Also doch (noch) kein Spitzenteam

HANDBALL ⋅ Kriens-Luzern war im Spitzenkampf gegen Wacker Thun chancenlos. Fünf Tage nach dem Sieg gegen Titelhalter Schaffhausen folgt eine 21:34-Klatsche gegen Vizmeister Wacker Thun.
Aktualisiert: 
07.12.2017, 23:00
07. Dezember 2017, 22:02

Urs Niedermann

Kriens-Luzern wollte nach dem 26:23 über Meister Kadetten Schaffhausen gegen Vizemeister Wacker Thun nachdoppeln: Es blieb beim guten Willen und der Erkenntnis, dass zum Spitzenteam im Moment noch einiges fehlt. Wobei: Trainer Heiko Grimm zeigte sich nach Spielschluss sehr gefasst: «Ich habe es ein bisschen befürchtet. Wir haben in den vergangenen Wochen sehr viel Kraft gebraucht, auch mental. Und wenn du gegen eine Mannschaft wie Wacker Thun nicht mehr das Letzte aus dir rausholen kannst, dann bist du chancenlos.» Grimms Entschuldigung, dass die letzten Spiele von gerade mal sieben erfahrenen Feldspielern getragen wurden, ist auch für den Thuner Coach Martin Rubin Hauptgrund für das krasse Verdikt: «Kriens-Luzern hatte ja praktisch keine Auswechselmöglichkeiten, das kam unserem Tempohandball entgegen. Wir waren eine Klasse besser, aber ich weiss auch: Kriens-Luzern kann viel mehr. Wenn die Mannschaft alle Verletzten wieder an Bord hat, gehört sie zur Schweizer Spitze.»

Schon zur Pause alles klar

Die 21:34-Niederlage widerspiegelte das einseitige Geschehen auf dem Platz – schon zur Halbzeit war alles klar, obwohl die Truppe von Heiko Grimm ab der 11.Minute in allen Angriffen den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzt hatte und in Überzahl spielen konnte (sofern sie nicht grad durch eine Zweiminutenstrafe dezimiert war). Und in den wenigen Phasen, in denen sie das Tor hüten durften, sahen weder André Willimann noch der für  den erkrankten Paul Bar  aufgebotene Kayoum Eicher kaum einen Ball – beide verzeichneten gerade mal je eine geglückte Parade.

Nach der Pause verzichtete Kriens-Luzern zwar auf die permanente Herausnahme des Torhüters, am Spielgeschehen änderte sich indes wenig. Willimann gelang gegen seine ehemaligen Teamkollegen zwar eine  merkliche Steigerung  mit immerhin einem halben Dutzend gelungener Paraden. Die Chancenauswertung der Thuner (Beispiel Rubin mit 9 Treffern aus 11 Versuchen) blieb aber genauso  eindrücklich wie die schlechte Ausbeute der Gäste (Beispiel Alili mit 9 Treffern aus 22 Versuchen).

Nach einem weiteren kurzen Effort zu Beginn der zweiten Halbzeit -  und der zwischenzeitlichen 24:12-Führung nach 38 Minuten – gab der Tabellenführer auch seinen Nachwuchsleuten vermehrt Einsatzgelegenheiten. Und diese wurden genutzt, um zumindest einen klaren Vorsprung zu verwalten. Gelegenheit sich zu zeigen hatten nach dem Wechsel  auch die Jungen bei Kriens-Luzern.

Unter dem Strich bleibt eine Luzerner Niederlage, die als Momentaufnahme weh tut. Die aber schon abgehakt ist: Dass die Moral durch die Niederlage Schaden nimmt, davor hat der Chef keine Angst: «Ich hab den Jungs noch in der Kabine klar gemacht,  dass dies ein Unfall war. Wir kommen mit neuen Kräften zurück.»

Wacker Thun – Kriens-Luzern 34:21 (18:11)
1180 Zuschauer. – SR: Jergen/Zaugg.- Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Thun 3-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern
Wacker Thun: Winkler/Wick (48.-60.); Rubin (9),  Dähler (3),   Suter (1), Giovanelli  Glatthard (1), Friedli (1),  Caspar (4), von Deschwanden (6), Gruber (3),  Guignet (2),  Huwyler (1), Krainer (3)
Kriens-Luzern: Willimann(1)/Eicher (23. – 30,); Fellmann (2), Wipf,  Blättler (1), Engler (2), Vögtli (1), Oertli (1), Alili (9), Brücker,  Gnos,  Delchiappo (1), Schramm(3) 
Bemerkungen:
Wacker Thun ohne die verletzten Raemy und Linder
Kriens-Luzern ohne den erkrankten Torhüter Bar und ohne die verletzten Hofstetter, Spengler, Nyffenegger, Radovanovic und Ramseier.


Leserkommentare

Anzeige: