SG Pilatus besiegt schwaches Stans

HANDBALL ⋅ Die dezimierte SG Pilatus schlägt den favorisierten BSV Stans mit 27:23. Damit vergeben die Nidwaldner den ersten Matchball für die Aufstiegsrunde zur NLB.
19. April 2017, 09:45

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Der Frust war gross in den Reihen der Stanser am letzten Samstag. Ein Remis gegen die SG Pilatus hätte ihnen gereicht, um sich bereits zwei Spieltage vor dem Ende der 1.-Liga-Finalrunde für die Aufstiegsspiele zu qualifizieren. 538 Zuschauer sorgten für eine ansprechende Kulisse, und als der Kontrahent aus Luzern einlief, machte er nicht gerade einen einschüchternden Eindruck. Nur zehn Mann hatten den Weg in die Eichli-Halle gefunden, lediglich acht Feldspieler figurierten im Aufgebot. Die Luzerner klagten über Verletzungspech, dazu kamen private Osterabsenzen. «Klare Vorzeichen: Stans muss, Pilatus darf», hiess es im Vorfeld auf deren Website. Erstaunlich eigentlich, brauchte doch die SG Pilatus und nicht Stans zwingend einen Sieg, um sich die Chancen auf die Aufstiegsrunde zu wahren. Doch dazu später mehr.

Die Nidwaldner vermochten die günstige Ausgangslage nicht zu nutzen, am Ende hatten sie die Partie mit 23:27 Toren verloren. «Wir sind nicht in die Gänge gekommen, haben unser gewohntes Spiel weder im Angriff noch in der Abwehr aufziehen können. Wir müssen uns an der eigenen Nase nehmen», resümierte der Stanser Spielertrainer Thomas Mohenski und machte dabei ­einen etwas ratlosen Eindruck.

Stanser Gianluca Lima fällt verletzt aus

Stans lag nur einmal in Front, ganz am Anfang mit 1:0. Danach stellten sich in der Offensive schnell jene Fehler ein, welche die SG Pilatus noch und noch zu Gegenstössen einluden. In der 9. Minute stand es 1:5, nach 20 Minuten 5:9, in der Pause 11:13. Nach dem Seitenwechsel schienen die Gastgeber das Blatt wenden zu können, zweimal gelang ihnen der Ausgleich (13:13 und 17:17). Doch dann folgten jene 12 Minuten, in denen ihnen kein Treffer mehr gelang. Der Angriff wirkte ideenlos, überhastet, bot wenig Zusammenhängendes. Der Abwehr mangelte es an Konsequenz und Tiefe, die SG Pilatus kam über die individuell starken Raphael Muff, Yves Mühlebach und Roger Scherer phasenweise einfach zu ihren Toren. 17:22 lautete das Skore nach 48 Minuten. Dann verloren die Stanser auch noch Gianluca Lima mit einer Knöchelverletzung. Der rechte Aufbauer landete nach einem Sprungwurf unglücklich und musste vom Feld geführt werden.

Letztlich war es erstaunlich, wie souverän die Gäste zu ihrem ersten Derbysieg gegen den BSV in dieser Saison kamen. «Wir haben gut gedeckt, hatten die Stanser Schlüsselspieler im Griff, unsere Goalies waren stark. Wir liessen kaum Gegenstösse zu, und uns gelangen gute Rhythmuswechsel», freute sich SG-Trainer Tom Helfenstein. Sie hätten eben ohne Druck antreten können, im Gegensatz zum Gegner.

SG Pilatus mit bescheidenen NLB-Ambitionen

Ohne Druck? Will der letztjährige Absteiger nicht zurück in die NLB? «Wenn es reicht, dann reicht es», sagte Helfenstein, erzwingen wolle man aber nichts. Grundsätzlich verfüge man nicht über ein Kader für die NLB, die 1. Liga sei mit Blick auf den Entwicklungsstand der Junioren und die eher bescheidenden Ambitionen der Routiniers das richtige Spielgefäss.

Rechnerisch ist die Aufstiegsrunde zwar weiterhin möglich, drei Punkte fehlen der SG Pilatus auf das zweitplatzierte Stans. Helfenstein glaubt indes nicht, dass sich die Nidwaldner in den letzten beiden Runden den Vorsprung noch nehmen lassen. Dabei hat es das Restprogramm der Nidwaldner durchaus in sich, am nächsten Wochenende müssen sie zum viertplatzierten Bern Muri, eine Woche später gastiert Leader Biel im Eichli. «Im Handball kann es schnell gehen – für und auch gegen uns», weiss ­Mohenski. Nun müsse man als Mannschaft auf den Rückschlag reagieren, «sowohl Bern Muri als auch Biel haben wir in dieser Saison schon geschlagen».

Männer, 1. Liga

Aufstiegsrunde, Gruppe 2: Pratteln – Dagmersellen 27:23. Biel – West 29:26. Yverdon – Bern Muri 32:35. Stans – SG Pilatus 23:27.

Rangliste (alle 12 Spiele): 1. Biel 22. 2. Stans 19. 3. SG Pilatus 16. 4. Bern Muri II 12. 5. Pratteln 9. 6. Yverdon 8. 7. Dagmersellen 6. 8. West HBC 4.

Stans – SG Pilatus 23:27 (11:13)

Eichli. – 538 Zuschauer. – Hitz/Lämmler. –Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Stans; 2-mal 2 Minuten gegen SG Pilatus. – Stans: Arnosti/Schneider; Livio Wanner (3), Lima (2), Henrich (8/3), Niederberger, Imfeld (3), Christen (3), Kuster; Mohenski, Achermann (3), Mayabanza, Dario Wanner (1). – SG Pilatus: Eicher/Wenger; Mühlebach (6), Baumann (1), Häberli (1), Muff (9), Bucher (1), Hermann (4), Scherer (5/2); Ehrler.


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