Überraschungen in den Cup-Halbfinals

HANDBALL ⋅ Wacker Thun schlägt im Final4-Halbfinal den letztjährigen Sieger Kadetten Schaffhausen 32:28 und trifft im Final auf den NLB-Leader Endingen, der sich gegen GC Amicitia durchsetzt.

Aktualisiert: 
04.02.2017, 22:22
04. Februar 2017, 18:30

Thuns erste Final-Qualifikation seit 2013 ist als Coup, aber nicht als ganz grosse Überraschung zu werten. Die Kadetten haben die Liga in der Qualifikation nach Startschwierigkeiten zwar mehr oder weniger deutlich beherrscht, sie taten sich im vergangenen Frühling auf dem Weg zum Double-Gewinn in der Finalserie gegen Wacker allerdings sehr schwer.

An einem guten Abend sind sie aufgrund ihrer Kollektivstärke jederzeit in der Lage, dem besten Klubteam der Schweiz wehzutun. Thuns Coach Martin Rubin hatte bereits vor der ersten Ballberührung der Erz-Rivalen vorgespurt. Die Kadetten seien "keine Übermannschaft" und ein einem einzelnen Spiel "so oder so schlagbar".

In Olten liefen einige ihrer Akteure nach dem forschen Statement ihres Chefs zur Hochform auf - allen voran Lukas von Deschwanden. Der mehrfache NLA-Topskorer war vom Champions-League-Teilnehmer nicht zu stoppen. Als 13-facher Torschütze überragte der Regisseur alle. An seiner Seite drehte auch der physisch starke Aufbauer Lenny Rubin beim Comeback nach viermonatiger Verletzungspause auf; der Sohn des Wacker-Trainers war mit sieben erfolgreichen Abschlüssen massgeblich am Sturz der Kadetten beteiligt.

Nach sportlichem Ermessen stehen die Berner Oberländer nun dicht vor dem Gewinn ihrer fünften Cup-Trophäe. Angesichts ihrer für Schweizer Verhältnisse überdurchschnittlichen Rückraumbesetzung sind sie im Duell mit dem B-Ligisten Endingen klar höher einzuschätzen.

Bei den Kadetten dürfte das Out durchaus Stoff zu Diskussionen generieren. Auf europäischer Ebene ist für die multinationale Auswahl in der starken Gruppe A kaum mehr etwas auszurichten. Bisher haben die Schaffhauser sieben von acht Spielen verloren. Deshalb verlagerte sich Interesse rasch einmal auf die nationalen Hauptschauplätze.

Entsprechend frustriert reagierten die Verlierer auf die Enttäuschung im Cup. "Wir haben zu viele Fehler gemacht. Wacker spielte mit mehr Emotionen und Willen als wir", kommentierte Schaffhausens Coach Lars Walther den Fehltritt. Sein Captain David Graubner weitete die Selbstkritik noch aus: "Wir waren nicht bereit."

Endingens Performance

Der Sieg von Endingen war verdient. Nach dem 3:4 (11.) lagen die Aargauer nie mehr in Rückstand. Zwar gaben sie eine 11:6-Führung (24.) preis, nach dem 13:13 (35.) zogen sie aber mit 20:16 (44.) wieder auf vier Tore davon. In der Folge liessen sie sich auch durch das 24:25 (55.) nicht aus der Ruhe bringen. Christian Riechsteiner (8), Leonard Pejkovic (7) und Sebastian Kündig (6) zeichneten für 21 der 28 Tore von Endingen verantwortlich. Für GC Amicitia war Manuel Frietsch zehnmal erfolgreich.

Endingen war Ende Januar mit einer 21:38-Kanterniederlage gegen Solothurn ins neue Jahr gestartet. Dennoch ist der Sieg keine grosse Überraschung. GC Amicitia kämpft mit finanziellen Schwierigkeiten und gab in diesem Jahr mit dem dänischen Regisseur Matias Helt Jepsen und dem kroatischen Kreisläufer Branimir Koloper den zweit- respektive viertbesten Torschützen des Teams in der abgelaufenen NLA-Qualifikation ab. (sda)


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