Fellmann ist ein Wackelkandidat

HANDBALL ⋅ Kriens strebt heute gegen Suhr (Krauerhalle, 20 Uhr) den ersten Finalrundensieg an. Daniel Fellmann, der Dienstälteste im Team, glaubt an den Umschwung. Aber: Seine Zukunft ist ungewiss.
14. Februar 2018, 04:40

Daniel Fellmann: Das sind nun schon bald sieben Saisons für den HC Kriens-Luzern. Das sind zwei Meistertitel mit Amicitia. Legendäre Auftritte im Europacup. Weit über 120 Einsätze und 200 Tore für das Nationalteam. 34 Jahre ist der Malterser, der mit 17 Jahren seine NLA-Feuertaufe mit Borba Luzern erlebte, vor drei Wochen geworden. Auch wenn dieses und jenes Zipperlein an den Knochen nagt: Daniel Fellmann steht auch heute noch für Kriens in der Defensive seinen Mann, er ist nach wie vor der umsichtige Abwehrchef, der ordnet, mit unerhörter Erfahrung dem Gegner rigoros im Wege steht.

Doch das reicht nicht unbedingt für eine Vertragsverlängerung. Beim HC Kriens-Luzern steht die Personalsituation auf Sturm. Fellmanns Kreisläufer-Kollege Baviera trat, keine 25 Jahre alt, freiwillig den Rücktritt an, Brücker flüchtete in die zweite Deutsche Bundesliga. Linksaufbauer Peter Schramm ist ebenfalls aussortiert. Anderen droht ebenfalls der unangenehme blaue Brief. Goran Perkovac, dem kroatischen Olympiasieger, der im Sommer als Cheftrainer übernimmt, schweben neue personelle Ideen vor. Auch Daniel Fellmann ist ein Wackelkandidat. Verhandlungen für ein neues Angebot, das zu deutlich niedrigeren Konditionen steht, laufen. Der Entscheid, ob der 1,94-Meter-Mann noch eine weitere Saison anhängt, falle bis spätestens Ende Februar. «Ich bin in der komfortablen Situation», erklärt der Sekundarlehrer, «dass ich die Schwergewichte zwischen Beruf, Handball und Familie problemlos selber bestimmen kann.» Also: «Ich würde gerne noch eine Saison anhängen, aber das Gesamtpaket muss passen.» Sonst verliert Kriens sein defensives Gewissen. «Es ist auf der Kippe», deutet er weitere intensive Vertragsgespräche an.

Vier Punkte müssen diese Woche her

Heute kümmert Fellmann nicht, was in seiner sportlichen Ausrichtung morgen ist. Heute will er zwei Punkte gegen Suhr, die Unbequemen, die «sehr aggressiv und ­unkonventionell» verteidigen. «Wenn wir das in die Waagschale werfen, was wir können, dann siegen wir.» Das tönt motiviert. Die Motivation sei immer da gewesen, betont er, auch wenn es «nach viereinhalb Jahren Heiko Grimm» nicht ganz so einfach und selbstverständlich gewesen sei, als Spieler diese Zwischenlösung mit dem Trainergespann Christen/Schärer in den Griff zu bekommen. «Jetzt haben wir die Hörner abgestossen», blickt Fellmann vorwärts –strategisch. Heute gegen Suhr ­gewinnen, am Sonntag der Nachdoppler gegen Bern. «Dann sind wir wieder im Rennen um Rang 4» – der in der ersten Playoff-Runde Heimrecht garantieren würde. Dann will der HCK-Oldie nochmals so richtig angreifen. Ob mit neuem Vertrag im Sack oder halt eben als Aussortierter.

 

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch


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