KTV Altdorf gerät bereits in der Startphase auf die Verliererstrasse

HANDBALL ⋅ Der KTV Altdorf muss weiterhin auf den ersten Heimerfolg warten. Gegen die SG Yellow/Pfadi setzt es eine bittere 25:30-Schlappe ab – nicht zuletzt aufgrund fragwürdiger Schiedsrichterentscheide.
13. November 2017, 08:15

Urs Hanhart

urs.hanhart@luzernerzeitung.ch

Es ist wie verhext in dieser NLB-Saison. Vor heimischer Kulisse kommen die Altdorfer einfach nicht richtig auf Touren. Im Duell gegen die achtplatzierte SG Yellow/Pfadi Winterthur war von Beginn weg Sand im Getriebe. Sehr ärgerlich für Spielertrainer Mario Obad, der nach dem Schlusspfiff bilanzierte: «Wenn wir in der ersten Halbzeit so gut gespielt hätten wie im zweiten Durchgang, wären wir wohl als Sieger vom Platz gegangen.» Was den sechsfachen Torschützen besonders ärgerte: «Wir sind die Partie viel zu locker angegangen und haben so nicht umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Durch die mangelnde Konzentration sind uns immer wieder Fehler unterlaufen, die zu entscheidenden Ballverlusten führten.»

Harziger hätten die Platzherren kaum starten können. In den ersten 18 Minuten brachten sie nur gerade drei Treffer zu Stande. Bis dahin hatten die deutlich entschlossener zur Sache gehenden Gäste bereits sieben Mal ins Schwarze getroffen. Immerhin gelang den Urnern nach diesem denkbar schlechten Einstieg eine Steigerung. Sie schafften es, den Vier-Tore-Rückstand zu stabilisieren. Mit diesem Abstand ging es dann auch in die Pause (Halbzeitstand 9:13).

Strafenserie stoppt Altdorfer Aufholjagd

Nach dem Seitenwechsel gingen die Gastgeber viel energischer zur Sache. Die Urner waren sichtlich bestrebt, die desaströse Vorstellung in den ersten zwanzig Minuten vergessen zu machen. Das gelang ihnen zunächst ganz gut, sie arbeiteten sich konti­nuierlich immer näher an die Zürcher heran. Zwischenzeitlich sah es sogar nach einer Wende aus. Marius Kasmauskas verkürzte Mitte der zweiten Halbzeit auf 19:20. Allerdings war dieser Anschlusstreffer bereits das höchste aller Urner Gefühle. Einerseits hielten die Zürcher dagegen und zogen wieder auf drei Längen davon, andererseits bekamen die Gäste auch noch «Schützenhilfe» von den Unparteiischen. Just in dieser entscheidenden Phase (50. Minute) kassierten die Hausherren gleich reihenweise 2-Minuten-Strafen. Teilweise mussten die Urner sogar in doppelter Unterzahl agieren. Dadurch ging der Schwung logischerweise völlig verloren.

Bräm mit sensationeller Ausbeute

Mario Obad hielt mit Kritik am Schiedsrichtergespann nach Spielschluss auch nicht zurück: «Der Gegner konnte sich viel mehr erlauben. Wir hingegen erhielten für jede Kleinigkeit gelbe Karten und Zeitstrafen zugesprochen. So war es nicht mehr möglich, der Partie noch eine Wende zu geben.» Winterthur schaukelte den Vorsprung schliesslich problemlos über die Zeit und baute diesen in den letzten Minuten sogar noch aus. Unverdient war der doch eher überraschende Erfolg der Zürcher im Urnerland jedoch keineswegs.

Das Team aus der Eulach-Stadt agierte auch in bedrohlichen Phasen stets abgeklärt und geriet so eigentlich nie richtig in Verlegenheit. Herausragender Akteur auf dem Feld war Joel Bräm, der nicht weniger als 15 Tore warf. Den Winterthurer Topskorer bekam die nicht überzeugend auftretende Altdorfer Abwehr nie in den Griff. Der Hüne in den Reihen der SG Yellow/Pfadi konnte schalten und walten, wie er wollte.

Auf Seiten der Platzherren überzeugte in offensiver Hinsicht vor allem Marius Kasmauskas. Der wurfgewaltige Rückraumspezialist versenkte neun Bälle im Kasten. Er brauchte dafür nur ein Dutzend Anläufe. In Sachen Abschlusseffizienz wurde er nur von Mario Obad (sechs Treffer/sieben Anläufe) und insbesondere von Sebastian Munzert übertroffen. Der Kreisläufer münzte alle seine vier Möglichkeiten in Torerfolge um, womit er eine hundertprozentige Erfolgsquote verzeichnete.

 



Männer, NLB

8. Runde: Horgen – Stans 33:26 (13:10). – Samstag: Lakers Stäfa – STV Baden 37:32. RTV Basel – Steffisburg 34:25. Altdorf – SG Yellow/Pfadi Winterthur 25:30. Birsfelden – Siggenthal/Vom Stein 29:18. Biel – Kadetten ­Espoirs Schaffhausen 33:29.

Rangliste (alle 8 Spiele): 1. RTV Basel 16 (256:190). 2. Möhlin 14 (202:170). 3. STV Baden 12 (254:230). 4. Kadetten Espoirs Schaffhausen 11 (235:223). 5. Solothurn 10 (208:182). 6. Lakers Stäfa 10 (252:236). 7. Birsfelden 8 (220:218). 8. SG Yellow/Pfadi Winterthur 8 (199:221). 9. Biel 7 (221:211). 10. Siggenthal/Vom Stein 5 (177:195). 11. Horgen 4 (218:254). 12. Steffisburg 4 (184:231). 13. KTV Altdorf 3 (207:227). 14. BSV Stans 0 (189:234).

Altdorf – SG Pfadi/Yellow 25:30 (9:14)

Feldli. – 400 Zuschauer. – SR Capoccia, Jucker.

Altdorf: Amrein/Dittli; Kasmauskas (9), Baumann, Inderbitzin, Aschwanden (1), Wyss, Ledermann, Auf der Maur (2), Gwerder, Obad (6), Munzert (4), Vorobjovas (3), Betschart.

SG Pfadi/Yellow Winterthur: Staub/Steden; Blumer (2), Heer (3), Maritz, Watkins (1), Cvetkovic, Lutz, Murri (3), Köller, Ott (3), Schönfeldt, Bräm (15.)


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