BSV-Trainer Andy Gubler: «Wir haben uns selber bestraft»

HANDBALL ⋅ Der BSV Stans verliert das letzte Heimspiel der Saison gegen das Spitzenteam aus Baden unnötig mit 27:29. Trotzdem sind die Nidwaldner auf gutem Weg, die Klasse in der NLB zu halten.
16. April 2018, 07:52

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Es war ein eigenartiges Tänzchen, das Marco Wyss nach Spielschluss aufführte. Inmitten seiner Teamkollegen drehte und windete sich der Badener Goalie auf dem Boden, ehe er mit einem Satz auf die Beine zurückkehrte und dafür sogar vom gegnerischen Publikum Applaus erntete. Es war ein Ausdruck der Freude über den ersten Sieg einer Gastmannschaft in der Eichlihalle seit über vier Monaten. 27:29 lautete das Skore am Ende, was für die Aargauer wegweisende Bedeutung hatte. Sie haben sich als Zweitplatzierte definitiv für den Playoff-Final der NLB qualifiziert. Gegen den RTV Basel werden sie im Mai um den Aufstieg in die Schweizer Eliteklasse kämpfen (Best-of-five-Modus).

Gerne hätten auch die Stanser drei Runden vor dem Saisonende Nägel mit Köpfen gemacht, in ihrem Fall mit der Sicherung des Ligaerhalts. Bedurft hätte es dazu eines Exploits, der mit Blick auf die jüngere Vergangenheit durchaus im Bereich des Möglichen zu liegen schien – die letzten sechs Heimspiele haben die Nidwaldner allesamt gewonnen. Die Kulisse mit 473 Zuschauern jedenfalls stimmte, die Leistung aber tat es nicht. «Wir haben uns diesmal selber bestraft», sagte Trainer Andy Gubler in einer ersten Analyse.

Nach dem furiosen Start kommt der Bruch

Angesprochen war vor allem die Fahrlässigkeit im Angriff. Das Überzahlspiel war statisch, erst die sechste und letzte Zweiminutenstrafe gegen die Badener vermochte der BSV Stans mit einem positiven Ergebnis zu nutzen, davor hatte man unter anderem von einer 100 Sekunden dauernden doppelten Überzahl nicht profitieren können. «Wir haben den Ball nicht laufen lassen und falsche Entscheidungen getroffen», monierte Gubler. Schwach war zudem die Performance in den Gegenstössen, ein halbes Dutzend Konterchancen blieben ungenutzt. Marco Wyss, der Tänzer zwischen den Pfosten des STV Baden, lief zu Hochform auf, parierte nahezu die Hälfte aller Würfe, die auf ihn abgefeuert wurden.

Zu Beginn der Partie hatte noch nichts auf diese Fehleranfälligkeit hingedeutet, die Stanser zeigten 20 Minuten lang eine formidable Offensivleistung und erspielten sich eine 15:12-Führung. Ausgerechnet die erwähnte doppelte Überzahl sollte dann jedoch die Wende zu Gunsten der Gäste einläuten. Zur Halbzeit war der Vorsprung auf ein Tor (16:15) gesunken, nach dem Seitenwechsel zog Baden bald mit vier Treffern davon (44./18:22) und liess sich den Sieg in der Folge nicht mehr nehmen.

Trainer Andy Gubler bleibt im Fall des Klassenerhalts

Drei Spieltage stehen noch aus, und das Stanser Restprogramm hat es mit den Auswärtsspielen in Solothurn, Schaffhausen und Möhlin in sich. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt dank dem Sieg Altdorfs in Birsfelden aber immer noch komfortable fünf Punkte. Die Ungewissheit über die Ligazugehörigkeit stört gegenwärtig die Planung der kommenden Saison. Gubler bleibt nur dann für ein weiteres Jahr, wenn Stans den Ligaerhalt schafft. «Darauf hoffen wir auch bei den beiden Ausländern», sagt Goalie und Sportchef Christian Arnosti. Diese Woche sind weitere Gespräche mit dem brasilianischen Spielmacher Fernando Skrebsky Dutra und dem serbischen Shooter Nikola Perovic anberaumt. Sie sind seit ihrem Engagement Ende November 2017 massgeblich am Aufschwung der Nidwaldner beteiligt, nur zu gerne würde sie der Verein behalten.

Die erste Mannschaft des BSV Stans verlassen werden derweil der frühere Regisseur Florian Henrich (wechselt nach Altdorf) sowie die Flügelspieler Alain Schumacher und Patrick Odermatt (sie treten sportlich kürzer). Neu dazu stossen die beiden Linkshänder Andri Lehmann und Pascal Achermann, beides talentierte Linkshänder aus der eigenen Nachwuchsabteilung, die zuletzt eine Auszeit nahmen. Auch Yves Mühlebach (Rückraum/Flügel rechts) und Kayoum Eicher (Torhüter) von der SG Pilatus liebäugeln mit einem Wechsel zum BSV Stans, sollte er die NLB-Zugehörigkeit in den nächsten Wochen sichern.

Nationalliga B

23. Runde: Birsfelden – Altdorf 17:21. SG Yellow/Pfadi Winterthur – Steffisburg 26:29.– Samstag: Stans – STV Baden 27:29. Kadetten Espoirs SH – Lakers Stäfa 34:34. Solothurn – RTV Basel 20:22.Siggenthal/Vom Stein – Horgen 21:27. HS Biel – Möhlin 19:27.

Rangliste (alle 23 Spiele) : 1. RTV Basel* 44. 2. STV Baden* 36. 3. Solothurn 29. 4. Möhlin 29. 5. Kadetten Espoirs SH 24. 6. Lakers Stäfa 21. 7. HS Biel 21. 8. SG Yellow/Pfadi Winterthur 20. 9. Steffisburg 20. 10. Altdorf 19. 11. Stans 18. 12. Horgen 15. 13. Birsfelden 13. 14. Siggenthal/Vom Stein 13. – * = Playoff-Final.

Stans – Baden 27:29 (16:15)

Eichli. – 473 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Stans, 6-mal 2 Minuten plus Disqualifikation Grundböck (54./3-mal 2 Minuten) gegen Baden. – Stans: Arnosti/Wenger (ab 46.); Schumacher, Lussi (3), Skrebsky Dutra (7/5), Perovic (4), Imfeld, Riederer (2), Scherer (1), Kuster (3); Christen (3), Henrich (2), Wanner (2), Odermatt. – Bemerkungen: Arnosti hält Penalty von Hock (5./4:3). Wyss hält Penalty von Henrich (41./18:20).


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