Grimm lässt die Spieler analysieren

HANDBALL ⋅ Nach Gossau ist vor Gossau, heute empfängt Kriens-Luzern den Cup-Gegner zum NLA- Heimspiel. In der Vorbereitung hat Trainer Heiko Grimm seiner Mannschaft eine Denkaufgabe auferlegt.
16. September 2017, 04:40

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

«Das ist die Sache der Mannschaft, das soll sie selber analysieren. Die Erkenntnis kann sie mir dann mitteilen.» Trainer Heiko Grimm begegnet vor dem heutigen NLA-Heimspiel gegen Gossau (18 Uhr, Krauerhalle) einem altbekannten Problem mit einer neuen Massnahme. Am Donnerstag im Cup-Achtelfinal auswärts gegen denselben Gegner haben sich die Krienser nämlich zum wiederholten Mal mit einem Underdog sehr schwer getan. Zwar gewannen sie am Ende 26:22, in der 46. Minute hatten sie allerdings noch mit 19:20 zurückgelegen.

Bereits im Cup-Sechzehntelfinal gegen Erstligist Fides St. Gallen und in der Auftaktpartie der Meisterschaft bei GC Amicitia Zürich brauchte Kriens-Luzern eine ganze Weile, bis es ins Spiel fand. «Liegt es am Erwartungsdruck gegen einen Aussenseiter? Ist es eine lasche Einstellung? Am Donnerstag nach dem Cupspiel habe ich dem Mannschaftsrat den Auftrag gegeben, darauf eine Antwort zu finden.» Für Grimm, ehemals Bundesligaakteur und deutscher Nationalspieler, sind diese Schwankungen nicht nachvollziehbar. «Ich erwarte, dass wir unseren Job immer gleich seriös erledigen. Auf Topniveau zu agieren, macht doch auch viel mehr Spass.» Die Entschuldigung, die Mannschaft habe sich schwer mit der Umstellung von Europacup auf Schweizer Cup getan, lässt er nicht gelten. «Das Spielfeld ist doch gleich gross, und wir haben das Ziel zu gewinnen. Das Wort Umstellung möchte ich deshalb vermeiden», betont der 39-jährige Chefcoach. Der Erfolg im EHF-Cup sei zwar schön gewesen, dürfe aber nicht zu Zufriedenheit führen.

Trainer Grimm: «Wir sind in Europa angekommen»

Und doch sei er nochmals erlaubt, der Blick zurück auf den letzten Samstag, als Kriens-­Luzern in Saporoschje zwar mit 21:23 verlor, dank des 24:20-Heimsiegs aber in die zweite Qualifikationsrunde einzog. Zu Stande gekommen ist der Exploit dank einer vorzüglichen Defensivleistung, mannschaftlicher Geschlossenheit und Coolness in den kritischen Momenten. «Zudem hat Heiko die Einsatzzeiten sehr gut gemanagt, sein Coaching ist aufgegangen», wand CEO Nick Christen dem Verantwortlichen an der Seitenlinie ein Kränzchen.

Grimm berichtet von überdurchschnittlich vielen Glückwünschen auf Whatsapp, «vom Verwaltungsrat beispielsweise, aber auch von ehemaligen Teamkollegen aus Deutschland. Saporoschje ist im Handball eben ein Begriff. Das Weiterkommen bringt uns einen Imagegewinn», sagt er und hält fest: «Wir sind in Europa angekommen.»

Wie schon in Runde eins mit Saporoschje, so beschere ihnen das Los auch für den nächsten Durchgang die schwerst mögliche Herausforderung. Gegner ist Holstebro, letzte Saison die Nummer drei Dänemarks und Champions-League-Teilnehmer. Vor drei Jahren unterlagen die Krienser Hols­tebro mit einem Gesamtskore von 59:71, diesmal rechnen sie sich bessere Chancen aus. Das Hinspiel findet am Samstag, 7. Oktober (18 Uhr) in Luzern (Maihof) statt, die Reprise eine Woche später in Dänemark.

Gegner im Cup-Viertelfinal wird heute ausgelost

Auf wen die Krienser im Viertelfinal des Schweizer Cups treffen, wird heute bekannt, die Auslosung findet in der Pause der NLA-Partie zwischen Pfadi Winterthur und Bern Muri statt. Als Nächstes richtet sich der Fokus aber nochmals auf Gossau. Grimm wird wegen der Mehrfachbelastung frischen Akteuren längere Einsatzzeiten gewähren, Delchiappo, Alili oder Brücker etwa. Und man darf gespannt sein, welche Schlüsse die Mannschaft für ihr nächstes Spiel mit klarer Favoritenrolle gezogen hat.


Leserkommentare

Anzeige: