HC Kriens-Luzern gibt alles, holt aber nichts

HANDBALL ⋅ Kriens zeigt nach zwei argen Schlappen Charakterstärke und verlangt Thun alles ab. Dennoch reicht es nicht: Heiko Grimms Team verliert 21:23 und verharrt auf Rang 4.
15. März 2017, 23:00

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Es war kein Spiel, das in Erinnerung bleibt, zu arg verhinderte die Absenz vieler Schlüsselspieler beider Teams hohes Niveau. Es war aber der gewohnt hartnäckige Abrieb zwischen zwei Mannschaften, die sich mit schöner Tradition bis aufs Unterhemd bekämpfen.

Aber die Partie hatte trotzdem einen grossartigen Aufhänger. Es war das Fernduell der beiden Torsteher. Hier Paul Bar, der Goalie-Gladiator bei Kriens, der 39 Paradenprozente notierte. Dort André Willimann, der Thuner, mit 35 Prozent kaum schlechter. Beide warfen auch ein Tor. Und beide werden nächste Saison im gleichen Team die Hände nach gegnerischen Bällen ausstrecken: «Es war schon ein spezielles Gefühl, gegen Kriens zu spielen», gestand der Luzerner Hinterländer, der in entscheidenden Phasen bewies, dass er kein Allerweltsgoalie ist, sondern dem HCK in der nächsten Saison wichtige defensive Impulse vermitteln kann. Willimann glänzte mit entscheidenden Abwehraktionen, winkte indes ab: «Wir haben als Team gewonnen.»

Kriens plant (noch) nicht mit Andy Schmid

Kriens war defensiv so stark wie noch nie in dieser Finalrunde. In der Offensive aber über weite Phasen zu harmlos, zu stark auf Radovanovic und Schramm angewiesen. Der Mittelaufbau, jene Zone, wo Spiele gewonnen, aber auch verloren werden, war beim HCK auch am Mittwoch eine Problemzone. Die Impulse und Überraschungsmomente aus diesem Fächer sind gering, und die Frage drängt sich auf: Wie verläuft die Planung für die nächste Saison?

Ausgangslage im Augenblick

Tom Hofstetter, der designierte Regisseur und Rädelsführer des Teams, fällt nach einer Kreuzbandoperation sicher bis weit in den November aus. Und hinter David Nyffenegger, seinem legitimierten Back-up, steht das Fragezeichen so markant, dass HCK-General Nick Christen ohne Umschweife sagt: «Wir hoffen, dass er es schafft – aber es braucht ein kleines Wunder.» Albin Alili, 20-jähriger Jungspund, ausgeliehen von Schaffhausen, um Spielpraxis zu sammeln, erledigte seinen Part gestern zwar solid, aber ohne Glanzlichter zu setzen. «Wir haben höchstes Vertrauen in ihn, er wird im Herbst in der Qualifikation unser Spielmacher sein», betont Nick Christen. «Wir sind im Moment auf bestem Wege, die Option mit Schaffhausen um ein Jahr zu verlängern.» Ob Alini es alleine schaffen kann?

So schwirrt wie immer der Name des hochkarätigsten Schweizer Handball-Exports herum: jener von Andy Schmid, dem Baumeister des Meistertitels der Rhein-Neckar Löwen. Nick Christen pflegt regelmässig den «Gedankenaustausch» mit dem Luzerner Welthandballer und schmunzelt verlegen: «Wer weiss?» Was man weiss: Andy Schmid wird sicher noch eine Saison in Deutschland spielen. Christen: «Wenn eine perfekte Konstellation eintritt, dann kehrt Andy im Sommer 2018 in die Innerschweiz zurück.»

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Am Mittwochabend spielten die Handballer von Kriens gegen Wacker Thun. Kriens verlor 21: 23.


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