Bar gegen Bär

HANDBALL ⋅ Kriens-Luzern steigt am Samstag (17.00) gegen Pfadi Winterthur in den Playoff-Halbfinal. Es ist auch ein Duell von zwei überragenden Goalies: Paul Bar (27) gegen Arunas Vaskevicius (44).
13. April 2017, 08:00

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

 

Die Affiche im pikanten Duell der Schlussmänner des HC Kriens-Luzern und von Pfadi Winterthur, die zu den Allerbesten in der hiesigen Handballerszene zählen, heisst: Bar gegen Bär. Bar ist der Torwart des HC Kriens-Luzern. Ein Brocken, 1,88 Meter grossgewachsen, 95 Kilogramm schwer.

Winterthurs Bär heisst in bürgerlicher Namensauführung Arunas Vaskevicius: 1,93 Meter gross. Gefühlte 110 Kilogramm gewichtig. Ein Feindbild für jeden gegnerischen Angreifer, der auf ihn zuläuft. «Bär» wird Vaskevicius, Sie haben es gemerkt, aufgrund seiner körperlichen Masse genannt.

«Arunas ist ein hervorragender Goalie», sagt Kriens-Keeper Paul Bar. «Auf dem Spielfeld sind wir Gegner, Feinde. Ich will so viel besser sein, dass es möglich wird, in Winterthur zu gewinnen. Das ist meine Hauptaufgabe.» Und nach dem Spiel: «Sind wir Freunde.»

Erstes Playoff-Spiel für Paul Bar

Die Goalies in der Handballergilde sind eine eigene Spezies. Ein bisschen «crazy», wie es Kriens-Trainer Heiko Grimm zu sagen pflegt: «Paul ist ein Gambler. Aber er passt mit seiner Risikomentalität exakt in mein Bild einer Mannschaft, wie ich sie formen will.»

Pual Bar, der aus Polen stammt, bestreitet am Samstag in Winterthur (Eulachhalle, 17 Uhr) sein erstes Playoff-Spiel in der Schweiz überhaupt: «Das ist speziell für mich. Jetzt zählt jede Parade, die mir gelingt oder misslingt.»

Für Vaskevicius ist das Playoff wie der Rückenkorb für den Osterhasen: Kein Torwart in der Schweiz stand mehr als er in der Endausmarchung um den Meistertitel. «Arunas ist eine Legende. Er ist unerhört routiniert», weiss Bar, «und das ist eine der Hauptwaffen für den Goalie.» Dies schreckt Paul Bar, der in dieser Saison so viele Assistzähler einheimste und Tore warf wie kein anderer Schlussmann, nicht ab zu behaupten: «Wir brauchen uns nicht zu fürchten.»

Mehr noch. Der ruhende Pol der Krienser Defensive geht mit Angriffskollege Peter Schramm in die Personalunion: «Wenn Peter behauptet, dass wir den Meistertitel schaffen – dann kann ich dazu nur sagen: Recht hat er! Wir haben in dieser Finalrunde mehrere Spiele abgeliefert, in denen wir den Beweis angetreten haben, dass wir jeden Widersacher schlagen können.»

Er spüre, dass die Krienser Mannschaft parat sei, rechtzeitig zu den Halbfinals bereit, zum grossen Coup auszuholen. «Wir haben alle Rückschläge weggesteckt, wir klagen nicht, weil wir Verletzungspech hatten. Wir denken positiv: Wir haben das Rüstzeug, Pfadi Winterthur gefährlich zu werden.»

«Wir trauen uns das ganz grosse Ziel zu»

Bar gegen Bär. ««Ja, ich weiss, die Goalies können fünfzig Prozent zu einer Spielentscheidung beitragen», erklärt der Krienser. «Aber: Wir sind als Einheit stark. Gewachsen in den Wochen, in denen nicht alles rundlief. Jetzt trauen wir uns zu, auch das ganz grosse Ziel zu erreichen.»

Mit Paul Bar, dem Goalie-Gambler, in einer absoluten Hauptrolle.


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