HC Kriens-Luzern verliert klar in Schaffhausen

HANDBALL ⋅ Beim amtierenden Meister Kadetten Schaffhausen war für die ohne vier Stammspieler angetretenen Zentralschweizer nichts zu holen. 23:32 lautete am Schluss das Ergebnis einer «logischen» Niederlage.

19. Oktober 2016, 22:13

Ein Spitzenkampf hätte es werden können. Wurde es aber nicht. Dazu war die Partie zu sehr unter Kontrolle der Schaffhauser, die den Gast aus der Zentralschweiz offensichtlich sehr ernst nahmen und den Sieg (und damit die erstmalige Tabellenführung in dieser Saison) unbedingt wollten. Der Gast wurde dieser Ansage zwar gerecht und hielt erstaunlich lange mit.

Nach 35 Minuten aber knickte der Strohhalm, an dem sich das dezimierte Team festkrallte. Der HCK hatte gleich mehrere Chancen, den Rückstand auf nur noch 1 Tor zu verkürzen. Radovanovic, Baviera und Schramm liessen die entscheidenden Chancen liegen. Statt 14:15 oder gar 15:15 hiess es zwei Minuten später 14:18. Denn der Meister im Champions League-Modus lässt sich solche Chancen natürlich nicht entgehen. 

Damit konnte das Szenario für den HC Kriens-Luzern endgültig nur noch heissen, den Schaden zu begrenzen. Das Fähnlein der sieben Aufrechten im Dress des HC Kriens-Luzern kämpfte zwar aufopferungsvoll und versuchte, Stil zu bewahren. Um aber wirklich ein ernsthaftes Wort mitreden zu können, dazu fehlten an diesem Abend die Kraft und die Frische – physisch wie auch mental. Denn mit Goalie Paul Bar, Thomas Hofstetter, David Nyffenegger und Luca Spengler wurden gleich vier angeschlagene Stammspieler geschont. Deren vollständige Gesundung wurde höher gewertet als die Chance, den Meister mehr zu fordern als jetzt der Fall war.

Und damit lastete noch mehr Verantwortung auf jenen Spielern, die eben erst am letzten Sonntag gegen GC Amicitia noch aufopferungsvoll während 60 Minuten auf dem Platz gestanden waren. «Vor diesem Hintergrund kann ich keinem Spieler einen Vorwurf machen. Wir haben lange mitgehalten, aber um dieses Schaffhausen ernsthaft fordern zu können, hätte vieles passen müssen,» sagte Coach Heiko Grimm nach der Partie. Letztlich seien zwei Spiele in so kurzer Zeit bei reduziertem Personalbestand eine zu grosse Hürde. 
Der Not gehorchend wurde beim HCK das eine oder andere taktische Experiment gewagt, wurden mehr Wechsel vorgenommen als auch schon. Das ebnete dem Meister den Weg zu einem komfortablen 32:23-Sieg. Um das eine oder andere Tor zu hoch zwar, im Ergebnis aber korrekt. Die (zu) hohe Differenz wurde aber auch mit kalkuliertem Risiko in Kauf genommen, nahm doch Grimm in der Schlussphase den entkräfteten Schramm, der zuvor erneut sehr gut gespielt hatte, vom Platz, um keine weitere Verletzung im ermüdeten Zustand zu riskieren.

«Wir haben das Spiel in der Garderobe bereits abgehakt», sagte Grimm. Wir dürfen angesichts unserer Personalsituation nicht Energien verschwenden, uns über eine Niederlage in Schaffhausen aufzuregen.» Und schon auf der Heimfahrt galt der Fokus der nahen Zukunft: Zuerst einmal ist Regeneration angesagt, dann beginnt eine konzentrierte Vorbereitung auf das Cupspiel in Altdorf. Diese Partie wolle man am 27. Oktober gewinnen – ehe es dann erneut eine längere Pause für die Nationalmannschaft gibt bis am 12. November: «Die Pause tut uns gut. Der eine oder andere Spieler wird jetzt gesund zurückkehren,» freut sich Grimm auf wieder mehr Trainingsmöglichkeiten.

Kadetten Schaffhausen - HC Kriens-Luzern 32:23 (13:10)

BBC Arena Schaffhausen, 600 Zuschauer. SR Sager / Styger

Spielverlauf: 1:0, 1:1, 3:1, 5:2, 5:4, 8:4, 10:8, 13:10; 13:11, 15:12, 18:14, 20:15, 22:18, 25:19, 26:20, 28:22, 30:23, 32:23

Strafen: Schaffhausen 3, Kriens 2 x 2 Minuten

Kadetten Schaffhausen: Bringolf /Marinovic; Meister, Delhees, Küttel (3), Richwien (1), Graubner (1), Pendic (4), Szyba (1), Csaszar (3), Allili (2), Maros (5), Koch (9), Muggli (1), Tominec (2).

HC Kriens-Luzern: Portmann / Ineichen; Fellmann (3), Wipf (1), Blättler (1), Vögtli, Gnos, Baviera (2), Brücker (3), Stankovic (1), Ramseier, Radovanovic (6), Schramm (6).

Bemerkungen: Kriens ohne Bar, Hofstetter, Nyffenegger, Spengler (alle verletzt) und Mühlebach 

Benedikt Anderes


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