3. Es war das bittere Ende einer aus Schweizer Sicht fantastischen WM. Unvergessen: Bregys wunderbares Freistosstor gegen die USA. Weltmeister: Brasilien.


2006 in Deutschland

Nach dem spektakulären Barrage-Triumph über die Türkei, überzeugten die Schweizer unter Köbi Kuhn auch an der WM im Nachbarland. Auf ein 0:0 gegen Frankreich folgten ein 2:0 über Togo und ein 2:0 über Südkorea. Als Gruppenerster wartete im Achtelfinal mit der Ukraine ein vermeintlich leichter Gegner. Im wohl langweiligsten Spiel der WM-Geschichte verlor die Schweiz 0:3 nach Penaltyschiessen. Marco Streller, Tranquillo Barnetta und Ricardo Cabanas scheiterten vom Penaltypunkt. Die Schweiz schied somit aus, ohne ein einziges Gegentor kassiert zu haben (ausser natürlich im Penaltyschiessen). Weltmeister: Italien.

 

2010 in Südafrika

Ein ganz bitteres Turnier aus Schweizer Sicht. Zuerst gewann die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld dank eines Tores von Gelson Fernandes gegen Europameister Spanien. Eine 0:1-Niederlage gegen Chile und ein 0:0 gegen Honduras besiegelten allerdings das frühzeitige Aus. Weltmeister: Spanien.

 

2014 in Brasilien

So nah an einem Exploit wie in Brasilien waren die Schweizer wohl noch nie. Admir Mehmedi und Haris Seferovic sorgten für einen 2:1-Sieg über Ecuador. Nach einem blamablen 2:5 gegen Frankreich siegten die Schweizer im entscheidenden Spiel gegen Honduras 3:0. Der Lohn: ein Achtelfinal gegen Argentinien. Doch dort folgte das bittere Ende. Josip Drmic und Blerim Dzemaili vergaben beste Chancen. Der spätere Finalteilnehmer gewann dank eines Tores von Angel Di Maria in der 118. Minute 1:0. Weltmeister: Deutschland.


Jonas von Flüe


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