Miserabler Auftritt – Kriens kriselt weiter

HANDBALL ⋅ Niederlage von Kriens-Luzern bei Aufsteiger Endingen: Das Team von Trainer Heiko Grimm verliert 21:25 (9:10) und enttäuscht massiv.
12. Oktober 2017, 04:39

Es war beim HC Kriens-Luzern die allgemeine Verunsicherung, die sich gestern breitmachte. Beispiel gefällig? Paul Bar, der Goalie, erledigte sein Handwerk mit 45-prozentiger Abwehrquote zwar rechtschaffen, ja sogar gut. Aber: In der Angriffsauslösung unterliefen ihm gleich zwei technische Fehler – die Hände zittern bei den Krienser Spielern.

Bars Gegenüber im Endinger Gehäuse, Gabor Busa, der parierte zwei Penaltys von Blättler und war kaltblütig genug, hohes taktisches Risiko von Kriens-Trainer Heiko Grimm mit zwei erfolgreichen Torwürfen zu bestrafen.

Das ist der Unterschied zu einer Mannschaft, die, wie Kriens, in den Seilen hängt und schwitzt, und einem Herausforderer, der so cool seine Chance wittert, kitzelt, nervt und zuschlägt.

Was soll man zu dieser Krienser Leistung sagen? Nicht vom Statistikblatt zu radieren ist, dass die Mannschaft nicht nur gestern, sondern bereits im ganzen bisherigen enttäuschenden Saisonverlauf eklatante Schwächen in der Schussauswertung verzeichnet. Spengler (13 Würfe, 4 Tore), Engler (6/2) und Alili (9/3) verzeichneten eine Ausbeute, die in der Nähe von «katastrophal» einzuordnen ist.

«Ich bin enorm enttäuscht», sprach HCK-CEO Nick Christen Klartext, «wir können nichts als froh sein, dass jetzt eine längere Meisterschaftspause folgt. Da wird es einiges zu ‹büschelen› geben.»

Der CEO akzeptiert diese Larifari-Einstellung nicht

Christen sprach vor allem auf die Larifari-Einstellung der Routiniers an: «Wir haben Leute im Team, die haben noch nicht gemerkt, wie ernst die Situation ist.» Es könne ja nicht der Anspruch der Mannschaft sein, gegen zwar kämpferisch willige, indes doch deutlich limitierte Gegner wie Gossau oder Endingen sang- und klanglos unterzugehen: «Wir müssen jetzt über die Bücher, definitiv.»

In der individuellen Gesamtbeurteilung kamen bei Christen lediglich Paul Bar («ohne ihn hätte es ein Desaster abgesetzt») und die Jungfüchse gut weg. Es sei ja wirklich sehr seltsam, dass Nesthäkchen wie Adrian Blättler oder Claudio Vögtli als Einzige einigermassen versuchen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Finalrunden-Quali wird zur Herkulesaufgabe

Der Elan der Nachwuchshoffnungen war zu wenig, um ein cleveres Endingen am Schluss in die Schranken zu weisen. Wenn man gestern beobachten durfte, wie stark Otmar St. Gallen gegen Winterthur auftrat und siegte – nun, die Konkurrenz von hinten sitzt Kriens im Nacken. Spätestens seit gestern ist klar: Die Finalrunden-Qualifikation wird dieses Mal zu einer Herkulesaufgabe.

Roland Bucher

sport@luzernerzeitung.ch

Endingen – Kriens-Luzern 25:21 (10:9)

560 Zuschauer. – SR Capoccia/Jucker.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Endingen, 8-mal 2 Minuten gegen Kriens-Luzern.

Endingen: Busa (2/2)/Spuler (1 Penalty); Baumann (1), Riechsteiner (7), Wittlin (3), Kündig, Sarac (5/5), Knecht (1), Adamic (2), Schubnell (3), Huwyler (1).

Kriens-Luzern: Bar/Willimann; Blättler (6/2), Engler (2), Spengler (4), Vögtli (2), Alili (3), Stankovic (2), Baviera (2), Schramm.

St. Otmar - Pfadi Winterthur 27:16 (11:16)

750 Zuschauer. – SR Buache/Meyer.

Strafen: 4-mal 2 Minuten (inkl. Disqualifikation Hedin/46.) gegen St. Otmar, 5-mal 2 Minuten gegen Pfadi.

St. Otmar St. Gallen: Kindler/Shejbal (ab 40.); Hedin (2), Gwerder (2), Gasser (2), Geisser (5), Rauch (3), Zdrahala (4), Wetzel (1), Kaiser (4/3), Milovic (1), Höning (3).

Pfadi Winterthur: Schulz (1/1)/Vaskevicius (ab 31./1/1); Bräm (1), Hess (1), Pecoraro, Kasapidis (1), Langerhuus (1), Vernier (5), Lier (5/3), Kuduz (5), Jud (3), Svajlen (2).

Bemerkungen: Pfadi ohne Sidorowicz, Freivogel und Ott (alle verletzt). Verhältnis verschossener Penaltys 1:0.


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