Altdorf verblüfft mit starkem Cup-Auftritt

HANDBALL ⋅ Mit einem überzeugend herausgespielten 25:22-Auswärtssieg gegen Steffisburg hat der KTV Altdorf den Einzug in den Cup-Viertelfinal geschafft. Nun winkt den Urnern ein attraktives Los.
11. September 2017, 07:54

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Im Vergleich zum Meisterschaftsauftakt, bei dem es alles andere als optimal lief, ist der KTV-Truppe im Cup eine frappante Steigerung gelungen. Beim Auftritt im Berner Oberland gegen den favorisierten TV Steffisburg vermochten die Urschweizer vollauf zu überzeugen. Dass die Mannschaft innerhalb von nur einer Woche derart zulegen konnte, kam nicht von ungefähr. Die beiden neu verpflichteten Spieler Edvinas Vorobjovas und Roland Szabo, die beim Meisterschaftsstart wegen Problemen mit der Lizenz noch nicht hatten auflaufen dürfen, standen nun endlich auch zur Verfügung. Dieses Duo sorgte denn auch für den von ihm erhofften Schub, insbesondere in der Offensive. Vorobjovas steuerte sechs Treffer zum Überraschungserfolg bei und war damit hinter Spielertrainer Mario Obad, der sieben Mal skorte, gleich auf Anhieb Altdorfs zweitbester Werfer. Szabo verblüffte mit einer hervorragenden Abschlusseffizienz, indem er bei fünf von sieben Anläufen reüssierte und damit eine Erfolgsquote von über 70 Prozent erzielte.

Noch besser war diesbezüglich einzig Obad, der einmal mehr als eigentliches Zugpferd agierte und vor allem auch als überaus nervenstarker Sieben-Meter-Werfer brillierte. Alle vier Penaltys versenkte er eiskalt im gegnerischen Kasten.

Zwischenspurt nach der Pause

Das Duell zwischen den beiden NLB-Vertretern verlief über weite Strecken sehr ausgeglichen. In der ersten Halbzeit konnten sich die Gäste vorübergehend einen Zwei-Tore-Vorsprung (9:11 nach 24 Minuten) erarbeiten, mussten jedoch die Platzherren bis zur Pause wieder rankommen lassen. Beim Zwischenstand von 14:13 zu Gunsten der Platzherren wurden schliesslich die Seiten gewechselt. Nach dem Wiederanpfiff ging das spannende Kopf-an-Kopf-Rennen zunächst weiter. Dann ab der 38. Minute zauberten die Altdorfer einen vorentscheidenden Zwischenspurt aufs Parkett. Begünstigt wurde dieses Feuerwerk auch vom Umstand, dass die Hausherren in dieser Phase bös schwächelten und sich dadurch richtiggehend überfahren lassen mussten. Den Steffisburgern unterliefen unzählige Ballverluste, technische Fehler und Fehlwürfe, sodass sie nicht weniger als 18 Minuten lang keinen einzigen Treffer mehr zu Stande brachten. Dadurch gerieten sie bis zur 54. Minute uneinholbar mit 17:23 ins Hintertreffen.

In der Schlussphase konnten die Berner dann noch etwas Resultatkosmetik betreiben und den Abstand auf drei Längen verkürzen (Schlussergebnis 22:25). Massgeblichen Anteil am Coup hatten – nebst den drei erwähnten Leistungsträgern – auch Altdorfs wirbliger Linksaussen Pascal Aschwanden, der fünf Tore zum Erfolg beisteuerte, und die überaus solid agierende Abwehr, die der Steffisburger Offensive das Leben sehr schwer machte.

Wacker Thun bereits ausgeschieden

Durch den Vorstoss in den Viertelfinal befindet sich der KTV Altdorf nun in einem recht exklusiven Kreis. Unter den letzten acht sind fast nur noch NLA-­Teams vertreten. Die Chancen der Urschweizer, in der nächsten Runde auf einen ganz Grossen zu treffen, stehen also sehr gut. Bereits nicht mehr im Cup-Rennen mit dabei ist Wacker Thun, bei dem der Ex-Altdorfer Lukas von Deschwanden spielt. Die Berner haben überraschend im Kantonalderby gegen den BSV Bern Muri mit 26:30 den Kürzeren gezogen.

TV Steffisburg – KTV Altdorf 22:25 (14:13)

Musterplatz. – 200 Zuschauer. – SR Jergen, Zaugg.

Steffisburg: Eggenberger, Targise; Baumgartner (1), Lindner, Meier (2), Schwab (1), Kiener (2), Lutz (2), Stebler (3), Manse (2), Christinat (1), Scheidegger (1), Gruber (3), Sorgen (4).

Altdorf: Amrein, Dittli; Kasmauskas (1), Szabo (5), Baumann, Inderbitzin, Aschwanden (5), Wyss, Ledermann, Auf der Maur (1), Obad (7), Munzert, Vorobjovas (6), Betschart.


Leserkommentare

Anzeige: