Stefan Arnold: «Das wird keine einfache Saison»

HANDBALL ⋅ Der KTV Altdorf tut sich schwer mit der Verpflichtung neuer Spieler. Hinzu kommt, dass Topskorer Marko Koljanin wegen einer Kreuzbandoperation bis Ende Jahr ausfällt.
14. Juni 2017, 08:42

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Mit den Abgängen von Stammkeeper Noah Ineichen, Kreisläufer Yannick Drollinger und Rückraumspezialist Nicolai Christensen sowie dem Rücktritt von Linksaussen Ivan Fallegger verzeichnete der KTV Altdorf Ende der letzten Saison (9. Schlussrang) einen grossen Aderlass. Alle waren wichtige Mannschaftspfeiler. Das Goalie-Problem konnte mit der Verpflichtung des Ex-Endingers Christian Amrein schnell gelöst werden.

Deutlich schwerer tut sich der Urner Traditionsklub mit dem Schliessen der entstandenen Lücken auf dem Feld. Immerhin ist nun eine weitere Baustelle behoben. Neu konnte kürzlich der 22-jährige Schwyzer Samuel Wyss unter Vertrag genommen werden. Der ausgebildete Zimmermann spielt im linken Rückraum. Zuletzt stand er für den Erstligisten Muotathal im Einsatz. Noch nicht von Erfolg gekrönt war die Suche nach einem neuen Kreisläufer. Auf dem linken Flügel steht mit Pascal Aschwanden ein junger, aufstrebender Jungspund aus den eigenen Reihen in den Startlöchern.

Den Ausfall von Koljanin kompensieren

Die KTV-Verantwortlichen sind daran, noch einen weiteren Rückraumakteur von Format ins Kader zu holen. Die entsprechenden Anstrengungen laufen seit geraumer Zeit auf Hochtouren. Altdorfs wohl wichtigster Akteur, der ehemalige NLB-Torschützenkönig Marko Koljanin, musste sich kürzlich einer Kreuzbandoperation unterziehen. Der wurfgewaltige Kroate fällt deshalb voraussichtlich bis Ende Jahr aus, wird also in der Saison 2017/18, die Anfang September beginnt, für die gesamte Hinrunde nicht mittun können. Das ist eine schwere Hypothek, die mit der Verpflichtung eines starken Rückraumspezialisten zumindest teilweise kompensiert werden soll.

Für den Präsidenten des HC KTV Altdorf, Stefan Arnold, ist zum heutigen Zeitpunkt schon absehbar: «Das wird sicher keine einfache Saison für uns. Wir müssen voraussichtlich erneut mit einem schmalen Kader auskommen, zumal bei einigen Jungen aus den eigenen Reihen noch nicht klar ist, ob sie weitermachen. Die relativ dünne Basis hat sich schon in der letzten Saison als Handicap erwiesen.»

Die Rückkehr des BSV Stans in die NLB ist für Altdorf ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erschwert dieses Unterfangen die Verpflichtung von jungen und talentierten Spielern, weil sie jetzt in der Region eine attraktive Alternative zur Auswahl haben. Andererseits gibt es nun endlich wieder die beliebten Urschweizer Derbys, was natürlich aus sportlicher Sicht und vor allem auch aus dem Blickwinkel der Fans äusserst erfreulich ist.

Beat Arnold übernimmt Vereinszepter

Nicht nur im Fanionteam ist einiges im Umbruch, so auch in der Vereinsleitung. Stefan Arnold wird – wie vor Jahresfrist bereits angekündigt – nach neun Jahren an der Spitze als Vereinspräsident abtreten. Er wird seinem Stammverein aber weiterhin als Schiedsrichter zur Verfügung stehen. Neuer Vorsitzender des HC KTV Altdorf wird der ehemalige Regierungsrat und aktuelle Nationalrat Beat Arnold. «Das ist eine sehr gute Lösung und ein absoluter Glücksfall für unseren Verein», ist der abtretende Präsident überzeugt.

Wie Stefan Arnold war auch sein Nachfolger ein erfolgreicher Handballer. Von 2001 bis 2004 absolvierte er mit der ersten Mannschaft mehr als sechs Dutzend Einsätze in der NLB. Damit kennt er den Handballsport aus dem Effeff. Zu seiner Motivation sagt Beat Arnold: «In erster Linie möchte ich nach meiner Zeit als Spieler und Trainer dem Verein jetzt auch als Funktionär etwas zurückgeben. Mein Ziel ist es, die erfolgreiche Arbeit meiner Vorgänger fortzuführen und das Augenmerk auf die Nachwuchsförderung zu richten.»


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