Krienser Handballer holen wichtigen Auswärtssieg

PLAYOFF ⋅ Die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern bleiben im Kampf der Grossen um einen Platz in den Playoffs dabei. Mit viel Kampfgeist und noch mehr Nerven holten die Zentralschweizer bei Direktkonkurrent TSV St. Otmar St. Gallen zwei enorm wichtige Auswärtspunkte.

In einem dramatischen Spiel war der HCK zwei Mal mit vier Toren hinten – und bejubelte am Schluss nach dem 27:26-Sieg zwei enorm wertvolle «big points» dank einer starken Teamleistung.

Die Ausgangslage war klar, das St. Galler Publikum erwartungsfroh: Mit dem ersten Heimsieg im Jahr 2015 würde St. Otmar die Entscheidung im Fernduell um den letzten Finalrundenplatz herbeiführen können. Da kam der HC Kriens-Luzern gerade recht. Denn das in der Hauptrunde der NLA so starke Ostschweizer Team hatte an den HCK der laufenden Saison weitgehend gute Erinnerungen: 3 von vier Punkten hatten die Ostschweizer bisher gegen den HCK für sich behalten. Da sollte doch auch dies klappen

llerdings war St. Otmar angesichts dieser Ausgangslage offenbar nervöser als der HCK, der in der Finalrunde unbeschwert aufspielen kann. Zwar hatten die St. Galler zwei Mal einen Vorsprung von 4 Toren erarbeitet. Beide Male aber gaben sie diesen wieder aus der Hand. Oder vielmehr: Wurde er ihnen aus der Hand gerissen! Denn entscheidend war in beiden Fällen nicht so sehr der Leichtsinn der St. Galler, als vielmehr das grosse Kämpferherz, das der HCK in dieser Partie in beide Hände genommen hatte. Und der spürbare Wille, diesen Sieg in St. Gallen unbedingt erreicht zu wollen.

Entscheidend war dabei die Schlussphase: 19:23 hatte der HCK zurückgelegen, als der nach 42 Minuten eingewechselte Keeper Romi Schelbert zu toller Form auflief. Gleich drei Big Saves innert kürzester Zeit verhinderten die Vorentscheidung für den Gastgeber und brachten den HCK zurück ins Spiel. Zwei weitere Grosstaten des Muotathalers leiteten in der hektischen Schlussphase dann sogar die endgültige Entscheidung ein. Vom 23:25 zog der HCK auf 27:25 davon. St. Otmar konnte nicht mehr reagieren, weil nach 60:00 die Schlussirene kam. Es war das «logische» Ende eines total verrückten Spiels. Geprägt von Nerven und Kampfgeist, in dem letztlich der grössere Siegeswille und die grössere Entschlossenheit den Ausschlag gaben.

27:26 gewann der HCK. Verdient, weil erkämpft. Verdient aber auch, weil eine starke Deckung unter der Regie von Dani Fellmann eine hohe Fehlerquote (25 Fehlversuche des HCK!) in der Offensive wettzumachen vermochte. Und logisch, weil bei St. Otmar mit zunehmender Spieldauer die physischen Lichter ausgingen und dem Gastgeber der Atem fehlte. Der HCK hingegen zog Profit aus einer auch kräftemässig sehr seriösen Vorbereitung der Finalrunde.

Der HCK liegt jetzt noch zwei Punkte hinter St. Otmar. Er hat sich für die weitere Finalrunde und den Kampf um die Playoff-Teilnahme gute Voraussetzungen geschaffen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Mannschaft wird gut daran tun, sich bereits jetzt auf die kommenden Partien zu fokussieren. Denn man darf davon ausgehen, dass in der zweiten Finalrunden-Hälfte für eine Playoff-Teilnahme nicht «nur» Siege gegen Otmar und GC Amicitia nötig sein werden, sondern auch der eine oder andere Big Point gegen ein anderes Team. Weiter geht es für das Team am 20. März 2015 mit dem Heimspiel in der Maihofhalle Luzern gegen Wacker Thun.

TSV St. Otmar St. Gallen - HC Kriens-Luzern 26:27 (12:13)

Kreuzbleiche, 850 Zuschauer. SR Marhoon Sameer und Almawt Husain (Bahrain).
Spielverlauf:1:0, 2:1, 3:3, 3:4, 4:5, 7:7 (9.), 11:7, (12.), 12:13 (21.); 13:13, 14:14, 15:15, 15:17, 17:17, 17:19 (40.), 23:19 (45.), 23:22, 25:23 (54.), 25:27 (58.), 26:27. 
TSV. St. Otmar St. Gallen: Galia/Kindle; Brücker (5), Fröhlich (1), Wild (1), Babak (6/2), Hörler, Szymanski (6), Wetzel, Banic (3), Engels (4).
HC Kriens-Luzern: Portman/Schelbert (ab 42.); Fellmann (3), Mühlebach, Blättler (1), Spengler (3), Stojanovic (4/2), Baviera (2), Stankovic (3), Baumgartner (6), Tominec (2), Schramm, Hofstetter (3).
Bemerkungen: Strafen: St. Otmar 4, HC Kriens 3x2 Minuten. Austauschschiedsrichter aus Bahrain. St. Otmar ohne Pendic. Best Player: Brücker (Otmar) und Tom Hofstetter (HC Kriens-Luzern).

Rangliste: 1. Pfadi Winterthur 23/38. 2. Wacker Thun 22/31. 3. Kadetten Schaffhausen 22/28. 4. St. Otmar St. Gallen 23/25. 5. Kriens-Luzern 23/23. 6. GC Amicitia Zürich 23/20.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern / si


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