Der HC Kriens-Luzern feiert einen Arbeitssieg gegen den BSV Bern-Muri

Kriens-Luzern gewinnt die Finalrundenpartie gegen den BSV Bern Muri 30:26 und macht damit schon zur Hälfte der Finalrunde den Playoff-Sack zu. Die arg ersatzgeschwächten Zentralschweizer trotzten dabei allem Unbill des Abends und erarbeiteten sich einen verdienten Vollerfolg.
11. März 2017, 23:30

Was musste der HC Kriens-Luzern an diesem Abend an Rückschlägen einstecken! Die Liste der Verletzten war - trotz Comeback von Jost Brücker - bedrohlich lang. Und dann schickten die beiden Refs auf noch den bis dahin starken Luca Spengler nach 3 Zweiminutenstrafen vorzeitig unter die Dusche. Doch das Team zeigte Charakter und sicherte sich gegen einen ebenfalls stark ersatzgeschwächten BSV Bern Muri den Sieg - und dank der gleichzeitigen Niederlage von Suhr Aarau auch gleich definitiv den Platz in den Playoffs.

Dabei machte der HC Kriens-Luzern an diesem Abend mehr für einen Vollerfolg und verdiente sich die beiden so wichtigen Punkte mit einem soliden Auftritt. Nach einem harzigen Start fand die Mannschaft von Coach Heiko Grimm bald ins Spiel und riss das Spieldiktat an sich. Baumeister des Erfolgs war (nicht nur, aber speziell) in dieser Phase Torhüter Paul Bar, der phasenweise brillant hielt und zur Pause mit einer 60%-Quote zu Buche stand. Und wenn einer wie Paul Bar so viele Saves hat, dann ist das ein hartes Urteil für den Gegner. Dann aus jeden zweiten Save macht ein Torhüter vom Formate Paul Bars eben auch einen Tempogegenstoss. In Zahlen ausgedrückt: 17:11-Pausenführung für den Gastgeber. Und bereits mehr als einen Fuss in den Playoffs.

In Halbzeit zwei beugte sich der BSV Bern Muri aber nicht einfach diesem Verdikt. Hartnäckig versuchten die Berner, dem Spiel noch einmal eine Wende zu geben. Aufholen: Ja. Chancen auf die totale Wende: Nein. Zum einen offenbarten die Berner in dieser Phase Mängel im Rückzugsverhalten der Einheimischen. Letztlich aber zeigte der HC Kriens-Luzern mit viel Leidenschaft, dass er diesen Sieg und damit auch die (rein rechnerisch noch offene) Qualifikation für die Playoffs sicherstellen wollte.

Trotzdem wurde die Partie nie mehr richtig spannend. Zu seriös kämpfte der Gastgeber an diesem Abend für den Erfolg. Nach dem Wegfall von Spengler sprang Schramm in die Bresche und zeigte eine starke Leistung. Und auf der rechten Angriffsseite wusste Radovanovic aus den vielen 1-1-Situationen stets etwas Zählbares zu machen. Der Linkshänder stand am Schluss mit 9 Toren denn auch als bester Werfer fest. Und er half massgeblich mit, dass sich die zahlreichen Fehler im Abschluss nicht rächen konnten.

Insgesamt zeigte der HC Kriens-Luzern an diesem Abend eine solide, gute Leistung, die am Schluss verdient mit zwei Punkten und der Playoff-Qualifikation belohnt wurde. Die Mannschaft aber weiss sehr wohl, dass bereits beim nächsten Mittwoch gegen Wacker Thun noch einmal eine Leistungssteigerung nötig sein wird, wenn man auch gegen den zweiten NLA-Club aus dem Kanton Bern erfolgreich sein will.  

Einziger Dämpfer an diesem Abend in der Maihofhalle war damit der fehlende Fanclub, dessen wichtige Rolle in Sachen Stimmung in der Halle vorallem dann greifbar wird, wenn er mal fehlt ... 
 
HC Kriens-Luzern - BSV Bern-Muri 30:26 (17:11)
Maihofhalle, 420 Zuschauer. SR Sager/Styger
Spielverlauf:1:0, 1:3, 3:3, 3:4, 5:4, 7:5, 10:7, 12:8, 16:9, 17:10, 17:11; 17:14, 18:15, 21:16, 23:17, 24:20, 26:21, 26:23, 28:23, 29:25, 30:26.
Strafen: HC Kriens-Luzern 8 (inkl. rote Karte gegen Spengler nach 36 Minuten, BSV Bern Muri 1 x 2 Minuten.
HC Kriens-Luzern: Bar / Portmann; Fellmann, Mühlebach, Wipf (2), Blättler (3), Spengler (4), Alili, Baviera (2), Brücker (2), Stankovic (1), Radovanovic (9), Schramm (7).
BSV Bern Muri: Marjanac/Rosenberg (ab 24.); Lengacher (2), Schneeberger, Getzmann (5/3), Striffler (2), Kusio (4), Röthlisberger (4), Szymanski, Rohr (3), Schafroth (2), Arn (1), Kedzo, Mühlemann (3).
Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Ramseier, Nyffenegger, Hofstetter, Vögtli. BSV Bern ohne Baumgartner. Kriens-Luzern verschiesst zwei Siebenmeter: 36. Radovanovic scheitert an Rosenberg (18:15) inkl. Nachschuss. 51. Stankovic scheitert an Rosenberg (26:22) inkl. Nachschuss.
J.P. Chenet Best Player Award: Kusi (BSV Bern), Bar (HC Kriens-Luzern).
 

Benedikt Anderes


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